Nvidia kooperiert mit d-Matrix: KI-Inferenz zehnmal schneller
Veröffentlicht am: 09.07.2026 um 05:25 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Gemeinsam liefern sie ein System für KI-Inferenz aus – eine strategische Kehrtwende des Marktführers.
Bislang galt Nvidia als Alleinherrscher im KI-Chip-Markt. Doch die Konkurrenz schläft nicht: Spezialisierte Startups wie d-Matrix entwickeln eigene Beschleuniger, die in bestimmten Bereichen effizienter arbeiten. Statt diese Konkurrenz zu bekämpfen, setzt Nvidia nun auf Kooperation.
Aufgeteilte Rechenarbeit für mehr Effizienz
Das Herzstück der Zusammenarbeit ist ein Verfahren namens „Heterogeneous Disaggregated Inference“. Die Idee: Verschiedene Chips übernehmen unterschiedliche Aufgaben. Nvidias Hopper- und Blackwell-GPUs kümmern sich um die Vorbereitung der KI-Anfragen (Prefill-Phase). d-Matrix‘ Corsair-Beschleuniger übernehmen die eigentliche Antwort-Generierung (Decode-Phase).
Diese Arbeitsteilung soll große KI-Modelle deutlich effizienter machen. „Wir wollen Teil der neuen Hardware-Ökosysteme bleiben – auch wenn das bedeutet, mit Wettbewerbern zusammenzuarbeiten“, erklärt Dion Harris, Senior Director bei Nvidia.
Leistungssprung bei geringeren Kosten
Der Corsair-Chip von d-Matrix basiert auf dem N6-Fertigungsprozess von TSMC und nutzt eine digitale In-Memory-Compute-Architektur (DIMC). Die Ergebnisse können sich sehen lassen:
- Bis zu zehnmal schnellere Token-Generierung als bei Standard-Konfigurationen
- Etwa ein Drittel der Kosten herkömmlicher Systeme
- Bis zu fünfmal geringerer Energieverbrauch
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Für Betreiber großer Rechenzentren sind das entscheidende Vorteile. Stromkosten und Kühlung machen einen erheblichen Teil der Betriebsausgaben aus.
Erster Kunde steht bereits fest
Parasail, ein Betreiber von über 40 Rechenzentren in 15 Ländern, wird das neue System als Erster einsetzen. Der Betrieb soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 anlaufen. Das System ist bereits jetzt für qualifizierte Kunden verfügbar.
Für d-Matrix ist die Partnerschaft ein Prestige-Erfolg. Das Startup sammelte im November 2025 275 Millionen Euro ein – damals wurde das Unternehmen mit rund zwei Milliarden Euro bewertet. Die Zusammenarbeit mit Nvidia verleiht dem jungen Unternehmen nun zusätzliche Glaubwürdigkeit.
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Nvidias Strategie: Absicherung nach allen Seiten
Die Nvidia-Aktie notierte am Tag der Ankündigung bei rund 197 Euro. Analysten bleiben optimistisch: Das durchschnittliche Kursziel liegt bei etwa 309 Euro, die Mehrheit bewertet die Aktie mit „Strong Buy“.
Der Schritt zeigt: Selbst der dominierende Player im KI-Chip-Markt kann es sich nicht leisten, neue Entwicklungen zu ignorieren. Stattdessen setzt Nvidia auf eine Doppelstrategie: eigene Innovationen vorantreiben – und gleichzeitig mit potenziellen Konkurrenten kooperieren. Ein riskanter, aber kluger Schachzug.
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