npm-Sicherheit: 800 bösartige Pakete mit RAT-Malware entdeckt
Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 00:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsforscher haben eine massive Supply-Chain-Attacke aufgedeckt: Rund 800 bösartige npm-Pakete infizieren Entwickler mit plattformübergreifender Schadsoftware. Die Kampagne zielt auf Windows-, macOS- und Linux-Systeme und nutzt ausgeklügelte Verteilmechanismen, um Remote-Access-Trojaner (RATs) und Datendiebstahl-Tools einzuschleusen.
KI-generierte Tarnung und Multi-Plattform-Strategie
Die Angreifer setzen auf einen Downloader namens WEL1DROPPER, der über Cloudflare Workers und DNS-TXT-Einträge die Schadsoftware ausliefert. Besonders perfide: Künstliche Intelligenz generiert Paketnamen und README-Anleitungen, um Entwickler zur manuellen Installation zu verleiten.
Das Schadprogramm verhält sich je nach Betriebssystem unterschiedlich:
- Windows: Manipulation von Event Tracing for Windows (ETW) und Antimalware Scan Interface (AMSI), um Sicherheitsüberwachung zu umgehen
- macOS: Nutzung von LaunchAgents für dauerhafte Installation
- Linux: ELF-Dateien mit UPX-Packing und dem Sliver-Framework
Branchenkenner vermuten, dass russische Finanzinstitute das Hauptziel sein könnten. Die Kampagne gilt als Weiterentwicklung der bereits bekannten Bedrohungsgruppe Moika.
CHAINDROP-Wurm: 400 Pakete kompromittiert
Nur wenige Tage zuvor, am 4. August 2026, hatten Sicherheitsanalysten einen weiteren schwerwiegenden Angriff aufgedeckt: Der selbstverbreitende npm-Wurm CHAINDROP infizierte über 400 Pakete, darunter stark frequentierte Bibliotheken wie Keyv und cacheable-request mit zusammen mehr als einer Milliarde Downloads pro Monat.
CHAINDROP stiehlt npm-Zugangsdaten und GitHub-Tokens, um Repositories zu infizieren und manipulierte Versionen vertrauenswürdiger Pakete zu veröffentlichen. Die Auslösung erfolgt über Preinstall-Hooks in den Paketkonfigurationen. Als Besonderheit nutzt der Wurm Ethereum-Smart-Contracts für seine Command-and-Control-Infrastruktur. Sicherheitsexperten empfehlen, Preinstall-Hooks zu blockieren – eine Funktion, die neuere Versionen des npm-Paketmanagers bieten.
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Weitere Bedrohungen im Cyberraum
Die Entdeckung reiht sich in eine Welle von Sicherheitsmaßnahmen ein:
Phishing-Infrastruktur zerschlagen: Am 20. Juli 2026 beschlagnahmten Behörden in Frankfurt über 200 Server des Kratos-Phishing-Kits (auch SneakyLog genannt). Trotz der Aktion und Festnahmen von Entwicklern in Indonesien bleiben rund 1.800 Kopien des Kits bei Abonnenten im Umlauf.
Neue Schwachstellen im KEV-Katalog: Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA nahm am 27. Juli 2026 zwei schwerwiegende Fehler in ihren Katalog bekannter ausgenutzter Schwachstellen auf: eine nicht authentifizierte Command-Injection in Arista VeloCloud Orchestrator (CVE-2026-16812) sowie einen Persistenz-Fehler in FortiOS (CVE-2025-68686).
Besonders perfide Phishing-Methoden und psychologische Tricks machen es Angreifern oft leicht, trotz technischer Hürden erfolgreich zu sein. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Anti-Phishing-Paket, wie Sie die Abwehrstrategien in Ihrem Unternehmen in vier Schritten optimieren. Kostenloses Anti-Phishing-Paket für Unternehmen sichern
Jahrzehntealte Kernel-Lücke: Seit Juli 2026 patchen Distributionsbetreuer die 16 Jahre alte Schwachstelle Januscape (CVE-2026-53359). Der Use-after-Free-Fehler im Linux-Kernel könnte Virtual-Machine-Escapes in Cloud-Umgebungen ermöglichen.
Ransomware-Boom in Lateinamerika
Marktforscher beobachten zudem einen starken Anstieg der Cyberkriminalität in bestimmten Regionen. Brasilien verzeichnete im ersten Quartal 2026 mehr als die Hälfte aller Ransomware-Vorfälle im lateinamerikanischen Gesundheitssektor. Die Erpressungsversuche nehmen in der gesamten Region deutlich zu – ein alarmierender Trend, der auch europäische Unternehmen vor neue Herausforderungen stellt.
