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New Nordic Diet: Bei MĂ€nnern sinkt das Sterberisiko laut Studie um 36 Prozent

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 01:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Beobachtungsdaten verbinden nordische Kost mit gĂŒnstigen Gesundheitswerten; fĂŒr die mediterrane ErnĂ€hrung ist die Studienlage umfangreicher.
Frisches WurzelgemĂŒse, Beeren und Getreide auf einem Holztisch bei natĂŒrlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Die Diskussion ĂŒber gesunde ErnĂ€hrung rĂŒckt zunehmend regionale SpeiseplĂ€ne in den Mittelpunkt. Im Fokus von ErnĂ€hrungswissenschaftlern und der Verbraucherzentrale Hamburg steht dabei der Vergleich etablierter Konzepte wie der mediterranen Kost mit der nordischen ErnĂ€hrungsweise.

Die sogenannte New Nordic Diet wurde um 2010 vom Nordic Food Policy Lab entwickelt. Ihr Speiseplan basiert vor allem auf regionalem Vollkorngetreide wie Roggen, Gerste und Hafer sowie auf WurzelgemĂŒse, Beeren, NĂŒssen, Pilzen, HĂŒlsenfrĂŒchten, fettreichem Fisch und fettarmen Milchprodukten. Fleisch steht im Schnitt nur einmal pro Woche auf dem Speiseplan.

Ähnliche Grundprinzipien trotz geografischer Distanz

Trotz unterschiedlicher Herkunft weisen die Konzepte deutliche Parallelen auf. Carolin Groth von der Verbraucherzentrale Hamburg sieht keine wirkliche Abgrenzung der nordischen DiÀt zur traditionellen Mittelmeerkost, da die Grundidee beider AnsÀtze Àhnlich sei.

WĂ€hrend die mediterrane KĂŒche auf Olivenöl setzt, nutzt das nordische Modell vor allem Rapsöl als primĂ€re Fettquelle, das in Studien mit einer Senkung des LDL-Cholesterins in Verbindung gebracht wird. Zudem spielen rote Beeren im Norden eine grĂ¶ĂŸere Rolle.

Fachleute verweisen bei der nordischen ErnĂ€hrungsform auf Vorteile fĂŒr die Herzgesundheit durch Omega-3-FettsĂ€uren, eine verbesserte Verdauung dank hoher Ballaststoffmengen sowie entzĂŒndungshemmende Eigenschaften.

Gleichzeitig mahnen Mediziner zu einer nĂŒchternen Betrachtung. Prof. Johannes Wechsler vom Bundesverband Deutscher ErnĂ€hrungsmediziner weist darauf hin, dass es fĂŒr die nordische DiĂ€t bislang an gesicherten Erkenntnissen fehle. Zudem sei die durchschnittliche Lebenserwartung in Nord- und SĂŒdeuropa mit etwa 85 Jahren, bei Abweichungen von etwa plus/minus einem Jahr, fast identisch.

Beobachtungsdaten zu kardiovaskulÀren Risiken

Verschiedene Kohortenstudien liefern Hinweise auf gesundheitliche ZusammenhĂ€nge beider ErnĂ€hrungsformen. In einer dĂ€nischen Untersuchung mit 57.053 Teilnehmern ĂŒber einen Zeitraum von zwölf Jahren wiesen MĂ€nner mit dem höchsten Konsum traditioneller nordischer Lebensmittel ein um 36 Prozent geringeres Sterberisiko auf als jene mit dem niedrigsten Verzehr.

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Zudem traten Typ-2-Diabetes, SchlaganfĂ€lle und Herz-Kreislauf-Erkrankungen seltener auf. Eine schwedische Studie ĂŒber zwölf Monate dokumentierte nach dem Austausch von Butter und Weißbrot gegen Roggenbrot, Fisch und GemĂŒse eine Senkung von Blutzucker, Cholesterin, Leberfett und EntzĂŒndungsmarkern.

Eine weitere schwedische Langzeitbeobachtung ĂŒber durchschnittlich 24 Jahre zeigte ebenfalls ein geringeres GesamtmortalitĂ€tsrisiko, wobei die Autoren betonen, dass es sich um eine statistische Assoziation und keinen KausalitĂ€tsnachweis handle.

FĂŒr die mediterrane ErnĂ€hrung liegen umfangreiche Daten vor: Die Neuanalyse der PREDIMED-Studie mit 7.447 Teilnehmern ergab eine Reduktion des Risikos fĂŒr Herzinfarkt, Schlaganfall oder kardiovaskulĂ€ren Tod um rund 30 Prozent.

Die Rolle von Ballaststoffen im Alltag

Ein zentraler Wirkfaktor beider Konzepte ist der hohe Anteil ungesĂ€ttigter Fette und pflanzlicher Ballaststoffe. Eine Untersuchung an 255 Erwachsenen mit Übergewicht oder Adipositas zeigte nach zwölfwöchigem Verzehr von Vollkornroggen im Vergleich zu raffiniertem Weizen einen Anstieg des Butyratspiegels im Blut um 38 Prozent sowie einen RĂŒckgang des EntzĂŒndungsmarkers CRP um 17 Prozent.

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Die Teilnehmer erreichten dabei rund 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag – ein Wert, der dem Richtwert der Deutschen Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung entspricht. Laut Daten des Max-Rubner-Instituts liegt die tatsĂ€chliche Zufuhr in Deutschland im Median jedoch lediglich bei 18 Gramm tĂ€glich bei Frauen und 19 Gramm bei MĂ€nnern.

Der Handlungsbedarf bei ernĂ€hrungsbedingten Erkrankungen bleibt hoch. Angaben von Weltgesundheitsorganisation und OECD zufolge gehen weltweit jĂ€hrlich 43 Millionen TodesfĂ€lle auf chronische nichtĂŒbertragbare Krankheiten zurĂŒck, von denen bis zu 80 Prozent durch beeinflussbare Faktoren wie die ErnĂ€hrung vermeidbar wĂ€ren.

Zudem entfallen nach OECD-Berechnungen kĂŒnftig im Schnitt 8,4 Prozent der Gesundheitsausgaben in den MitgliedslĂ€ndern auf Folgeerkrankungen von Übergewicht.

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