NHTSA erlaubt autonome Autos ohne Bremspedale: Tesla-Robotaxi rückt näher
26.06.2026 - 01:31:07 | boerse-global.de
Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA schlägt eine grundlegende Änderung der Zulassungsvorschriften vor: Künftig sollen vollautonome Fahrzeuge ohne manuelle Bremspedale auskommen dürfen. Der Vorstoß vom 25. Juni 2026 könnte Teslas Robotaxi-Pläne entscheidend beschleunigen.
NHTSA-Direktor Morrison bezeichnete die mögliche Anpassung der Bundesvorschriften als „bedeutenden technologischen Meilenstein für die gesamte Branche“. Die Neuregelung würde Fahrzeugen ohne traditionelle Bedienelemente – wie dem Tesla Cybercab – die legale Teilnahme am Straßenverkehr ermöglichen, sofern sie die bestehenden Anforderungen an den Bremsweg erfüllen. Die Öffentlichkeit hat nun 30 Tage Zeit, zu dem Vorschlag Stellung zu nehmen.
Tesla Semi: Autonomes Fahren auf Kaliforniens StraĂźen
Tesla testet seine Full Self-Driving (FSD)-Software zunehmend auch im Schwerlastverkehr. Ein mit spezieller FSD-Validierungshardware ausgestatteter Tesla Semi wurde am 21. und 25. Juni auf öffentlichen Straßen in Kalifornien gesichtet. Der Elektro-Lkw fuhr ohne Anhänger – vermutlich zur Datenerfassung in der Nähe des Tesla-Designzentrums.
Der Semi soll in zwei Varianten auf den Markt kommen: Die Standard-Reichweite-Version mit einem 548-kWh-Akku schafft über 500 Kilometer, die Langstrecken-Variante mit 822 kWh kommt auf mehr als 800 Kilometer. Beide nutzen die hauseigenen 4680-Batteriezellen und die Megacharger-Technologie mit bis zu 1,2 MW Ladeleistung. Rund 30 Minuten reichen für 60 Prozent Ladung. Tesla peilt eine Jahresproduktion von 50.000 Einheiten in der Gigafactory Nevada an – zu Preisen zwischen 240.000 und 270.000 Euro.
Cybercab: Serienproduktion in Texas läuft
Während die Tests an der Schwerlastflotte laufen, nähert sich Teslas reine Robotaxi-Plattform der Massenproduktion. Seit dem 24. Juni wurden über 150 Cybercab-Einheiten an der Gigafactory Texas gesichtet. Die Fahrzeuge, die seit April 2026 in Serie gefertigt werden, durchlaufen Tests auf einer speziellen Strecke. Beobachter entdeckten eine Mischung aus Konfigurationen – Modelle ohne Lenkrad ebenso wie provisorische Versionen mit manuellen Bedienelementen für die erste Datenerfassung.
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Ein direkter Vergleich in Austin, Texas, stellte am 25. Juni Teslas Robotaxi-Technologie gegen die Dienste von Waymo und Uber. Dabei zeigte sich: Teslas reiner Kamera-Ansatz fährt konservativ, aber souverän. Die Betriebskosten lagen rund 25 Prozent unter denen traditioneller Fahrdienste.
Schweden blockiert EU-weite Zulassung
Teslas Kampf um die EU-weite FSD-Zulassung steht vor einer entscheidenden Hürde. Am 30. Juni 2026 tagt das Europäische Technische Komitee für Kraftfahrzeuge. Zwar erteilten die Niederlande im April 2026 eine vorläufige Typgenehmigung – gefolgt von Belgien, Dänemark und den baltischen Staaten. Doch Schwedens Verkehrsbehörde drängt auf eine Ablehnung.
Der Streitpunkt: Die „Speed Offset“-Funktion, die es Fahrzeugen erlaubt, unter bestimmten Bedingungen die Geschwindigkeitsbegrenzung zu überschreiten. Schweden sieht darin einen Widerspruch zu den Sicherheitszielen. Finnlands Behörde Traficom hingegen prüft das System bereits seit Jahresbeginn. Die Finnen sehen Potenzial zur Unfallreduzierung – die Technik treffe oft sicherere Entscheidungen als menschliche Fahrer. Eine endgültige Entscheidung über die EU-weite Einführung könnte vor der geplanten Abstimmung im Oktober 2026 fallen.
Tödlicher Unfall: Klage gegen Tesla eingereicht
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Trotz aller Fortschritte bleibt Tesla unter Druck. Am 19. Juni reichte die Familie einer 76-jährigen Frau eine Klage wegen fahrlässiger Tötung ein. Der Unfall ereignete sich in Katy, Texas, als ein Tesla Model 3 ein Haus rammte und einen Bewohner tötete.
Der Fahrer gab gegenüber der Polizei an, dass Autopilot aktiv gewesen sei. Teslas KI-Vizepräsident Ashok Elluswamy widersprach: Die Fahrzeugdaten zeigten, dass der Fahrer das System manuell übersteuert habe – das Gaspedal sei zu 100 Prozent durchgetreten worden, das Auto erreichte 117 km/h. Die NTSB und NHTSA haben Ermittlungen eingeleitet. Einen vorläufigen Bericht erwartet die Behörde innerhalb von 30 Tagen, der Abschlussbericht könnte bis zu 24 Monate dauern. Seit 2016 hat die NHTSA fast 50 Sonderermittlungen zu Tesla-Unfällen mit automatisierten Fahrsystemen eingeleitet.
