Banken, Ausfall

Österreichs Banken: Ausfall bei rund 30 Instituten legt Online-Banking lahm

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 20:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein Stromausfall im Rechenzentrum beeinträchtigte Bankdienste; Hinweise auf Cyberangriffe oder kompromittierte Kundendaten gab es nicht.

IT-Ausfall trifft rund 30 österreichische Banken und Zahlungsdienste
Modernes, unbeleuchtetes Serverzentrum mit leeren Rack-Schränken und technischer Infrastruktur. Illustration mit AI erstellt.

Eine weitreichende technische Störung hat das österreichische Bankwesen erfasst. Rund 30 Geldinstitute im gesamten Land meldeten Ausfälle ihrer Systeme. Betroffen waren insbesondere der gesamte Hypo- und Volksbankensektor sowie ein Teil der Grawe-Gruppe.

Neben Instituten wie der Volksbank, der Hypo Niederösterreich und der Bank99 der Post waren unter anderem auch Dadat, die Austrian Anadi Bank und die Bank Burgenland tangiert. Tausende Bankkunden konnten vorübergehend kein Online-Banking nutzen oder Zahlungen per Karte abwickeln. Auch Überweisungen und Bargeldbehebungen an Bankomaten waren zeitweise eingeschränkt.

Die Probleme begannen Berichten zufolge zur Mittagszeit beziehungsweise am Dienstagnachmittag. Bei mehreren Kreditinstituten, darunter auch der Hypo Tirol Bank und der Volksbank Tirol, waren mobile Anwendungen und Webportale nicht erreichbar. Die Bank99 meldete Störungen unter anderem bei der App meine99 sowie Einschränkungen im Zahlungs- und Behebungsverkehr mit Karten.

Stromausfall im Rechenzentrum legte Großrechner lahm

Hintergrund der Störung waren Ausfälle bei der IT-Infrastruktur. Betroffen waren alle Institute, welche die Software- und Serverinfrastruktur der Accenture TiGitial GmbH nutzen. Die Hypo Tirol Bank nannte als Ursache eine technische Störung des IT-Dienstleisters, während die Volksbank Tirol auf einen Stromausfall verwies.

Nach Insider-Angaben führte ein Stromausfall im Zuge von Wartungsarbeiten in Tirol zu einem Serverausfall im Rechenzentrum eines Beratungsunternehmens. Infolgedessen fielen zwei Großrechner aus, die für Banken und Versicherer im Einsatz sind.

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Die Volksbankengruppe, die Hypo Tirol Bank und kleinere Partner waren bis Ende 2022 gemeinsam Eigentümer des Allgemeinen Rechenzentrums (ARZ), ehe sie ihre Anteile an Accenture beziehungsweise eine Tochtergesellschaft veräußerten. Ein ausdrücklicher Zusammenhang zwischen dem damaligen Eigentümerwechsel und der aktuellen Störung wurde von den Beteiligten jedoch nicht hergestellt.

Auch aus dem Westen Österreichs wurden Ausfälle gemeldet. Bei der Hypo Vorarlberg legte der Ausfall des Rechenzentrums Kartenzahlungen und womöglich auch Bargeldabhebungen lahm. Die Volksbank Vorarlberg registrierte parallel Verzögerungen im Online-Banking. Ob zwischen den beiden Vorfällen ein direkter Zusammenhang bestand, wurde nicht bestätigt; der Zeitpunkt einer Behebung blieb bei der Volksbank Vorarlberg zunächst unklar.

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Entwarnung bezüglich Cyberangriffen und Datenlecks

Am Dienstagabend zeichnete sich bei den meisten Instituten eine Normalisierung ab. Betroffene Banken berichteten, dass das Online-Banking schrittweise wieder funktioniere, auch wenn zu diesem Zeitpunkt noch keine vollständige Entwarnung gegeben werden konnte. Andere Institute gaben an, dass die Störung am Dienstagabend behoben worden sei.

Die betroffenen Banken betonten zudem, dass es keinerlei Hinweise auf einen böswilligen Cyberangriff gebe. Ebenso lägen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass sensible Kundendaten während des Vorfalls beeinträchtigt oder kompromittiert worden seien.

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