Notion stellt E-Mail-Dienst ein: KI-Agenten übernehmen ab September
26.06.2026 - 17:32:26 | boerse-global.de
Führende Anbieter richten ihre Plattformen auf sogenannte Agentic AI aus – weg von reinen Funktionen, hin zu konkreten Arbeitsergebnissen.
E-Mail-Dienst eingestellt: Notion setzt voll auf KI
Notion stellt seinen E-Mail-Dienst zum 22. September 2026 ein. Die Begründung: Bereits über die Hälfte der Nutzer öffne den Posteingang nicht mehr manuell. KI-Agenten übernehmen die Bearbeitung der Korrespondenz komplett.
Auch andere Anbieter ziehen nach. Zoom präsentierte am 25. Juni den „Bonsai by Zoom MCP Connector“. Damit können KI-Tools wie Claude oder ChatGPT direkt auf CRM-Daten, Projekte und Rechnungen zugreifen. Ein „Agent Architect“ erlaubt zudem die Erstellung von KI-Agenten per Textbefehl.
Google erweiterte im Juni seine Workspace-Funktionen. Automatisierte Dateiorganisation in Drive und KI-gestützte Fehlerkorrekturen in Tabellenkalkulationen sind neu.
65 Prozent des Codes entstehen per KI
Besonders deutlich wird der Wandel in der Softwareentwicklung. Bei Anthropic entstehen bereits 65 Prozent des produktiven Codes per KI. Eine OpenAI-Studie zeigt: 97,9 Prozent der befragten Mitarbeiter nutzen das KI-Tool Codex.
Industrie und Verwaltung: KI übernimmt spezialisierte Aufgaben
Das Berliner Start-up Almetra (ehemals Deltia AI) sicherte sich 16,3 Millionen Euro in einer Series-A-Runde. Investoren sind Blisce, NAP, Merantix Capital und Robin Capital. Die Technologie analysiert Arbeitsabläufe in der Industrie. Kunden wie Bosch, Siemens Energy und ABB erzielen Produktivitätssteigerungen von rund 20 Prozent.
Der Einsatz von KI-Systemen in Industrie und Verwaltung bietet enorme Potenziale, bringt aber auch neue rechtliche Pflichten mit sich. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche Anforderungen die EU-KI-Verordnung stellt und was Unternehmen jetzt konkret tun müssen. Welche KI-Systeme gelten als Hochrisiko?
Auch die öffentliche Verwaltung testet automatisierte Lösungen. München schloss Mitte Juni einen KI-Prototyp für Einbürgerungsverfahren ab. Zusammen mit Celonis entstand ein System, das E-Akten zusammenfasst und manuellen Aufwand reduziert. Die Erprobung läuft zunächst mit synthetischen Daten.
Die cit GmbH erweiterte ihre Plattform intelliForm um lokale KI-Module. Bürger erhalten Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen – ohne dass Daten die gesicherte Plattform verlassen.
In der Logistik setzen NavVis, NVIDIA und KION auf digitale Zwillinge. Eine Kooperation vom 25. Juni simuliert Materialflüsse und Roboterkoordination in virtuellen Umgebungen, bevor sie physisch umgesetzt werden.
Neue Geschäftsmodelle: Bezahlung nach Ergebnis
Der Wandel verändert auch die Preisgestaltung. Eine Bitkom-Studie vom 25. Juni prognostiziert das Ende klassischer Lizenz- oder Stundenabrechnungen. KI-Agenten erledigen Aufgaben in Sekunden – für Menschen bräuchte es Stunden. Die Zahlungsbereitschaft verschiebt sich hin zu ergebnisorientierten Modellen.
Wildix testete diesen Effekt zwischen April und Juni 2026. Die „Wilma AI“ löste im technischen Support 46 Prozent der Anfragen sofort ohne menschliches Eingreifen. Ähnlich arbeitet eGain mit einer KI-Lösung für das Zoom Contact Center.
Mit der zunehmenden Automatisierung durch KI rücken Compliance und neue Gesetze wie der EU AI Act in den Fokus der Unternehmen. Ein kostenloser Umsetzungsleitfaden verschafft Ihnen jetzt den nötigen Überblick über alle relevanten Übergangsfristen und Pflichten. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Transparenz als Schlüssel zur Akzeptanz
Um Vertrauen zu schaffen, setzen Anbieter auf nachvollziehbare KI. Bissantz erweiterte seine Business-Intelligence-Lösungen zur „Decision Intelligence“. „Explainable AI“ legt die logischen Grundlagen hinter Handlungsoptionen offen. Der Mensch behält die letzte Entscheidungsgewalt (Human-in-the-loop).
dotSource integrierte in seinen neuen KI-Assistenten für Microsoft Teams umfassende Governance- und Compliance-Funktionen. So will man den Anforderungen des EU AI Acts gerecht werden.
