Netzhautchirurgie, Roboter

Netzhautchirurgie: Neuer Roboter soll Präzision unter 10 Mikrometern erreichen

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 05:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Zwei urologische Eingriffe mit dem MP1000 verliefen komplikationsfrei; weitere Robotersysteme zeigen klinische Ergebnisse und neue Einsatzfelder.
Ein moderner, steriler Operationssaal in einem Krankenhaus mit medizinischen Geräten und einem leeren Operationstisch. Illustration mit AI erstellt.

Das Farrer Park Hospital in Singapur erweitert sein operatives Portfolio in der roboterassistierten Chirurgie. Wie aus einem Bericht vom 3. November 2026 hervorgeht, führte das Haus am 2. November 2026 den Edge Multi-Port Endoscopic Surgical Robot (MP1000) ein.

Die Implementierung der Technologie erfolgt anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Klinik. Ziel der Maßnahme ist es, die Behandlungsabläufe auf eine wirtschaftlichere und wertbasierte Patientenversorgung auszurichten.

Klinischer Start in der Urologie

Der praktische Einsatz des neuen Systems begann bereits vor der formellen Inbetriebnahme. Seit dem 23. September 2026 wurden am Farrer Park Hospital zwei roboterassistierte Operationen im Fachbereich Urologie mit dem MP1000 vorgenommen. Beide Eingriffe verliefen ohne Komplikationen. Bei der Einführung und Bereitstellung des OP-Roboters arbeitet die Klinik mit den Partnern idsMED und EDGE Medical zusammen.

Zunehmende Systemvielfalt in der Weichteilchirurgie

Die Einführung in Singapur reiht sich in eine internationale Entwicklung ein, bei der Krankenhäuser ihr technisches Spektrum um spezialisierte Plattformen ergänzen. In Deutschland meldete das Israelitische Krankenhaus Hamburg (IKH) am 2. November 2026 den Ausbau seines OP-Robotikzentrums durch das Single-Port-System SHURUI des chinesischen Herstellers Surgerii Robotics.

Die Technologie arbeitet über einen einzelnen Zugang von 2 bis 2,5 Zentimetern Größe. Am 16. Oktober 2026 wurde an dem Hamburger Krankenhaus die europaweit erste Rektumresektion mit dem SHURUI-System vorgenommen.

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Mit dem Neuzugang nutzt das IKH neben dem da Vinci Xi und dem Hugo RAS nun drei unterschiedliche robotische Plattformen parallel, was laut Angaben des Hauses in Deutschland einmalig ist. Die Klinik verzeichnet insgesamt mehr als 3.000 roboterassistierte Operationen und übernimmt etwaige Zusatzkosten für alle Patienten.

Spezialisierte Plattformen für Kardiologie und Mikrochirurgie

Neben minimalinvasiven Eingriffen im Bauch- und Beckenraum erfährt die robotergestützte Medizintechnik auch in weiteren Fachgebieten Fortschritte. Das Medizintechnikunternehmen Robocath, eine Tochtergesellschaft von Stereotaxis, stellte am 1. November 2026 auf der TCT-Konferenz erste klinische Ergebnisse einer Erstanwendung am Menschen für ein neues Robotersystem vor.

Die Untersuchung von Dr. Mohammed Nejjari und Dr. Franck Digne am Centre Cardiologique du Nord im französischen Saint-Denis umfasste 20 Eingriffe zur perkutanen Koronarintervention (PCI). Die Resultate wiesen einen 100-prozentigen klinischen sowie einen 95-prozentigen technischen Erfolg auf.

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Über einen Nachbeobachtungszeitraum von 30 Tagen traten keine gerätebedingten unerwünschten Ereignisse auf, während das ärztliche Personal keiner Strahlenexposition ausgesetzt war. Das System kann bis zu fünf Interventionsinstrumente zeitgleich bedienen.

Gleichzeitig entstehen hochpräzise Lösungen für mikrochirurgische Fachdisziplinen. Das Schweizer Unternehmen VisioSurgical Solutions entwickelt unter der Leitung von Marc de Smet und in Partnerschaft mit Kaleidoscope Innovation einen kompakten Roboter-OP-Kopf für die Netzhautchirurgie.

Mittels Tremor-Filterung, Bewegungsskalierung und Kraftlimits soll die rund 250 Mikrometer dicke Netzhaut geschützt und eine Präzision von unter 10 Mikrometern erreicht werden.

Bisherige Systeme für diesen Anwendungsbereich gelten als raumgroß und kosten über eine Million US-Dollar; weltweit befinden sich nach Angaben des Unternehmens bislang weniger als fünf Netzhautchirurgie-Systeme im regulären Einsatz.

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