NFC-Angriffe: 35.600 abgewehrte Attacken in 4 Monaten 2026
Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 22:12 Uhr | Redaktion boerse-global.deEin Tourist aus Ranchi ist in Varanasi zum Opfer einer komplexen Betrugsmasche geworden, bei der ein erheblicher finanzieller Schaden entstand. Nach der Kontaktaufnahme mit einem vermeintlichen Kundendienst ĂŒber eine Online-Suche verlor der Betroffene, Ravindra Prasad Singh, einen Betrag von ?5,13 Lakh. Der Vorfall unterstreicht eine wachsende Bedrohungslage durch gefĂ€lschte Support-KanĂ€le und bösartige Software-Dateien (APK).
Der Ablauf des Betrugsfalls in Varanasi
Der GeschĂ€digte hatte ĂŒber eine Google-Suche Kontakt zu einem vermeintlichen Kundenservice des Reiseportals Agoda gesucht. Dabei geriet er an Kriminelle, die sich als Support-Mitarbeiter ausgaben und ihn dazu bewegten, eine schĂ€dliche APK-Datei auf seinem Smartphone zu installieren.
In der Folge wurde das bei der Bank of India gefĂŒhrte Konto des Opfers massiv belastet. Eine entsprechende Anzeige wurde bereits beim National Cyber Crime Reporting Portal eingereicht.
Dieser Fall reiht sich in eine Serie von Angriffen ein, bei denen Cyberkriminelle gezielt die Unwissenheit von Nutzern ausnutzen. Experten fĂŒr Cybersicherheit beobachten dabei den Einsatz hochspezialisierter Malware.
So identifizierte das Unternehmen Group-IB die Android-Malware âWindRelayâ, welche in der Lage ist, die NFC-Kommunikation (Near Field Communication) zwischen Bankkarten und Smartphones in Echtzeit an die Angreifer weiterzuleiten. In dokumentierten FĂ€llen wurden Opfer in TelefongesprĂ€chen von bis zu 13 Minuten Dauer dazu manipuliert, Anwendungen wie SpyNote oder WindRelay zu installieren.
Massive Zunahme von Angriffen auf MobilgerÀte
Die Dimension der Bedrohung wird durch aktuelle Marktdaten belegt. Sicherheitsanalysten von Kaspersky registrierten in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 weltweit 35.600 abgewehrte NFC-Angriffe. Dies entspricht einem Anstieg von 188 % gegenĂŒber dem Vorjahreszeitraum. Zwischen November 2025 und Juli 2026 wurden zudem 23 verschiedene Malware-Varianten identifiziert, die auf entsprechenden Analyseplattformen hochgeladen wurden.
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Die Infrastruktur hinter diesen Angriffen ist oft nur wenige Tage alt. Analysen von Gridinsoft zeigen, dass Domains wie âkundenservice-verwaltung2026.comâ unmittelbar nach ihrer Registrierung im August 2026 fĂŒr betrĂŒgerische Zwecke eingesetzt wurden. Auch Seiten wie âapkder.comâ, die Downloads auĂerhalb offizieller App-Stores anbieten, werden als verdĂ€chtig eingestuft.
Organisierte Kampagnen und regionale Warnungen
GröĂere koordinierte Operationen wie die Kampagne âASTERIXâ verdeutlichen die ProfessionalitĂ€t der TĂ€ter. Ein von Sicherheitsforschern entdeckter Server enthielt 885.000 Telefonnummern, wovon 316.002 aus Deutschland stammten. Die BetrĂŒger nutzen hierbei eine Kette aus Phishing-E-Mails und gefĂ€lschten Wallet-Apps, um beispielsweise Seed-Phrasen von Krypto-Konten zu entwenden.
Parallel dazu warnen VerbraucherschĂŒtzer und Institutionen vor aktuellen Phishing-Wellen im deutschsprachigen Raum:
- Bankwesen: Kunden der DKB wurden mit gefÀlschten E-Mails kontaktiert, die unter Androhung einer Deaktivierung des Online-Bankings zur Dateneingabe aufforderten.
- Steuerbehörden: Es kursieren Schreiben, die eine Steuererstattung fĂŒr das Jahr 2025 versprechen und eine angebliche ELSTER-IdentitĂ€tsprĂŒfung verlangen.
- Rentenversicherung: Die Deutsche Rentenversicherung Baden-WĂŒrttemberg meldet Phishing-Versuche, bei denen unter dem Vorwand neuer Datenschutzgesetze personenbezogene Daten fĂŒr ein Internetportal gefordert werden.
- Verkehrswesen: In der Schweiz warnen Behörden vor imitierten SBB-Websites, die gĂŒnstige Billetts anbieten, um Kreditkarten- und Twint-Informationen abzugreifen.
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Sicherheitsbehörden raten dringend davon ab, Anwendungen aus unbekannten Quellen zu installieren oder sensible Bankdaten auf Seiten einzugeben, die ĂŒber Links in unaufgeforderten E-Mails oder Kurznachrichten erreicht wurden.
In einem aktuellen Fall im Bezirk Horn fĂŒhrte ein telefonischer Betrug, bei dem sich TĂ€ter als Bank-Sicherheitsmanager ausgaben, zu einem schade von 32.634 Euro. Die Polizei betont die Notwendigkeit, bei telefonischen Aufforderungen zu Finanztransaktionen oder Softwareinstallationen grundsĂ€tzlich misstrauisch zu sein.
