Neue Euro-Scheine: Bürger wählen bis 21. September die Motive
Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 03:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am 10. August 2026 eine neue digitale Initiative gestartet, die Bürgerinnen und Bürgern der Eurozone eine aktive Teilnahme an der Gestaltung künftiger Zahlungsmittel ermöglicht. Im Zentrum der Kampagne steht die Auswahl der Motive für die nächste Generation der Euro-Banknoten. Damit leitet die Institution das erste vollständige Neudesign der Gemeinschaftswährung seit deren Einführung im Jahr 2002 ein.
Zehn Design-Vorschläge und zwei thematische Schwerpunkte
Die EZB präsentierte insgesamt zehn finale Design-Vorschläge, die sich in die zwei übergeordneten Themenbereiche „Europäische Kultur“ sowie „Flüsse & Vögel“ gliedern. Im Bereich der Persönlichkeiten wurden für die verschiedenen Nennwerte spezifische Kandidaten benannt. So sieht der Entwurf für den 5-Euro-Schein die Opernsängerin Maria Callas vor, während der 10-Euro-Schein dem Komponisten Ludwig van Beethoven gewidmet ist. Weitere vorgesehene Persönlichkeiten sind die Wissenschaftlerin Marie Curie für die 20-Euro-Note, der Schriftsteller Miguel de Cervantes für den 50-Euro-Schein sowie der Universalelehrte Leonardo da Vinci für die 100-Euro-Note. Die Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner ist als Motiv für den 200-Euro-Schein im Gespräch.
Alternativ dazu steht das Thema „Flüsse & Vögel“ zur Auswahl, zu dem unter anderem das Regensburger Designerpaar Gisela Goppel und Florian Toperngpong Entwürfe eingereicht hat. In dieser Variante werden heimische Vogelarten als zentrale Motive genutzt: Der Mauerläufer ist für die 5-Euro-Note vorgesehen, der Eisvogel für den 10-Euro-Schein und der Storch für die 50-Euro-Banknote.
Abstimmungsprozess und zeitlicher Rahmen
Die öffentliche Online-Abstimmung über die künftigen Motive hat bereits begonnen und ist bis zum 21. September 2026 für die Bevölkerung zugänglich. Nach Auswertung der Ergebnisse wird der EZB-Rat voraussichtlich Ende 2026 über das finale Design entscheiden.
Trotz des digitalen Auswahlverfahrens wird die physische Einführung der neuen Scheine noch einige Jahre in Anspruch nehmen. Mit der Ausgabe der ersten Banknoten der neuen Serie wird frühestens im Jahr 2028 gerechnet. Die vollständige Umstellung des Bargeldumlaufs in allen Mitgliedstaaten der Eurozone soll nach derzeitigen Planungen bis zum Jahr 2030 abgeschlossen sein.
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Technologische Innovationen und wirtschaftliche Bedeutung
Hinter dem Neudesign stehen nicht nur ästhetische Erwägungen, sondern auch technische Notwendigkeiten. Um die Fälschungssicherheit auf dem neuesten Stand der Technik zu halten, werden die neuen Banknoten mit fortschrittlichen Sicherheitsmerkmalen ausgestattet. Dazu gehören unter anderem neue Hologramme, farbwechselnde Tinte und hochpräzise Mikro-Drucke.
Der Auswahlprozess war bereits im Vorfeld durch eine hohe fachliche Beteiligung geprägt. Über 1.200 Designer hatten sich für die Gestaltung beworben, von denen 25 in die engere Auswahl kamen. Eine Fachjury aus 21 Experten begleitete das Verfahren bis zur Präsentation der jetzigen Finalisten.
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Die Bedeutung des Euro als globales Zahlungsmittel bleibt unterdessen stabil. Er gilt als die zweitwichtigste Weltwährung und deckt rund 25 Prozent der weltweiten Transaktionen ab. Die Zustimmung zur Gemeinschaftswährung innerhalb der Eurozone wird mit 80 Prozent beziffert, während sie in Frankreich bei etwa 70 Prozent liegt. Die aktuelle Initiative zur Motivwahl stößt bereits auf gesellschaftliches Interesse: So empfahl der Verein „Bürger für Beethoven“ explizit die Abstimmung für die Variante, welche den Komponisten auf dem 10-Euro-Schein vorsieht.
