NĂŒsse gegen Bluthochdruck: 30 Gramm tĂ€glich senken das Risiko um 26 Prozent
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 19:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deEine Meta-Analyse unter der Leitung eines Forscherteams um Sina Naghshi zeigt auf, welchen messbaren Einfluss der tÀgliche Konsum von Vollkornprodukten auf kardiovaskulÀre Risikomarker hat.
Die im Fachblatt European Heart Journal publizierte Auswertung von 87 klinischen Studien mit insgesamt 6529 Teilnehmern beziffert den stĂ€rksten Schutzeffekt bei einer tĂ€glichen Zufuhr von 60 bis 100 Gramm Vollkorn im Trockengewicht. Dies entspricht nach EinschĂ€tzung der EuropĂ€ischen Gesellschaft fĂŒr Kardiologie (ESC) etwa vier bis sechs Portionen pro Tag.
Signifikante Effekte auf Blutdruck und Stoffwechsel
Die Daten des Teams um Sina Naghshi weisen eine hohe Evidenzsicherheit fĂŒr positive Effekte des Vollkornkonsums auf das Körpergewicht, den Bauchumfang, das Gesamtcholesterin sowie das EntzĂŒndungsmerkmal Interleukin-6 nach.
Eine moderate Sicherheit besteht den Analysen zufolge hinsichtlich einer Absenkung von LDL-Cholesterin, Triglyceriden, NĂŒchternblutzucker und des oberen Blutdruckwerts. Konkret ergaben die Berechnungen, dass pro 48 Gramm zusĂ€tzlichem Vollkorn am Tag das Körpergewicht im Schnitt um 0,20 Kilogramm, der Taillenumfang um 0,22 Zentimeter und der obere Blutdruckwert um 0,82 mmHg sanken.
Als geeignete Vollkornlieferanten nennen die Forscher unter anderem Haferflocken, Naturreis, Vollkornbrot, Gerste und Vollkornnudeln. Berichten zufolge senkt diese Spanne von 60 bis 100 Gramm Vollkorn pro Tag den Blutdruck und verbessert die Cholesterinwerte spĂŒrbar.
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NĂŒsse als weitere GefĂ€ĂstĂŒtze
Neben Vollkorn heben aktuelle Auswertungen die Rolle weiterer Lebensmittelgruppen fĂŒr die GefĂ€Ăgesundheit hervor. Ein Autorenteam einer im British Journal of Nutrition veröffentlichten Meta-Analyse untersuchte acht Langzeitstudien mit 143.380 Teilnehmern im Alter von 18 bis 87 Jahren, von denen 20.665 eine Bluthochdruck-Diagnose aufwiesen. Die zugrundeliegenden Untersuchungen stammten aus den USA, Frankreich, Spanien, SĂŒdkorea, China und dem Iran.
Dabei war der Verzehr von 30 Gramm NĂŒssen pro Tag im Vergleich zum Verzicht auf NĂŒsse mit einem um 26 Prozent geringeren Bluthochdruck-Risiko verbunden. Pro 28 Gramm NĂŒsse zusĂ€tzlich tĂ€glich errechneten die Autoren eine Reduktion des Risikos um 20 Prozent; die Gruppe mit dem höchsten Konsum verzeichnete ein um 16 Prozent geringeres Risiko als jene mit dem niedrigsten Verzehr.
Bei Mengen von 25 Gramm oder weniger fiel der Effekt geringer aus, wÀhrend oberhalb von 35 Gramm tÀglich kein zusÀtzlicher Nutzen beobachtet wurde. Als mögliche Mechanismen gelten unter anderem Inhaltsstoffe wie L-Arginin, ungesÀttigte Fette, Ballaststoffe, Antioxidantien sowie Kalium und Magnesium.
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Risiken verarbeiteter ZusÀtze und ganzheitliche Muster
WĂ€hrend Vollkorn und NĂŒsse Risikomarker dĂ€mpfen, rĂŒcken Konservierungsstoffe in den Fokus der Forschung. Eine Untersuchung der Kohortenstudie NutriNet-SantĂ© an der UniversitĂ€t Sorbonne Paris Nord mit mehr als 112.000 Teilnehmern ĂŒber einen Beobachtungszeitraum von fast acht Jahren ergab, dass die höchste Aufnahme von Konservierungsstoffen ohne antioxidative Wirkung mit einer um 29 Prozent höheren HĂ€ufigkeit von Bluthochdruck und einem 16 Prozent höheren Risiko fĂŒr kardiovaskulĂ€re Erkrankungen einherging. Bei Konservierungsstoffen mit antioxidativer Wirkung war die Hypertonie-HĂ€ufigkeit um 22 Prozent erhöht.
ErnĂ€hrungswissenschaftler betonen vor diesem Hintergrund ganzheitliche AnsĂ€tze. Nach EinschĂ€tzung des Kardiologen Dariush Mozaffarian von der Tufts School of Medicine hĂ€ngen chronische Krankheiten wie Schlaganfall und Herzinfarkt primĂ€r mit ĂŒbergeordneten ErnĂ€hrungsmustern zusammen und nicht isoliert mit einzelnen NĂ€hrstoffen. Dies deckt sich mit Analysen des Deutschen Zentrums fĂŒr Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), wonach mehrere vollwertige ErnĂ€hrungsmuster gemeinsame Schutzmechanismen im Körper ansprechen.
