Nvidia, Unitree

Nvidia und Unitree: H2-Plus-Roboter fĂŒr Stanford und ETH ab Ende 2026

Veröffentlicht am: 01.06.2026 um 10:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nvidia und Unitree kooperieren bei humanoider Robotik. Unitree strebt Börsengang in Shanghai an, wÀhrend Exportkontrollen das GeschÀft erschweren.

Nvidia und Unitree: H2-Plus-Roboter fĂŒr Stanford und ETH ab Ende 2026 Illustration mit AI erstellt.
Nvidia und Unitree: H2-Plus-Roboter fĂŒr Stanford und ETH ab Ende 2026 Illustration mit AI erstellt.

Auf der Computex in Taipeh gaben die Unternehmen eine strategische Partnerschaft bekannt – mit weitreichenden Folgen fĂŒr die Forschung und den globalen Technologiemarkt.

Standardisierte Plattform fĂŒr die Forschung

Im Zentrum der Kooperation steht der H2 Plus, ein Referenzdesign fĂŒr humanoide Roboter, das speziell fĂŒr akademische Einrichtungen entwickelt wurde. Die Plattform kombiniert Unitrees H2-Chassis mit Nvidias Jetson-Thor-Hardware, die auf der Blackwell-GPU-Architektur basiert und beeindruckende 2.070 FP4 TFLOPS Rechenleistung bietet.

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Der Roboter verfĂŒgt ĂŒber 75 Freiheitsgrade und nutzt RoboterhĂ€nde des singapurischen Unternehmens Sharpa. Die ersten Exemplare sollen noch in diesem Jahr an renommierte Forschungseinrichtungen wie die Stanford University, die ETH ZĂŒrich und das Allen Institute for AI ausgeliefert werden. Der regulĂ€re Verkauf an Forschungseinrichtungen ist fĂŒr Ende 2026 geplant.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Cybersicherheit: Nvidias Blackwell-Chips sollen Software-Updates authentifizieren – ein entscheidender Schritt fĂŒr den sicheren Einsatz in sensiblen Forschungsumgebungen.

Unitree geht an die Börse

Parallel zur Nvidia-Partnerschaft hat Unitree einen Börsengang in Shanghai beantragt. Das Unternehmen will rund 4,2 Milliarden Yuan (etwa 620 Millionen Euro) am STAR-Markt einsammeln. Die Zahlen zeigen: Das GeschÀft mit humanoiden Robotern boomt. Der Umsatzanteil dieses Segments stieg von 27,6 Prozent im Jahr 2024 auf 51,5 Prozent in den ersten neun Monaten 2025.

Unitree hat sich mit ĂŒber 5.500 ausgelieferten Einheiten im Jahr 2025 einen globalen Marktanteil von rund 32,4 Prozent gesichert. Mehr als 40 Prozent des Umsatzes erzielt das Unternehmen außerhalb Chinas – ein Beleg fĂŒr die internationale Nachfrage.

Strengere Exportkontrollen belasten das GeschÀft

Die Partnerschaft fĂ€llt in eine Zeit wachsender regulatorischer Spannungen. Erst am 31. Mai 2026 verschĂ€rfte das US-Handelsministerium die Exportbestimmungen: FĂŒr den Verkauf von Hochleistungs-KI-Prozessoren wie Nvidias Blackwell- und Rubin-Chips an chinesische Unternehmen ist nun eine Lizenz erforderlich – selbst wenn der Kauf ĂŒber Tochtergesellschaften in Malaysia oder Singapur abgewickelt wird.

Hinzu kommt ein Gesetzesentwurf in den USA, der US-amerikanischen Forschern die Nutzung von Unitree-Robotern verbieten soll. Hintergrund sind angebliche Verbindungen des Unternehmens zur chinesischen Regierung.

Nvidias Vision: Der 40-Billionen-Dollar-Markt

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Die Kooperation ist Teil von Nvidias Strategie im Bereich „Physical AI“ – einem Markt, den CEO Jensen Huang auf bis zu 40 Billionen US-Dollar schĂ€tzt. Erst am 31. Mai stellte Nvidia das KI-Modell Cosmos 3 vor, das Robotern beibringen soll, komplexe BewegungsablĂ€ufe wie Gelenkwinkel oder Greifpositionen selbststĂ€ndig zu generieren.

Unitree erweitert unterdessen sein Produktportfolio rasant. Der R1-Entwicklungsroboter ist bereits auf AliExpress fĂŒr umgerechnet rund 6.800 bis 8.150 Euro erhĂ€ltlich. Und mit dem GD01 prĂ€sentierte das Unternehmen am 1. Juni einen transformierenden „Mecha“-Roboter fĂŒr knapp 574.000 Euro, der zwischen zwei- und vierbeiniger Fortbewegung wechseln kann.

Dass humanoide Roboter lĂ€ngst nicht mehr nur in Laboren oder Fabriken unterwegs sind, zeigte sich Ende Mai in Seoul: Dort liefen Unitree-G1-Roboter bei einer Modenschau von Galaxy Corporation ĂŒber den Laufsteg. Ein eigenes Robotermode-Label soll noch 2026 folgen.

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