Nonnamaxxing: 76% der Gen Z buchen Oma-inspirierte Reisen
Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 13:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Reisegewohnheiten innerhalb der jungen Generation unterliegen einem deutlichen Wandel hin zu mehr Achtsamkeit und Einfachheit. Eine aktuelle Untersuchung des Buchungsportals GetYourGuide unter 8.000 Reisenden aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA beleuchtet das Phänomen „Nonnamaxxing“.
Dieser Trend beschreibt eine Form des Reisens, die sich an traditionellen Aktivitäten von Großeltern orientiert, wie etwa gemeinsamem Kochen, ausgedehnten Spaziergängen und dem direkten Kontakt zur lokalen Bevölkerung. Den Ergebnissen zufolge würden 76 Prozent der befragten Vertreter der Gen Z eine solche „oma-inspirierte“ Aktivität buchen.
Zwischen Staycation und regionalen Entdeckungen
Die Analyse zeigt, dass der Wunsch nach Entschleunigung oft eine Reaktion auf hohe Belastungsphasen im Alltag darstellt. Berichte über Reiseerfahrungen im Jahr 2026 verdeutlichen, dass insbesondere kurze Distanzen an Bedeutung gewinnen.
So wählten Reisende nach belastenden Ereignissen wie Abschlussprüfungen bewusst Ferienunterkünfte in unmittelbarer Nähe zum eigenen Wohnort, um große Reisebelastungen zu vermeiden und den Fokus auf reine Entspannung zu legen.
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Auch das Konzept der „Staycation“, also des Urlaubs am eigenen Wohnort, gewinnt an Zuspruch. Erfahrungsberichte aus dem Spätsommer 2026, etwa aus der Region Ostwestfalen-Lippe, zeigen, dass Urlauber bewusst auf Fernreisen verzichten und stattdessen lokale Ziele wie den Weserradweg oder regionale Naturdenkmäler ansteuern.
Die Vorteile werden hierbei vor allem im Wegfall von Staus und organisatorischem Aufwand gesehen. Parallel dazu etabliert sich in Ballungsräumen wie Berlin ein „Tiny Tourism“, der kleine, lokale Entdeckungen in den Vordergrund rückt, wie beispielsweise Führungen durch historische Arbeitersiedlungen.
Digitaler Verzicht als Faktor der Erholung
Ein wesentlicher Aspekt des minimalistischen Reisens ist die bewusste Reduzierung digitaler Ablenkung. Ein Experiment an einer Integrierten Gesamtschule in Rheinland-Pfalz, dessen Ergebnisse Anfang September 2026 präsentiert wurden, untersuchte die Auswirkungen eines dreiwöchigen Smartphone-Verzichts bei 100 Schülern.
Die Teilnehmer zeigten nach dieser Phase einen verbesserten Schlaf, eine gesteigerte körperliche Aktivität von 30 bis 70 Minuten täglich sowie einen Rückgang von Angstgefühlen und Depressivität.
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Passend zu diesem Bedürfnis nach digitaler Reduktion wurden Details zu neuen Mobilgeräten wie dem „Enough Phone“ bekannt. Das Gerät setzt auf eine reduzierte Ausstattung mit einem 5,3-Zoll-Display und einem wechselbaren Akku. Für die Realisierung des Projekts über eine Crowdfunding-Plattform sind mindestens 20.000 Kunden notwendig, wobei Ende August 2026 bereits 4.500 Interessenten verzeichnet wurden.
Klimatische Einflüsse und neue Zielgebiete
Die Veränderung der Reiseströme wird zudem durch klimatische Bedingungen beeinflusst. Der Sommer 2026 war in Südeuropa und Teilen Mitteleuropas von Dürre und Waldbränden geprägt, was unter dem Begriff „Coolcation“ zu einem Tourismus-Boom in kühleren Regionen wie Dänemark, Schweden und Norwegen führte.
In klassischen Urlaubsgebieten wie den Balearen wurde bereits im Vorjahr ein Rückgang der Besucherzahlen aus Deutschland und Großbritannien beobachtet.
Gleichzeitig entwickeln sich alternative Konzepte für ruhesuchende Zielgruppen. In Wangels an der Ostsee setzen Anbieter auf Baumhaushotels, die ganzjährig beheizt und auf die Bedürfnisse von Alleinreisenden oder Paaren zugeschnitten sind.
Auch im Bereich des minimalistischen Campings oder bei Flusskreuzfahrten mit Fokus auf Entschleunigung zeigt sich eine verstärkte Nachfrage nach Angeboten, die Naturerlebnis und Komfort ohne Massentourismus verbinden.
Im Bereich der Mobilität experimentierten Konzeptkünstler in der Schweiz zudem mit kostenlosen Bussen ohne festen Fahrplan, um Spontanität und zwischenmenschliche Gespräche während der Fahrt zu fördern.
