Nvidia, Vera-CPU

Nvidia Vera-CPU: Neuer Serverprozessor für China ab August

15.06.2026 - 03:04:44 | boerse-global.de

Nvidia umgeht GPU-Exportbeschränkungen mit dem neuen Vera-Chip für China und sichert sich parallel einen Milliarden-Deal in Australien.

Nvidia verkauft Vera-CPUs in China: Strategie gegen Exportbeschränkungen
Nvidia - Close-up of a server rack with illuminated components, symbolizing AI data centers and advanced computing infrastructure. 15.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Schritt ist eine strategische Antwort auf die anhaltenden Exportbeschränkungen für Hochleistungs-GPUs in die Volksrepublik.

Vera-CPU: Der Plan für den chinesischen Markt

Der Vera-Chip verfügt über 88 Kerne und wird bei TSMC im 3-Nanometer-Verfahren gefertigt. Nvidia positioniert den Prozessor als Alternative für chinesische Kunden, während die Auslieferungen der H200-GPUs aufgrund internationaler Handelsregeln weiterhin blockiert sind.

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Die Preise sind beachtlich: Ein einzelner Chip kostet umgerechnet über 18.500 Euro, ein kompletter Rack mit 256 CPUs schlägt mit rund 9,3 Millionen Euro zu Buche. Die ersten Auslieferungen sollen im August 2026 beginnen.

Das Interesse ist bereits spürbar. Ein großer Cloud-Anbieter soll Berichten zufolge mehr als 300 Dual-Socket-Server zu Testzwecken bestellt haben. Analysten der Bank of America sehen den gesamten adressierbaren Markt für Server-CPUs bis 2030 bei umgerechnet rund 158 Milliarden Euro – ein enormes Wachstumspotenzial für Nvidias Hardware jenseits der GPU-Sparte.

Milliarden-Deal in Australien

Parallel zum China-Vorstoß hat Nvidia am 14. Juni einen sechsjährigen Cloud-Infrastrukturvertrag mit Sharon AI unterzeichnet. Das Abkommen sieht den Aufbau von 72 Megawatt Rechenzentrumskapazität in Australien vor, betrieben mit bis zu 40.000 Grace-Blackwell-GB300-GPUs.

Die Partnerschaft basiert auf einem Revenue-Sharing-Modell, bei dem Nvidia Kreditunterstützung für den Bau sogenannter „AI-Factories" bereitstellt. Sharon AI gab bekannt, dass die Gesamtkapazität nun bei 132 Megawatt liege, wovon 102 Megawatt bereits an Endkunden vergeben seien. Trotz der positiven Nachrichten fiel die Aktie von Sharon AI nach der Bekanntgabe um 7,6 Prozent.

Huang auf diplomatischer Mission

Die Produkteinführungen folgen einer ausgedehnten Asien-Reise von Nvidia-CEO Jensen Huang Ende Mai und Anfang Juni 2026. In Taiwan traf Huang die Spitzenmanager des dortigen „Produktionsimperiums" – darunter die Chefs von TSMC, Foxconn und Quanta. Ziel war es, die Fertigungsbasis für die kommenden Hardware-Generationen abzusichern.

In Südkorea stand die Speicherversorgungskette im Fokus, die für die Produktion von High-Bandwidth-Memory (HBM) entscheidend ist. Am 7. Juni 2026 traf Huang in Seoul mit SK-Group-Chairman Chey Tae-won zusammen. Die Gespräche drehten sich um die Dominanz von SK Hynix im HBM-Markt und die wachsende Konkurrenz durch Samsung, das sich auf die HBM4-Produktion vorbereitet.

Zudem lotet Nvidia „Physical AI"-Partnerschaften mit südkoreanischen Unternehmen wie Hyundai, LG und Naver aus – ein Bereich, der künstliche Intelligenz in industrielle Anwendungen und Robotik integrieren soll.

Starke Zahlen, aber wachsende Risiken

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Nvidias aggressive Expansion fußt auf einer beeindruckenden Finanzentwicklung. Im Januar 2026 meldete das Unternehmen einen Umsatz von 63,4 Milliarden Euro im vierten Quartal und übertraf damit die Analystenerwartungen. Die Rechenzentrumssparte legte um 75 Prozent auf rund 58 Milliarden Euro zu. Für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres prognostiziert Nvidia einen Umsatz von rund 72,6 Milliarden Euro.

Doch die globale Rechenzentrumslandschaft wird zunehmend zum geopolitischen Risikofaktor. Im Februar 2026 attackierten iranische Kräfte AWS-Rechenzentren in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain. In der Folge erklärten einige regionale Akteure, dass die Tech-Infrastruktur großer US-Firmen als militärisches Ziel betrachtet werden könne.

Während die weltweite Rechenzentrumskapazität bis 2030 voraussichtlich um 100 Gigawatt wachsen wird, diversifizieren sich die regionalen Entwicklungen. In der chinesischen Provinz Liaoning soll im zweiten Quartal 2026 der Bau eines neuen grünen KI-Rechenzentrums für umgerechnet rund 130 Millionen Euro beginnen. Die Fertigstellung ist für Anfang 2027 geplant. Südkorea wiederum treibt die Pläne für einen eigenen KI-Industriekomplex in Hanam voran, um sich als führender KI-Standort zu positionieren.

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