NFC-Angriffe, Handys

NFC-Angriffe auf Handys: Cyberkriminelle greifen 188% hÀufiger an

30.05.2026 - 17:49:53 | boerse-global.de

Sicherheitsforscher identifizieren zwei neue Android-Spyware-Familien der russischen Gruppe Gamaredon, die auf MobilgerÀte abzielt.

NFC-Angriffe auf Handys: Cyberkriminelle greifen 188% hĂ€ufiger an - Foto: ĂŒber boerse-global.de
NFC-Angriffe auf Handys: Cyberkriminelle greifen 188% hĂ€ufiger an - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Die Schadsoftware-StÀmme PlainGnome und BoneSpy werden der russischen Hackergruppe Gamaredon zugeschrieben, die dem Inlandsgeheimdienst FSB nahesteht.

Die Entdeckung markiert einen strategischen Ausbau: Gamaredon weitet ihre AktivitÀten gezielt auf mobile EndgerÀte aus.

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BoneSpy und PlainGnome im Detail

Die beiden Spyware-Familien folgen unterschiedlichen Entwicklungszyklen. BoneSpy ist bereits seit 2021 aktiv und basiert technisch auf der Open-Source-Software DroidWatcher. PlainGnome wird dagegen erst seit dem FrĂŒhjahr 2024 beobachtet.

Es sind die ersten bekannten Werkzeuge der Gruppe, die spezifisch fĂŒr mobile Spionage entwickelt wurden.

Die Kampagnen zielen primĂ€r auf russischsprachige Nutzer in ehemaligen Sowjetstaaten ab – darunter Kirgisistan, Tadschikistan, Usbekistan und Kasachstan. Die Infektion erfolgt vorwiegend ĂŒber Social Engineering: Opfer werden zur Installation prĂ€parierter Apps verleitet.

Einmal aktiv, haben beide Programme weitreichende Überwachungsfunktionen. Sie spĂ€hen SMS, Anruflisten, Standortdaten und Kontakte aus, fertigen Audioaufnahmen an und entwenden Fotos vom infizierten GerĂ€t.

Mobile Bedrohungslage verschÀrft sich

Die Entdeckung fĂ€llt in eine Phase zunehmender Angriffe auf mobile Infrastrukturen. Erst kĂŒrzlich identifizierten Forscher die Gruppe GREYVIBE, die seit August 2025 aktiv ist und gegen ukrainische Regierungs- und MilitĂ€reinrichtungen vorgeht. Sie setzt verstĂ€rkt generative KI ein und nutzt mit „FallSpy“ ebenfalls eine spezialisierte Android-Spyware, die ĂŒber gefĂ€lschte Webseiten verbreitet wird.

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Parallel dazu belegen Kaspersky-Daten eine deutliche VerschĂ€rfung der Bedrohungslage. In den ersten vier Monaten 2026 stiegen NFC-basierte Angriffe um 188 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Angreifer nutzen dabei unter anderem das Phishing-Kit „Lighthouse“ gegen Finanzinstitute im asiatisch-pazifischen Raum – mit rund 25.000 rotierenden Domains innerhalb von acht Tagen.

Konkrete SchÀden auch in Deutschland

Mobile Angriffsszenarien fĂŒhren lĂ€ngst zu realen VermögensschĂ€den. In der letzten Maiwoche 2026 wurden FĂ€lle aus Hamm bekannt: Kunden eines Kreditkartenanbieters verloren durch manipulierte Kommunikation BetrĂ€ge im fĂŒnfstelligen Bereich. Banken warnten zudem verstĂ€rkt vor gefĂ€lschten SMS im Zusammenhang mit PhotoTAN-Verfahren.

Neue Schutzmechanismen und Updates

Als Reaktion auf die steigende Gefahr durch gestohlene Sitzungs-Cookies haben Technologieunternehmen nachgerĂŒstet. Google aktivierte fĂŒr Chrome die sogenannten „Device Bound Session Credentials“ (DBSC). Die Technik bindet Cookies kryptographisch an die Hardware des Nutzers – entwendete Daten werden auf fremden GerĂ€ten unbrauchbar. Das soll besonders vor Infostealern schĂŒtzen, die oft als Vorstufe fĂŒr komplexere Spionageoperationen dienen.

FĂŒr Samsung Galaxy A-Serie und Google Pixel stehen in den kommenden Tagen umfangreiche Sicherheitsupdates auf Android 16 beziehungsweise Android 17 an. Sie enthalten neue Funktionen zum Diebstahlschutz. Die Verteilung der Firmware-Pakete hat in ersten Regionen bereits begonnen.

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