Nvidia-Expansion, Zwei-Milliarden-Fabrik

Nvidia-Expansion: Zwei-Milliarden-Fabrik in Texas mit 1000 Jobs

17.06.2026 - 04:05:25 | boerse-global.de

Nvidia baut mit Milliardenprojekten in Texas, Kasachstan und Südkorea seine globale KI-Infrastruktur massiv aus.

Nvidia investiert Milliarden in KI-Fabriken weltweit
Nvidia-Expansion - A close-up of a glowing, futuristic semiconductor wafer with intricate circuits, symbolizing AI manufacturing and technology. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Gleich mehrere Milliardenprojekte in Texas, Kasachstan und Südkorea sollen die Produktion und Rechenkapazität für Künstliche Intelligenz drastisch erhöhen. Im Zentrum steht der Bau sogenannter „KI-Fabriken", die Hardware-Fertigung und Hochleistungsrechnen direkt verbinden.

Texas: 1000 neue Jobs durch Chip-Werk

Am Dienstag feierten Nvidia und der Zulieferer Coherent in Sherman, Texas, den ersten Spatenstich für eine erweiterte Halbleiterfabrik. Das Investitionsvolumen beträgt zwei Milliarden Euro – umgerechnet rund 1,85 Milliarden Euro. Das Werk soll optische Komponenten für die ultraschnelle Datenübertragung zwischen KI-Chips produzieren.

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Im Fokus steht die Fertigung von 6-Zoll-Indiumphosphid-Wafern. Diese sind essenziell für die Laser-Technologie, die das Rückgrat großer KI-Cluster bildet. Die Fabrik wird voraussichtlich 1000 Arbeitsplätze in der Region schaffen, davon über 550 in der direkten Fertigung und Technik.

Besonders bemerkenswert: Nvidia setzt in der Produktion selbst auf KI-gesteuerte Prozesse. Dadurch soll der Stromverbrauch um bis zu 50 Prozent sinken, während die Wafer-Produktion vervierfacht wird.

Das Projekt wird durch einen 50-Millionen-Dollar-Zuschuss aus dem US-Chipgesetz (CHIPS Act) unterstützt. Hinzu kommen rund 20 Millionen Dollar aus Programmen des Bundesstaates Texas. Nvidia-Chef Jensen Huang betonte bei der Zeremonie, dass solche Investitionen zeigten, wie KI das verarbeitende Gewerbe ankurbeln könne – statt lediglich Arbeitsplätze zu ersetzen.

Kasachstan: Datenzentrum für zehn Milliarden Euro

Noch einen Schritt weiter geht ein Abkommen, das Kasachstan am Montag unterzeichnete. Gemeinsam mit dem Nvidia-Partner Firebird entsteht in Ekibastus ein riesiges „Data Center Valley". Das Gesamtvolumen liegt bei umgerechnet knapp 9,3 Milliarden Euro.

Das Projekt ist in zwei Phasen geplant. In der ersten Stufe fließen rund 465 Millionen Euro, wobei der staatliche Telekomkonzern Kazakhtelecom eine Milliarde Euro für die nötige Infrastruktur bereitstellt. Bereits 2027 sollen 125 Megawatt Rechenleistung ans Netz gehen.

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Langfristig ist auf dem 1400 Hektar großen Gelände eine Kapazität zwischen 300 Megawatt und einem Gigawatt geplant. Dort sollen bis zu 100.000 Nvidia-GPUs der neuesten Generationen GB300 und Vera Rubin unterkommen. Die kasachische Regierung erwartet durch das Projekt jährliche Exporteinnahmen von mindestens 2,8 Milliarden Euro.

Südkorea: Partnerschaften für Roboter und Speicher

Auch in Asien baut Nvidia seine Position weiter aus. Bereits Anfang Juni weitete der Konzern seine Zusammenarbeit mit der LG Group aus. Gemeinsam wollen sie humanoide Roboter und autonome KI-Fabriken entwickeln. LG standardisiert dafür seine Betriebsabläufe auf Nvidia-Hardware und nutzt eigene Kühltechnologien für modulare Datenzentren mit bis zu 100.000 GPUs.

Weitere Allianzen in Südkorea umfassen:

  • SK hynix: Mehrjährige Technologiepartnerschaft für Speicherlösungen der Vera-Rubin- und Vera-CPU-Architekturen sowie für Jetson-Thor-Systeme.
  • NAVER: Ausbau der KI-Infrastruktur mit Nvidia DSX, beginnend mit einer 55-Megawatt-Anlage in Sejong. Langfristiges Ziel ist die Gigawatt-Klasse.
  • Hyundai: Kooperation bei KI-gesteuerter Fertigung und Mobilitätslösungen.

HPE: Neue KI-Fabrik für Unternehmen

Parallel dazu kündigten Nvidia und Hewlett Packard Enterprise auf der HPE-Discover-Konferenz in Las Vegas den Ausbau der HPE AI Factory an. Neue Integrationen umfassen das Nvidia Agent Toolkit für private Clouds sowie die BlueField-3-DPUs und Spectrum-X-Ethernet-Technologie in HPE-Lösungen.

Der HPE ProLiant Compute DL394 Gen12 mit Nvidia Vera CPU soll ab 2027 verfügbar sein. Damit adressieren die Partner gezielt Unternehmen, die eigene KI-Infrastruktur aufbauen wollen – ein Markt, der nach Einschätzung von Branchenkennern in den kommenden Jahren rasant wachsen dürfte.

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