NOAA-Framework: NVIDIA senkt Token-Verbrauch um 50 Prozent
Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 16:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
NVIDIA veröffentlicht das Open-Source-Framework NOOA und gründet eine Sicherheitsallianz – mit massiven Effizienzgewinnen für KI-Agenten.
Der Chiphersteller hat am heutigen Montag sein neues NOOA-Framework der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es soll die Leistungsfähigkeit von KI-Agenten steigern und gleichzeitig den Ressourcenverbrauch drastisch senken. Zeitgleich gab NVIDIA gemeinsam mit der Linux Foundation die Gründung der Open Secure AI Alliance bekannt, einem Bündnis aus über 40 Unternehmen zur Sicherung von KI-Systemen.
Rekordwerte bei Benchmark-Tests
Die Zahlen, die NVIDIA präsentiert, können sich sehen lassen. Im SWE-Bench Verified-Test erreichte ein KI-Agent mit NOOA und GPT-5.5 eine Genauigkeit von 82,2 Prozent – und übertraf damit den bisherigen Spitzenwert von 79,2 Prozent.
Noch beeindruckender sind die Effizienzsteigerungen: Der Token-Verbrauch sank bei bestimmten Aufgaben um bis zu 50 Prozent. Konkret: Statt 2,2 Millionen Token pro Aufgabe benötigte das System nur noch 1,1 Millionen. Auf dem ARC-AGI-3-Benchmark erzielte das Framework eine Bewertung von 85,1 Prozent – bei Kosten von unter 20 Euro pro Aufgabe.
Das Framework bringt sechs Kernfunktionen mit: typisierte Ein- und Ausgaben, Pass-by-Reference-Funktionalität, Code als Aktion, programmierbare Schleifen, explizite Objektzustände und modellanrufbare APIs.
Sicherheit durch Offenheit
Die Open Secure AI Alliance vereint Branchengrößen wie Microsoft, IBM, Cisco, Adobe, Salesforce, SAP und HPE. Ziel ist die Entwicklung offener Werkzeuge für mehr Sicherheit in KI-Systemen. Die Allianz baut auf bestehenden Initiativen wie Akrites und der Open Source Security Foundation (OpenSSF) auf.
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Hintergrund sind jüngste Sicherheitsvorfälle in der Branche, darunter ein gemeldeter Cyberangriff auf KI-Modelle. Die Gründungsmitglieder brachten eigene Technologien ein – HPE etwa seine SPIFFE/SPIRE-Lösung, Hugging Face die Safetensors-Bibliothek und Microsoft das MDASH-Tool. NVIDIA steuerte neben NOOA auch offene Modelle und Daten bei.
Neue Werkzeuge für Ingenieure und Designer
Bereits gestern erweiterte NVIDIA sein Agent Toolkit um die Bibliotheken PhysicsNeMo und CUDA-X. Sie sollen autonome KI-Ingenieure bei der Entwicklung komplexer Systeme unterstützen. Enthalten sind unter anderem iterative und direkte Löser für dünnbesetzte Gleichungssysteme sowie Werkzeuge für die Quantenchemie.
Zudem wurden NVIDIAs Vera-CPUs für den Einsatz im elektronischen Design (EDA) optimiert. Die Partner Cadence und Synopsys berichten von einer 1,5-fachen Leistungssteigerung beim Betrieb ihrer Software Jasper und VCS auf der neuen Hardware.
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Rekorde bei Halbleiter- und Systemdesign
Parallel zu den Software-Veröffentlichungen präsentierte NVIDIA Leistungsdaten seines Nemotron 3 Ultra-Modells. Mit 550 Milliarden Gesamtparametern und 55 Milliarden aktiven Parametern setzt es auf eine hybride Mamba-Attention-Mixture-of-Experts-Architektur. Beim CVDP-Benchmark für agentisches Programmieren erreichte es eine Bestehensquote von 97,1 Prozent.
Die Industriepartner meldeten beeindruckende Fortschritte:
- Synopsys entwickelte einen autonomen Design-Verifikations-Agenten, der validiertes RTL bis zu 50-mal schneller erreicht. Die Werkzeuge sollen in der zweiten Jahreshälfte 2026 verfügbar sein.
- Cadence integrierte Nemotron-Modelle in seinen AuraStack AI Super Agent und berichtet von bis zu 20-mal schnelleren Multiphysik-Simulationen.
- Siemens erzielte eine zehnfache Reduktion der Token-Kosten bei gleichzeitiger Beschleunigung der Bibliothekscharakterisierung.
- Samsung erreichte eine 20-fache Steigerung der Lithografie-Leistung mit NVIDIAs cuLitho-Technologie.
- Keysight beschleunigte elektromagnetische Simulationen um den Faktor 10 mit der neuen cuDSS-Bibliothek.
- Silvaco simulierte 3,2 Milliarden Netzknoten in weniger als vier Stunden – auf einer Konfiguration mit 32 GPUs.
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