Northstar-Roboter: Teslas Ex-Chef baut europÀische KI-Alternative
Veröffentlicht: 07.07.2026 um 20:23 Uhr, Redaktion boerse-global.de
RĂ©mi Cadene, einst fĂŒhrender Kopf hinter Teslas Optimus-Projekt, wagt den Neuanfang in Europa. Sein Startup UMA will eine souverĂ€ne Alternative zu US-amerikanischen und chinesischen Robotern schaffen.
Am 7. Juli 2026 prĂ€sentierte Cadene auf dem Machina Summit in Paris seinen humanoiden Roboter Northstar. Die Plattform ist fĂŒr Fabriken, Logistiklager und Haushalte konzipiert. Das Besondere: Northstar lernt durch Beobachtung. Seine âReal-Time Learningâ-Architektur ermöglicht es, komplexe Aufgaben in KrankenhĂ€usern oder Produktionshallen zu erlernen, indem er Menschen bei der Arbeit zusieht.
Das Pariser Startup verlieĂ im Dezember 2025 den Stealth-Modus und sucht nun rund 40 Millionen Euro in einer Seed-Finanzierungsrunde. Zum Team gehören SpitzenkrĂ€fte aus der Branche: Pierre Sermanet von Google DeepMind und Simon Alibert vom LeRobot-Projekt. Ein Beirat mit den KI-GröĂen Yann LeCun und Thomas Wolf unterstĂŒtzt das Unternehmen. Noch 2026 sollen Pilotprojekte in Logistik, Fertigung und Gesundheitswesen starten.
Europa holt auf: Neues Testzentrum in den Niederlanden
Der Start von UMA fĂ€llt in eine Phase, in der Europa den RĂŒckstand zu den globalen Robotik-FĂŒhrern aufholen will. Am selben Tag eröffnete die Niederlande das Humanoid Application Center (HAC) in Schiedam. Die Leitung des Zentrums will die Entwicklung humanoider Systeme vorantreiben â mit dem Ziel, dass diese innerhalb von fĂŒnf Jahren kaum noch von Menschen zu unterscheiden sind.
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Die Zahlen zeigen die Dringlichkeit: China verzeichnete im vergangenen Jahr 85 Prozent aller weltweiten Humanoid-Installationen. Das HAC soll nun europĂ€ischen Unternehmen eine lokale Test- und Entwicklungsplattform bieten. In London stellte die Firma Humanoid am 6. Juli zudem KinetIQ Ascend vor â eine Software, die Robotern per Reinforcement Learning Fertigungsaufgaben beibringt und den Durchsatz bei TĂ€tigkeiten wie dem Greifen von Lagerringen oder dem Heben von Containern steigert.
Tesla plant Massenproduktion â Agility geht an die Börse
WĂ€hrend europĂ€ische Startups FuĂ fassen, treiben die GroĂen die Serienproduktion voran. Teslas VizeprĂ€sidentin Grace Tao kĂŒndigte auf einer Konferenz in Peking an, dass der Optimus-Roboter noch 2024 im Werk Fremont in Serie gehen soll. Das Ziel: eine Million Einheiten pro Jahr, zu einem Preis von unter 20.000 Euro pro Roboter.
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Agility Robotics wiederum geht an die Börse. Die Ăbernahme durch Churchill Capital Corp XI bewertet das Unternehmen mit rund 2,5 Milliarden Euro. Agilitys Roboter Digit ist bereits in Lagern von Amazon und GXO im Einsatz. Der Durchbruch in privaten Haushalten? DafĂŒr, so die Firmenspitze, werde es noch mehr als ein Jahrzehnt dauern.
In Asien startete UBTECH unter der Marke UWORLD den Companion-Roboter U1. Die Firma meldete ĂŒber 10.000 Vorbestellungen am ersten Tag. Die Preisspanne reicht vom U1 Lite fĂŒr rund 15.000 Euro bis zu High-End-Modellen fĂŒr ĂŒber 125.000 Euro. Die Auslieferungen in China sollen Mitte September beginnen.
Die Botschaft ist klar: Der Markt fĂŒr humanoide Roboter diversifiziert sich rasant. Regionale Player drĂ€ngen darauf, die Technologie aus den Laboren in die kommerzielle Produktion zu ĂŒberfĂŒhren. Europa mischt jetzt mit â und setzt auf SouverĂ€nitĂ€t.
