NRW-Sportgrundschulen, Zertifikate

NRW-Sportgrundschulen: 14 neue Zertifikate fördern Talente schon früh

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 13:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Zertifizierte Grundschulen kooperieren mit Sportschulen, während neue Förderklassen und Programme in mehreren Bundesländern geplant sind.

NRW zeichnet 14 Grundschulen für frühe Sportförderung aus
Eine leere, helle Schulturnhalle mit poliertem Holzboden und ordentlich gestapelten Sportmatten. Illustration mit AI erstellt.

Mit der Vergabe neuer Zertifikate für sportorientierte Bildungseinrichtungen setzt das Land Nordrhein-Westfalen verstärkt auf eine frühzeitige Verzahnung von Primarstufe und professioneller Nachwuchsförderung.

Ein zentrales Beispiel für diese Entwicklung ist die Otfried-Preußler-Grundschule in Duisburg-Meiderich, die als eine der ersten 14 Einrichtungen im Bundesland das Label „NRW-Sportgrundschule“ erhalten hat. Die Auszeichnung unterstreicht das Bestreben, sportliche Talente bereits im Grundschulalter systematisch zu identifizieren und zu unterstützen.

Frühzeitige Kooperationen im Primarbereich

An der Otfried-Preußler-Grundschule werden derzeit 382 Schüler unterrichtet. Ein wesentlicher Bestandteil des neuen Profils ist die enge Zusammenarbeit mit der Gesamtschule Meiderich, die bereits als eine von 18 NRW-Sportschulen etabliert ist. Ziel dieses Verbundes ist die frühe Sichtung von Talenten, um einen fließenden Übergang in die weiterführende Sportförderung zu ermöglichen.

Ähnliche Strukturen weist der Grundschulverbund Wellensiek-Hoberge-Uerentrup in Bielefeld auf. Wie am 7. September 2026 im Rahmen der Zertifizierung in Düsseldorf bekannt wurde, gehört auch diese Einrichtung zum Kreis der ersten 14 NRW-Sportgrundschulen.

Der Verbund arbeitet seit 2023 mit dem Helmholtz-Gymnasium zusammen, das Teil des Netzwerks der NRW-Sportschulen ist. Zur Intensivierung der motorischen Ausbildung unterstützt seit 2023 wöchentlich ein Athletiktrainer den Sportunterricht ab der zweiten Klassenstufe.

Erweiterung der Förderstrukturen und Wettbewerbserfolge

Die Expansion sportlicher Profile zeigt sich auch in der Planung neuer Fachklassen. In Leverkusen befürwortet der Bildungsausschuss die Einrichtung einer Sportförderklasse an der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Rheindorf. Diese soll zum Schuljahr 2027/2028 im fünften Jahrgang als Ableger der NRW-Sportschule Landrat-Lucas-Gymnasium starten.

Das Konzept sieht zusätzliche Sportstunden und Athletikunterricht vor, wobei Partner wie Bayer 04 Leverkusen und der Olympiastützpunkt Rheinland eingebunden werden sollen.

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Die Leistungsfähigkeit bestehender Sportprofile verdeutlichen aktuelle Erfolge in bundesweiten Wettbewerben. Das U13-Team des Landrat-Lucas-Gymnasiums sicherte sich beim DFB-Schulcup in Frankfurt den Titel. Nach einem 0:3-Rückstand im Spiel gegen Rheinland-Pfalz siegte die Mannschaft mit 4:3 und setzte sich im Finale gegen Karlsruhe nach Elfmeterschießen mit 6:5 durch.

Auch das Bernhard-von-Cotta-Gymnasium in Brand-Erbisdorf konnte sich im Jahr 2026 profilieren: Die Mannschaften im Fußball (weiblich U18) und Hockey (männlich U16) erreichten beim Bundesfinale „Jugend trainiert für Olympia und Paralympics“ Plätze unter den besten zwölf Teams Deutschlands.

Landesweite Programme und infrastrukturelle Investitionen

Über punktuelle Auszeichnungen hinaus planen Bundesländer wie Hessen systematischer Tests der motorischen Grundfertigkeiten. Sportministerin Diana Stolz kündigte an, dass ab November 2026 das Programm „Löwen, los!“ startet. Dabei werden Zweitklässler in acht Disziplinen, darunter ein 20-Meter-Sprint und Rückwärtsbalancieren, getestet. Bei Förderbedarf sollen jährlich 100 kostenlose Kurse der Sportjugend Hessen zur Verfügung stehen.

Flankiert werden diese Programme durch Investitionen in die schulische Infrastruktur. An der Anne-Frank-Schule in Linden wurde im Rahmen eines seit 2018 laufenden Programms eine Seilnetzpyramide für rund 60.000 Euro errichtet. In Ungarn investierte die Audi Hungaria Deutsche Schule Gy?r nahezu 30 Millionen Forint in die Modernisierung ihres Sportplatzes mit einem neuen Synthetikbelag, finanziert durch Eigenmittel und staatliche Förderung.

Ganzheitliche Bildungsprofile

Die Verbindung von Sport mit anderen Schwerpunkten oder sozialen Zielen bleibt ein zentraler Trend. In Osnabrück erhielt die Ballschule BaKoS für das Projekt „Sport vernetzt“ den mit 6.000 Euro dotierten Sonderpreis des Niedersächsischen Integrationspreises 2026. Parallel dazu werden Schulen für ihre Leistungen in anderen Fachbereichen geehrt: Das Julius-Motteler-Gymnasium Crimmitschau erhielt zum fünften Mal in Folge das Siegel „MINT-freundliche Schule“, eine Auszeichnung, die in Sachsen lediglich drei weitere Einrichtungen tragen.

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Auch die Private Zweisprachige Grundschule Dr. Jordan in Hessen wurde als eine von neun Grundschulen des Landes mit diesem Siegel ausgezeichnet, was die zunehmende Spezialisierung im Bildungswesen verdeutlicht.

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