Deutschland, Brandenburg

Umweltbundesamt: Feinstaub macht Waldbrand-Rauch gefÀhrlich

14.06.2023 - 04:30:28 | dpa.de

Ob weit weg in Kanada oder hierzulande in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern: An einigen Orten sorgten WaldbrĂ€nde zuletzt fĂŒr Aufsehen. Wie gefĂ€hrlich ist der Rauch fĂŒr die Gesundheit?

Auf zwei ehemaligen TruppenĂŒbungsplĂ€tzen im sĂŒdwestlichen Mecklenburg sind BrĂ€nde ausgebrochen. - Foto: Thomas Schulz/dpa

Die wesentliche Gesundheitsgefahr von Waldbrand-Rauch entsteht laut Umweltbundesamt (Uba) durch eine Belastung mit Feinstaub.

Besonders sehr kleinen Partikeln (PM 2,5) komme eine hohe gesundheitliche Bedeutung zu, weil sie sehr tief in die Lunge eindringen und dort SchĂ€den verursachen könnten, teilte das Umweltbundesamt (Uba) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. «Diese betreffen vor allen Dingen die Lunge, aber auch das Herz-Kreislaufsystem.» Sehr feine Partikel könnten auch in das Blut ĂŒbergehen und so prinzipiell alle Organe erreichen.

EntzĂŒndungen in Körperzellen

Insgesamt fĂŒhre Feinstaub zu einer erhöhten Sterblichkeit, erklĂ€rte Deutschlands zentrale Umweltbehörde weiter. Die Partikel lösten EntzĂŒndungen und Stress in den Zellen des menschlichen Körpers aus. «HĂ€lt dies ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum an, kann es zu Erkrankungen fĂŒhren.» Eine kurzfristige, also Stunden oder Tage andauernde hohe Belastung fĂŒhre unter anderem zu Bluthochdruck und Krankenhaus- und Notfalleinweisungen, meist aufgrund von Herz-Kreislauferkrankungen.

Je nach Art des Brandes können nach Uba-Angaben bei WaldbrĂ€nden noch viele weitere Schadstoffe wie Methan und Stickstoffdioxide entstehen und verbreitet werden. Die Belastung hĂ€nge etwa davon ab, ob die Umgebung schadstoffbelastet ist oder nicht und ob etwa neben Wald auch noch HĂ€user, Lagerhallen, Maschinen, Autos oder Munition brennen. Auch Dioxine und Schwermetalle wie Quecksilber und Blei könnten, angelagert an Feinstaubpartikel, im Rauch enthalten sein. Hohe Luftverschmutzung durch WaldbrĂ€nde ist dem Uba zufolge teils auch in grĂ¶ĂŸerer Entfernung zum Brandherd messbar.

Akute Rauchvergiftungen eher selten

«Verschiedene Studien deuten auf ZusammenhĂ€nge zwischen Atemwegsreizungen, verminderter Lungenfunktion, Verschlechterung vorbestehender Krankheiten wie Asthma oder chronisch-obstruktiver Bronchitis (COPD) oder vermehrten Herzinfarkten in Waldbrandgebieten hin», schreibt das Uba weiter. Zudem gebe es Hinweise, dass WaldbrĂ€nde, die in den spĂ€teren Monaten der Schwangerschaft auftreten, bei Neugeborenen etwa zu einem niedrigeren Geburtsgewicht und FrĂŒhgeburt fĂŒhren könnten.

Akute gesundheitliche Wirkungen sind laut Uba abhĂ€ngig davon, wie lange die Belastung anhĂ€lt und wie hoch sie ausfĂ€llt. Akute Rauchvergiftungen seien eher selten, weil sich Partikel und Gase bei solchen BrĂ€nden eher schnell in der AtmosphĂ€re verteilten. Werde heiße Luft eingeatmet, könne es zu Verbrennungen vor allem der oberen Atemwege kommen. Verschiedene eingeatmete Schadstoffe könnten zu lokalen EntzĂŒndungsreaktionen mit Gewebeschwellungen fĂŒhren, so dass Atmung und Lungenfunktion deutlich eingeschrĂ€nkt sein könnten. Eine hĂ€ufige Todesursache sei das Einatmen giftiger Gase wie Kohlenmonoxid. Je weiter man vom brennenden Bereich entfernt sei, desto unwahrscheinlicher wĂŒrden akute gesundheitliche Wirkungen.

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