Pakete, Shai-Hulud-Wurm

npm-Angriff: 440 Pakete mit Shai-Hulud-Wurm infiziert

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 21:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Massive Supply-Chain-Attacke kompromittiert hunderte npm-Pakete über gestohlenes Entwicklerkonto. Der Shai-Hulud-Wurm stiehlt Zugangsdaten und breitet sich autonom aus.

Chaindrop-Angriff: Tausende npm-Pakete mit Shai-Hulud-Infostealer infiziert
Codezeilen auf einem Laptop-Bildschirm vor einem verschwommenen Serverraum, symbolisch für eine Malware-Infektion. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In einer großflächigen Angriffswelle, die als Chaindrop-Kampagne identifiziert wurde, sind in den vergangenen Tagen tausende Versionen populärer npm-Softwarepakete mit Schadcode infiziert worden. Der Angriff nutzte die Kompromittierung eines prominenten Entwicklerkontos, um einen sich selbst verbreitenden Infostealer in die Lieferkette der JavaScript-Entwicklung einzuschleusen. Nach aktuellen Erkenntnissen von Sicherheitsanalysten sind hunderte Pakete betroffen, die eine enorme Reichweite in der globalen Softwareinfrastruktur besitzen.

Anfang August begannen Angreifer damit, bösartige Versionen von mindestens 440 Paketen auf der npm-Plattform zu veröffentlichen. Der Ursprung der Infektionskette lag in der Übernahme des GitHub-Kontos von Jared Wray, dem Maintainer des weitverbreiteten Pakets keyv. Dieses Paket allein verzeichnet laut Branchenberichten wöchentlich zwischen 127 Millionen und 150 Millionen Downloads. Innerhalb eines Zeitfensters von weniger als vier Stunden wurden nachweislich 2.212 bösartige Versionen hochgeladen, die mit legitimen OIDC-Provenienz-Signaturen versehen waren.

Funktionsweise des Shai-Hulud-Wurms

Bei der eingesetzten Malware handelt es sich um eine Variante aus der sogenannten Shai-Hulud-Familie. Experten beschreiben sie als einen wurmartigen Infostealer, der speziell darauf ausgelegt ist, Anmeldedaten zu ernten und sich über gestohlene Tokens eigenständig weiterzuverbreiten. Der Schadcode wird über einen npm-Preinstall-Hook aktiviert, der Skripte wie setup.mjs aufruft. Im weiteren Verlauf lädt die Payload die Bun-Runtime herunter, um komplexe Operationen auszuführen.

Das primäre Ziel der Kampagne ist der Diebstahl hochsensibler Zugangsdaten. Die Malware scannt infizierte Systeme nach Anmeldedaten für npm, GitHub, AWS und Kubernetes sowie nach Vault-Tokens von HashiCorp. Auch SSH-Schlüssel, CI/CD-Konfigurationen, KI-Konfigurationsdateien und Krypto-Wallets gehören zum Beuteschema. Die entwendeten Daten werden verschlüsselt und an angreiferkontrollierte Endpunkte übermittelt. Hierzu zählen dynamische HTTPS-Endpunkte sowie öffentliche GitHub-Repositories, die unter dem Namen „Shai-Hulud: Here We Go Again“ geführt werden. In jüngsten Analysen wurde zudem die Nutzung von Ethereum-Smart-Contracts für die Exfiltration beobachtet.

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Ausmaß und betroffene Ökosysteme

Die Reichweite des Vorfalls ist beträchtlich. Verschiedene Sicherheitsorganisationen beziffern die Gesamtzahl der kompromittierten Pakete auf Werte zwischen 434 und 868 Artefakten. Diese Softwarekomponenten, zu denen neben keyv auch Pakete wie cacheable, flat-cache, file-entry-cache, cacheable-request und cache-manager gehören, kommen kumuliert auf über zwei Milliarden monatliche Installationen.

Besonders besorgniserregend ist die Entdeckung neuer Persistenzmechanismen. Die Malware ist in der Lage, sich in Konfigurationsdateien von Entwicklungsumgebungen wie Visual Studio Code (VS Code) sowie in KI-Coding-Agenten wie Claude Code einzunisten. Dies ermöglicht es den Angreifern, auch nach einer Bereinigung der betroffenen Pakete Zugriff auf die Systeme der Entwickler zu behalten.

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Die Chaindrop-Kampagne stellt die mittlerweile sechste dokumentierte Aktivität des Shai-Hulud-Wurms dar. Da die bösartigen Veröffentlichungen über gestohlene Maintainer-Berechtigungen direkt in die Hauptzweige (Main-Branches) der Repositories gelangten, waren sie für automatisierte Sicherheitsscanner zunächst schwer als bösartig zu identifizieren. Fachleute weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass neuere Versionen wie npm 12 nicht genehmigte Installationsskripte standardmäßig blockieren, was einen wichtigen Schutzmechanismus gegen derartige Preinstall-Attacken darstellt.

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