Nvidia, Rubin-Ultra

Nvidia Rubin-Ultra: HBM-Speicher schrumpft von 1 TB auf 256 GB

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 09:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nvidia plant offenbar, die Speicherbestückung seiner Rubin-Ultra-Plattform deutlich zu verringern. Grund sind explodierende HBM-Preise, die die Fertigungskosten massiv erhöhen.

Nvidia erwägt drastische HBM-Reduktion bei Rubin-Ultra-Plattform
Nahaufnahme einer hochmodernen Server-Platine mit Speicherchips in einem Rechenzentrum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Angesichts drastisch gestiegener Preise für Speicherkomponenten erwägt der US-Chipdesigner Nvidia Berichten zufolge eine deutliche Reduzierung der Speicherkapazität bei seiner kommenden Rubin-Ultra-Plattform.

Wie Marktbeobachter Mitte August 2026 mitteilten, könnte die Bestückung mit High Bandwidth Memory (HBM) von ursprünglich geplanten einem Terabyte auf lediglich 192 bis 256 Gigabyte des Typs HBM4E schrumpfen. Hintergrund dieser Überlegungen ist der enorme Kostendruck in der Fertigung.

HBM als entscheidender Kostenfaktor in der Produktion

Nach Analysen der Investmentbank UBS machen die Kosten für HBM-Speicher mittlerweile rund 62 Prozent der gesamten Fertigungskosten eines Vera-Rubin-Systems aus. Die Experten beziffern die reinen Herstellungskosten pro Einheit auf 38.902 US-Dollar.

Die Entwicklung reflektiert eine allgemeine Preisexplosion am Speichermarkt: Innerhalb der letzten zwölf Monate sind die Preise für Speicherchips um etwa 500 Prozent gestiegen. Damit liegen sie zeitweise beim Zehnfachen der bisherigen historischen Tiefstpreise. Ein konkretes Beispiel für diese Entwicklung ist der Preis für 128 Gigabyte DDR5-Speicher, der zuletzt bei 3.399 US-Dollar lag.

Bereits in der ersten Jahreshälfte 2026 verzeichnete der Markt für DDR5-Speicher massive Preissprünge. Im ersten Quartal stiegen die Preise im Vergleich zum Vorquartal um 93 bis 98 Prozent, gefolgt von einem weiteren Anstieg um 58 bis 63 Prozent im zweiten Quartal.

Strategiewechsel bei führenden Speicherherstellern

Die extreme Preisdynamik führt zu einer strategischen Neuausrichtung bei den großen Halbleiterproduzenten. Sowohl Samsung als auch SK hynix priorisieren derzeit die Produktion von DDR5-Speicher, da die dort erzielbaren Margen mittlerweile das Niveau von HBM-Produkten erreicht haben. Branchenbeobachter stellten fest, dass Server-DRAM seit dem Frühjahr 2026 profitabler ist als die spezialisierten HBM-Lösungen.

Trotz dieser Verschiebung investieren die Unternehmen massiv in den Ausbau ihrer Kapazitäten. SK hynix kündigte Investitionen in Höhe von 38,3 Milliarden US-Dollar in neue Fabriken an.

Anzeige

Während die Hardware-Preise steigen, wachsen auch die technologischen Risiken für Firmen durch neue KI-Gesetze und Cyber-Bedrohungen. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Pflichten und Risiken Unternehmer jetzt kennen müssen. Cyber Security Awareness Trends kostenlos herunterladen

Allein im ersten Halbjahr 2026 investierte Samsung 25,603 Billionen Won in seine Chip-Anlagen, was einer Steigerung von 23,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. SK hynix steigerte seine Anlageninvestitionen im selben Zeitraum um 56,4 Prozent auf 17,595 Billionen Won.

Finanzielle Rekordergebnisse und Marktausblick

Die Marktsituation spiegelt sich in den Geschäftszahlen der Hersteller wider. Micron meldete für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatzanstieg von 346 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 41,5 Milliarden US-Dollar bei einer Bruttomarge von 84,9 Prozent.

Analysten von UBS gehen davon aus, dass die Bruttomarge für Standard-DRAM bei Micron, die im Jahr 2025 noch bei 44 Prozent lag, bis zum Jahr 2027 auf 95 Prozent steigen könnte.

Anzeige

Wer sich mit der Sicherung seiner digitalen Infrastruktur befasst, sollte auch die menschliche Komponente und aktuelle Cyber-Trends nicht vernachlässigen. Erfahren Sie im kostenlosen E-Book, wie Sie Sicherheitslücken proaktiv schließen und Ihr Unternehmen langfristig schützen. Jetzt Gratis-E-Book zur IT-Sicherheit sichern

Auch SK hynix verzeichnete im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatzsprung von 257 Prozent, während der Betriebsgewinn um 557 Prozent zulegte.

Interessant ist dabei die Verschiebung der Kundenstruktur: Während Nvidia im Jahr 2025 noch für 24 Prozent des Umsatzes von SK hynix verantwortlich war, sank dieser Anteil im ersten Halbjahr 2026 auf 13,35 Prozent. Bei Samsung gehört Nvidia derzeit nicht zu den fünf größten Kunden.

Technologische Trends und langfristige Prognosen

Für die kommende Generation HBM4 zeichnen sich unterschiedliche technologische Ansätze ab. Während SK hynix und Micron hierbei mit dem Auftragsfertiger TSMC kooperieren, prüft Samsung den Einsatz eines hauseigenen 2-Nanometer-Prozesses für die Basis-Dies in einer neuen Fabrik in Giheung. Diese Anlage wird voraussichtlich in etwa zwei Jahren den Betrieb aufnehmen.

Marktforscher von TrendForce prognostizieren, dass HBM bis zum Jahr 2027 etwa 30 Prozent der DRAM-Kapazität der drei größten Hersteller beanspruchen wird, dabei jedoch nur 13 Prozent der gelieferten Bits ausmacht. Es wird erwartet, dass das globale DRAM-Angebot die Nachfrage erst im Jahr 2028 wieder leicht übersteigen wird. Bis dahin rechnen Analysten mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate der Bit-Nachfrage bei Server-DRAM und HBM von 37,4 Prozent.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 69962934 |