Notgroschen-Mangel, Deutschen

Notgroschen-Mangel: Vier von fünf Deutschen unterversorgt

05.07.2026 - 01:49:21 | boerse-global.de

Eine Studie belegt mangelnde Rücklagen bei 80 Prozent der Bundesbürger. Steigende Sparquoten im Saarland und geplante Steuerreformen bieten jedoch Perspektiven.

Studie: Viele Deutsche ohne finanzielle Notreserven
Notgroschen-Mangel - Eine Person sortiert Münzen und Banknoten in beschriftete Gläser auf einem Schreibtisch, daneben ein Notizbuch zur Finanzplanung. 05.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das zeigt eine aktuelle Studie von Consors Finanz. Selbst bei Haushalten mit über 5.000 Euro Nettoeinkommen fehlen oft die Rücklagen für unvorhergesehene Ausgaben. Nur 43 Prozent der Männer und 39 Prozent der Frauen haben gezielt vorgesorgt.

Die Finanzexpertin Astrid Drechsel-Grau rät zu einer strukturierten Budgetplanung. Ihr Tipp: Regelmäßige Finanztermine, kritische Prüfung von Abonnements und automatische Überweisungen auf separate Konten direkt nach Gehaltseingang. So vermeidest du teure Dispokredite.

Saarland zeigt: Sparen liegt im Trend

Ein Blick ins Saarland macht Hoffnung. Laut einer Commerzbank-Untersuchung von Anfang Juli ist der Anteil der Sparer dort von 62 auf 75 Prozent gestiegen. Mehr als die Hälfte legt monatlich mindestens 100 Euro zurück, jeder Fünfte sogar über 250 Euro. Hauptmotiv: Rücklagenbildung (63 Prozent).

Besonders die Generation Z (Jahrgänge 1995 bis 2010) entdeckt den Kapitalmarkt. Eine Ipsos-Studie zeigt: Junge Sparer informieren sich intensiv über Wertpapiere und Kryptowährungen. Rund 40 Prozent investieren wöchentlich ein bis zwei Stunden in ihre Anlagen. Klassiker wie Tages- oder Festgeld dominieren zwar noch (45 Prozent), aber bereits 16 Prozent nutzen Wertpapier-Sparpläne.

Banken geben Zinsen nicht weiter

Die EZB hat den Leitzins auf 2,25 Prozent angehoben. Doch die Banken spielen nicht mit. Ein Marktvergleich von Biallo zeigt: Nur 12 von 800 Instituten haben ihre Tagesgeldzinsen um mindestens 0,20 Prozentpunkte erhöht.

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Die Unterschiede sind gewaltig. Überregionale Banken zahlen im Schnitt 1,36 Prozent, Volksbanken nur 0,49 Prozent und Sparkassen 0,44 Prozent. Bei einer Inflation von 2,3 Prozent (Juni) bleibt die Realverzinsung für viele Sparer negativ. Dein Geld verliert also an Wert – selbst wenn der Kontostand steigt.

Steuerreform bringt Entlastung

Die Bundesregierung plant ein Reformpaket ab Januar 2027. Kernpunkte: höhere Grundfreibeträge, Kinderfreibeträge und ein angehobener Arbeitnehmerpauschbetrag. Das Entlastungsvolumen liegt bei rund 10 Milliarden Euro pro Jahr.

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Eine vierköpfige Familie mit 60.000 Euro Bruttoeinkommen soll jährlich über 600 Euro sparen. Finanziert wird das durch eine höhere Reichensteuer: Ab 250.000 Euro Einkommen steigt der Satz auf 45 Prozent, ab 280.000 Euro auf 47 Prozent.

Die Sparquote im Euroraum bleibt stabil bei 14,3 Prozent (Eurostat, Q1 2026). Doch ZEW-Präsident Wambach mahnt: Steuerliche Entlastungen allein reichen nicht. Nötig seien bessere Rahmenbedingungen für Investitionen, um das langfristige Wachstum zu sichern.

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