NFC-Angriffe, Android

NFC-Angriffe auf Android: +188% in vier Monaten 2026

Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 23:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de

NFC-Attacken auf Android-Smartphones steigen um 188 Prozent, während KI-gestützte Angriffe auf Finanzinstitute zunehmen.

Android-Bedrohung: Godfather-Malware und NFC-Angriffe auf dem Vormarsch
Smartphone mit digitaler Sicherheitsgrafik als Symbol für den Schutz vor Banking-Trojanern und Cyberangriffen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Bedrohungslage für mobile Finanztransaktionen hat sich in den letzten Monaten deutlich verschärft. Aktuellen Berichten zufolge greift die spezialisierte Godfather-Malware verstärkt Android-Banking-Apps an, während gleichzeitig die Angriffe auf die NFC-Schnittstellen (Near Field Communication) von Smartphones massiv zunehmen. Sicherheitsforscher warnen vor immer komplexeren Angriffsketten, die vermehrt Techniken der künstlichen Intelligenz (KI) nutzen.

Drastischer Anstieg bei NFC-basierten Angriffen

In den ersten vier Monaten des Jahres 2026 stiegen NFC-basierte Attacken auf Android-Smartphones um 188 %. Sicherheitsanalysten identifizierten dabei primär drei Malware-Familien als Hauptverantwortliche: SuperCard X, PhantomCard und NGate. Allein ein marktführender Sicherheitsdienstleister gab an, im genannten Zeitraum etwa 35.600 Angriffsversuche in diesem Bereich blockiert zu haben.

Besonders gefährlich erweist sich die sogenannte Reverse-NFC-Methode. Dabei werden die Opfer so manipuliert, dass sie Überweisungen scheinbar freiwillig ausführen, während im Hintergrund die Malware die Transaktionsdaten kontrolliert. Die geografischen Schwerpunkte dieser Aktivitäten liegen laut Expertenberichten derzeit in Russland, Europa und Lateinamerika.

Finanzinstitute unter Druck durch KI-gestützte Attacken

Die Evolution der Cyberkriminalität spiegelt sich auch in der Breite der Angriffe auf Finanzinstitute wider. Eine im Juni 2026 veröffentlichte Studie, für die 48 Chief Information Security Officers (CISOs) befragt wurden, zeigt ein alarmierendes Bild: 89 % der Institute verzeichneten in den vorangegangenen zwölf Monaten eine Zunahme KI-gestützter Angriffe. Dabei setzen Kriminelle verstärkt auf KI-Agenten, Steganografie und moderne Remote Access Trojans (RATs), um komplette Angriffsketten zu automatisieren.

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Die Studie verdeutlicht zudem die Aggressivität der Akteure. Demnach erlebten 67 % der Finanzinstitute sogenannte Counter Incident Response, also Gegenmaßnahmen der Angreifer gegen die Entdeckung. Bei 41 % der Vorfälle war die Zerstörung von Daten oder Systemen das primäre Ziel. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Manipulation von Schnittstellen: API-Angriffe auf Finanzhäuser nahmen um 55 % zu. In 46 % der untersuchten Fälle versuchten die Täter, an nicht öffentliche Marktinformationen zu gelangen.

Trotz dieser Entwicklung meldeten 54 % der befragten Institute, dass ihre Budgets für Cybersicherheit nicht erhöht wurden. Die Aufsichtsbehörden erhöhen angesichts dieser Situation den Druck. Die Europäische Zentralbank (EZB) fordert von den Instituten bis Oktober 2026 detaillierte Aktionspläne, wie sie den spezifischen Risiken durch KI-Anwendungen begegnen wollen.

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Neue Malware-Generation am Beispiel msaRAT

Ein aktuelles Beispiel für die technologische Aufrüstung ist der von Sicherheitsforschern identifizierte msaRAT. Dieser in der Programmiersprache Rust geschriebene Trojaner wird der Ransomware-Gruppe Chaos zugeordnet. Diese Gruppe operiert bereits seit Februar 2025 als Ransomware-as-a-Service-Anbieter (RaaS) und verfolgt Strategien der doppelten Erpressung.

Der msaRAT zeichnet sich durch eine komplexe technische Infrastruktur aus. Er startet Browser wie Chrome oder Edge im Headless-Modus und nutzt das Chrome DevTools Protocol sowie WebRTC über Cloudflare Workers und Twilio TURN für die Kommunikation mit den Steuerungs-Servern. Zur Absicherung der Datenübertragung verwendet die Software eine doppelte Verschlüsselung mittels DTLS und ChaCha-Poly1305.

Der Erstzugriff erfolgt laut Analysten meist klassisch über Phishing oder Vishing. Im weiteren Verlauf nutzen die Angreifer „Living off the Land“-Techniken, um unentdeckt zu bleiben. Die eigentliche Installationsdatei tarnt sich dabei oft als legitimes Windows-Update unter dem Namen „update_ms.msi“.

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