NVIDIA, GB300

NVIDIA GB300: Schmuggelnetzwerk nach China aufgedeckt

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 05:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Taiwanische Behörden decken Netzwerk auf: NVIDIA-Manager sollen GB300-Server illegal nach China exportiert haben.

NVIDIA-Mitarbeiter in Taiwan: Festnahmen wegen KI-Schmuggels nach China
Moderne Server-Racks in einem Rechenzentrum mit blauer Beleuchtung, die technologische Infrastruktur symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die taiwanische Staatsanwaltschaft hat am 29. Juli die aktive Untersuchung eines Schmuggelnetzwerks bestätigt, das hochmoderne KI-Server des Typs NVIDIA GB300 unter Umgehung bestehender Exportbeschränkungen nach China geliefert haben soll. Den Ermittlungen zufolge wurden komplexe Strukturen mit Briefkastenfirmen genutzt, um die Hardware an den sanktionierten Bestimmungsort umzuleiten.

Festnahmen in der Führungsebene von NVIDIA

Im Zuge der sich ausweitenden Ermittlungen kam es in den vergangenen Tagen zu mehreren Festnahmen hochrangiger Mitarbeiter. Am 28. Juli nahmen die Behörden einen leitenden Business-Development-Manager von NVIDIA fest. Ihm wird vorgeworfen, gefälschte Endverbleibserklärungen für die Endbenutzer abgezeichnet zu haben, um den illegalen Export der GB300-Server nach China zu verschleiern.

Bereits am 24. Juli war ein weiterer hochrangiger Vertriebsmanager des Unternehmens mit dem Nachnamen Chang festgenommen worden. Er soll über einen Zeitraum von drei Jahren dabei geholfen haben, die Server über Japan und Hongkong nach China zu leiten. Am selben Tag führten die taiwanischen Behörden zudem eine Durchsuchung der NVIDIA-Büroräume in Taipeh durch, um weiteres Beweismaterial zu sichern.

Netzwerk über Drittstaaten und gefälschte Dokumente

Die Dimensionen des Falls wurden durch weitere Details der Staatsanwaltschaft deutlich. Insgesamt wurden am 24. Juli sieben Personen festgenommen. Neben den NVIDIA-Mitarbeitern befanden sich darunter zwei Angestellte von Super Micro sowie eine Person von Albatron Technology. Den Beschuldigten wird zur Last gelegt, Dokumente manipuliert zu haben, um etwa 50 Server mit einem Gesamtwert von rund 21 Millionen US-Dollar illegal zu verschiffen.

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Die Untersuchung der Behörden hatte bereits im Frühjahr zu ersten Ergebnissen geführt. Im Mai beschlagnahmte die Staatsanwaltschaft etwa 50 Server im Wert von rund 21 Millionen US-Dollar und nahm in diesem Zusammenhang bereits zu einem früheren Zeitpunkt Mitarbeiter von Super Micro fest. Der Ausgangspunkt der gesamten Ermittlungen war dabei ungewöhnlich: Laut Behördenangaben begannen die Untersuchungen ursprünglich mit einer Razzia im Drogenmilieu, in deren Verlauf Beweise für das Schmuggelnetzwerk entdeckt wurden.

NVIDIA distanziert sich von Schmuggelpraktiken

NVIDIA äußerte sich am 24. Juli zu den laufenden Ermittlungen und der Aufdeckung des Netzwerks. Das Unternehmen stellte klar, dass Schmuggel für den Konzern nicht hinnehmbar sei und man solche Aktivitäten strikt ablehne. Zudem betonte das Unternehmen, dass umgeleitete Produkte grundsätzlich keinen technischen Support oder Garantieleistungen erhalten würden.

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Die Ermittlungen konzentrieren sich nun darauf, wie lange das Netzwerk bereits aktiv war und ob weitere Akteure in der Lieferkette in die fälschung der Exportdokumente involviert waren. Die Staatsanwaltschaft prüft zudem, inwieweit die beteiligten Unternehmen ihre internen Kontrollmechanismen zur Einhaltung von Exportrichtlinien verletzt haben könnten.

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