Nieren stärken mit Qigong: Drei Übungen und ein Rhythmus aus zwei Einheiten
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 03:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deEinfache körperliche Übungen und gezielte Bewegungsabläufe stehen im Mittelpunkt zahlreicher fernöstlicher Ansätze, um energetische Blockaden zu lösen, Organfunktionen zu unterstützen und das allgemeine Wohlbefinden zu stärken. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gilt Qigong als eine der fünf zentralen Säulen.
Nach den Grundsätzen dieser Lehre zirkuliert die Lebensenergie, das sogenannte Qi, entlang von Meridianen durch den gesamten Körper. Wie Fachberichte vom 21. Oktober 2026 darlegen, lässt sich die Methode ohne Hilfsmittel sowie ortsunabhängig praktizieren, wobei sie neben der Schmerzlinderung auch zur seelischen Beruhigung beitragen soll.
Saisonale Praxis und die Acht Brokate
Besondere Bekanntheit besitzen traditionelle Übungsreihen wie das Baduanjin, auch bekannt als die Acht Brokate. Eine offizielle Gruppennorm der Chinese Health Qigong Association und der China Association of Chinese Medicine definiert die acht Einheiten im Detail.
Dazu zählen Abläufe wie das Heben beider Hände zum Himmel zur Regulierung der drei Körperbereiche (Sanjiao), das Spannen des Bogens zur Stärkung von Brust und Lunge sowie spezifische Dehnungen wie das Greifen zu den Füßen. Die Übungen können als kompletter Ablauf oder einzeln ohne Geräte absolviert werden.
Dr. Wang Yongtao von der Henan University of Chinese Medicine empfiehlt Baduanjin laut einem Bericht vom 21. Oktober 2026 besonders als moderate Bewegung für den Herbst und Winter, da es die Blutzirkulation anrege, das Herz entlaste und die Lungenventilation verbessere.
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Für die Herbstmonate hebt er die Übung des Bogenspannens hervor, da sie den Brustkorb dehne und das Lungenvolumen vergrößere. Im Winter stünden das Greifen zu den Füßen sowie das sanfte Aufsetzen der Fersen bei den sieben Fersenstößen im Vordergrund, um Nieren und Taille zu kräftigen.
Als häufige Anwendungsfehler nennt Wang Yongtao das bewusste Anhalten des Atems oder ein krampfhaft tiefes Atmen. Bei schweren Herz-Kreislauf-, Atemwegs- oder Gelenkerkrankungen sei vorab eine ärztliche Abklärung erforderlich. Zudem sei das Training am Vormittag oder Abend der kalten Morgendämmerung vorzuziehen.
Stärkung der Nieren und Integration in den Alltag
Zur gezielten Förderung von Nierenenergie und Qi werden drei aufeinander abgestimmte Übungen hervorgehoben: Das Heben der Hände zum Himmel aus dem Baduanjin mit acht Wiederholungen, die stehende Meditation (Zhan Zhuang) über eine Dauer von fünf bis zehn Minuten zur Kräftigung von Beinen und Rücken sowie das Drehen der Taille kombiniert mit Klopfen der Nierenregion mit je 20 Schlägen pro Seite und zehn Drehungen in beide Richtungen. Als Rhythmus wird eine Durchführung zweimal täglich, jeweils morgens und abends, empfohlen.
Historische Ansätze wie die Daoyin-Übungen nach Hua Tuo führen Beschwerden auf Ursachen wie Kälte, Feuchtigkeit oder Erschöpfung zurück und setzen auf feste Wiederholungszahlen wie 49 Durchgänge bei Dehnungen und Armbewegungen. Fachbeiträge betonen jedoch, dass daoistische Gesundheitsübungen keine hochintensive Bewegung darstellen und keine medizinische Behandlung ersetzen.
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Um eine nachhaltige Gewohnheit aufzubauen, raten Experten zu niedrigen Einstiegshürden: Ein Minimalziel von drei bis fies Minuten, die feste Verknüpfung an bestehende Alltagsroutinen sowie eine schrittweise 5-Minuten-Folge aus Haltung, Schulterbewegung, Armführung, Gewichtsverlagerung und Abschluss erleichtern den Einstieg.
Ergänzende Methoden von Akupressur bis Selbstkontrolle
Neben Qigong-Formen existieren spezialisierte Konzepte wie die von Zhang Mingwu entwickelte Qigong-Selbstkontrolltherapie, die unter anderem spezifische Geh- und Atemphasen zur Organstärkung nutzt. Bei allgemeiner Qi- und Blutstauung raten Berichte zudem zu einer Kombination aus Bewegung, Ernährung und äußerer Lockerung, etwa durch das Klopfen von Schwachstellen an Ellenbeugen und Kniekehlen.
Ergänzend bieten einfache Reibungen von Akupunkturpunkten wie dem Yingxiang-Punkt seitlich der Nasenflügel eine Möglichkeit, saisonale Erkältungssymptome mit jeweils 20 Wiederholungen zu lindern. Auch ruhige Bewegungskonzepte wie das Moonlight Yoga zielen mit Haltungen, die über mindestens zehn Atemzüge gehalten werden, auf gezielte Entspannung erschöpfter Tage ab.
