Millionen, Kunden

O2 verliert 12 Millionen Kunden: Umsatz bricht um 8,6% ein

Veröffentlicht am: 04.07.2026 um 18:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de

O2 verliert 1&1 als Großkunden und erleidet ein Werbeurteil. Umsatz und Neukundenzahlen sinken deutlich.

O2-Krise: Großkunden-Verlust und Werbe-Verbot belasten die Bilanz
Zerbrochener Smartphone-Bildschirm mit rotem X über dem Netzwerksignal, umgeben von unscharfen Finanzdiagrammen und Rechtsdokumenten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein weggebrochener Großkunde und ein Gerichtsurteil setzen das Unternehmen massiv unter Druck.

Millionen-Kunden-Verlust trifft die Bilanz

Die Abwanderung von 1&1 hinterlässt tiefe Spuren in der O2-Bilanz. Im ersten Quartal 2026 brach der Umsatz um 8,6 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro ein. Auch das operative Ergebnis (EBITDA) sank um 8,4 Prozent auf rund 600 Millionen Euro.

Der Hintergrund: Bis Ende 2025 hatte 1&1 rund 12 Millionen Kunden auf das Netz des Konkurrenten Vodafone umgestellt. Der langjährige Partnerschaftsvertrag war ausgelaufen – ein herber Schlag für O2. Die Folgen zeigen sich auch bei den Neukundenzahlen: Statt wie gewohnt 150.000 Vertragsabschlüsse pro Quartal kamen im ersten Quartal 2026 nur noch 48.000 Mobilfunkkunden hinzu.

Die Konzernführung zeigt sich dennoch zuversichtlich. Man erwarte ab 2027 wieder ein Umsatzwachstum.

Oberlandesgericht verbietet Werbeversprechen

Ein weiteres Problem: Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat O2 am 3. Juli 2026 einen Werbe-Strick draus gemacht. Der Tarif „Unlimited on Demand“ darf in seiner bisherigen Form nicht mehr beworben werden.

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Das Gericht sah eine Irreführung der Verbraucher. Der Tarif verspricht zwar unbegrenztes Datenvolumen – tatsächlich erhalten Kunden aber zunächst nur 50 Gigabyte. Erst danach können sie manuell 1-GB-Pakete nachbuchen. Die Richter entschieden: Wer „unbegrenzt“ sagt, muss auch unbegrenzt liefern. Ein System mit ständigen Kleinst-Nachbuchungen erfülle diese Erwartung nicht.

Britische Expansion trotz Gegenwind

Während es in Deutschland kriselt, treibt der Konzern seine Aktivitäten in Großbritannien voran. Die Wettbewerbsbehörde CMA prüft derzeit die Übernahme von Netomnia, YouFibre und Brsk durch die Gemeinschaftsfirma Nexfibre – ein Milliarden-Deal im Wert von umgerechnet rund 4,1 Milliarden Euro. Die Entscheidung soll bis zum 15. Dezember 2026 fallen. Im Fokus stehen mögliche Auswirkungen auf die Wettbewerbspreise und die Netzabdeckung in ländlichen Gebieten.

In Belfast hat O2 zudem die dortige Arena in „The O2 Belfast“ umbenannt. Priority-Kunden erhalten ab dem 8. Juli 48 Stunden Vorverkaufsrecht. Auch die Netzinfrastruktur wird ausgebaut: In Silverstone installierte O2 gemeinsam mit Boldyn Networks ein permanentes Antennensystem für das Formel-1-Wochenende – eine Fläche von umgerechnet 230 Hektar wird damit abgedeckt.

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Netzabschaltung und Nachhaltigkeit

Bis 2033 will O2 das veraltete 3G-Netz komplett abschalten. Kunden mit entsprechenden Geräten erhalten vergünstigte Upgrade-Angebote. Parallel dazu hat Virgin Media O2 einen „Green Transition Plan“ vorgelegt. Ziel ist die Klimaneutralität des Betriebs. Bis 2030 soll sich der Verkauf von generalüberholten Geräten verdoppeln. In 30 britischen Städten will das Unternehmen eine Kultur der Wiederverwendung etablieren.

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