Frequenzen, Digitalisierung

O2 schaltet 2G-Netz 2028 ab: Frequenzen für 5G-Ausbau frei

02.06.2026 - 09:48:18 | boerse-global.de

O2 treibt Digitalisierung voran: KI-Partnerschaft, 2G-Abschaltung 2028 und 92% weniger Energie pro Petabyte Daten.

O2 schaltet 2G-Netz 2028 ab: Frequenzen für 5G-Ausbau frei - Bild: über boerse-global.de
O2 schaltet 2G-Netz 2028 ab: Frequenzen für 5G-Ausbau frei - Bild: über boerse-global.de

Der Münchner Telekommunikationsanbieter Telefónica Deutschland (O2) hat gleich mehrere strategische Weichenstellungen für die Zukunft bekannt gegeben. Im Zentrum stehen die Modernisierung der digitalen Systeme, der geplante 2G-Abschaltungstermin und beachtliche Erfolge bei der Energieeffizienz.

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Partnerschaft mit Hansen Technologies ausgeweitet

Bereits am Montag gaben Telefónica Germany und der australische IT-Dienstleister Hansen Technologies die Verlängerung und Ausweitung ihrer strategischen Partnerschaft bekannt. Ziel ist die weitere Transformation der sogenannten Business Support Systems (BSS) – jener Software, die Abrechnung, Produktmanagement und Kundenverwaltung steuert.

Im Fokus steht die Integration von Cloud-nativen, API-basierten und KI-gesteuerten Lösungen. Nach der erfolgreichen Migration von mehreren Millionen Kunden in eine Cloud-native Umgebung will O2 nun zu den ersten Netzbetreibern gehören, die Hansens „agentic AI“-Funktionen im Produktkatalog testen. Dabei handelt es sich um autonome KI-Agenten, die komplexe Betriebsabläufe eigenständig optimieren sollen.

Die erweiterte Nutzung von KI und API-gesteuerten Prozessen soll die Agilität der gesamten IT-Landschaft erhöhen. Das verspricht schnellere Markteinführungen neuer Dienste und effizienteres Kundenmanagement.

2G-Aus: Abschaltung für 2028 angekündigt

Parallel zur Software-Offensive gab das Unternehmen den konkreten Zeitplan für das Ende des alten GSM-Standards bekannt. Im zweiten Halbjahr 2028 wird O2 sein 2G-Netz abschalten. Die freiwerdenden Frequenzen sollen für den Ausbau von 4G/LTE und 5G genutzt werden.

Der Schritt ist eine Reaktion auf den explosionsartigen Datenhunger der Kunden. Allein im Jahr 2025 verzeichnete das O2-Netz ein Datenvolumen von 6,4 Milliarden Gigabyte – das Zwanzigfache des Wertes von vor zehn Jahren.

Die Abschaltung wird vor allem ältere Handymodelle, spezielle Seniorenhandys und bestimmte IoT-Anwendungen betreffen – etwa das eCall-Notrufsystem in älteren Fahrzeugen. Das Unternehmen rät Geschäftskunden und Verbrauchern, rechtzeitig auf 4G, 5G, NB-IoT oder den neuen 5G-RedCap-Standard umzusteigen. Mit rund 35 Millionen Mobilfunkanschlüssen und einem Jahresumsatz von 8,2 Milliarden Euro (2025) zählt O2 zu den größten Netzbetreibern Deutschlands.

Energieverbrauch trotz Datenboom gesenkt

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Bemerkenswerte Zahlen liefert der Nachhaltigkeitsbericht, den Telefónica bereits am Sonntag veröffentlichte. Zwischen 2015 und 2025 ist das Datenvolumen im Netz um das Zwölffache gestiegen – der Gesamtenergieverbrauch sank dennoch um zwölf Prozent.

Der Energiebedarf pro Petabyte Daten fiel sogar um 92 Prozent auf nur noch 29 Megawattstunden. Grundlage dieser Effizienzsprünge ist die moderne Infrastruktur: 5G ist demnach bis zu 90 Prozent energieeffizienter als 4G, Glasfaser schlägt Kupfer um bis zu 85 Prozent.

Insgesamt hat Telefónica seine Emissionen bereits um 49 Prozent reduziert. Das Ziel: Netto-Null-Emissionen bis 2040. Bereits heute bezieht der Konzern in seinen Kernmärkten zu 100 Prozent Ökostrom.

Spanien: Sovereign Cloud und Rückkauf von Infrastruktur

Über die deutschen Aktivitäten hinaus gibt es Neuigkeiten aus dem Mutterkonzern. Telefónica Tech und Google Cloud haben eine Partnerschaft für Sovereign-Cloud-Lösungen in Spanien geschlossen. Das Angebot richtet sich an öffentliche Verwaltungen und stark regulierte Branchen. Die Verschlüsselungsschlüssel verwaltet Telefónica dabei lokal in Madrid.

Ebenfalls am Montag wurde bekannt, dass Telefónica die ländliche Mikrowellen-Backhaul-Plattform LineoX von Asterion Industrial Partners zurückkauft. Damit macht der Konzern einen vor sechs Jahren getätigten Verkauf rückgängig und stärkt die Kontrolle über seine Netzinfrastruktur und -resilienz.

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