Offline-Reisen, Urlaub

Offline-Reisen: Jeder vierte Deutsche plant Urlaub ohne digitale GerÀte

Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 00:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Reisende suchen Erholung ohne digitale Ablenkung; Fachleute empfehlen zusÀtzlich feste bildschirmfreie Zeiten im Alltag.

Offline-Urlaub im Trend: Jeder vierte Deutsche plant digitale Pause
Ein einsamer Holzsteg an einem ruhigen Bergsee im sanften Licht der MorgendÀmmerung. Illustration mit AI erstellt.

Das BedĂŒrfnis nach einer Pause vom stĂ€ndigen Strom aus Benachrichtigungen und Nachrichten wĂ€chst spĂŒrbar. Immer mehr Reisende entscheiden sich dazu, wĂ€hrend ihrer Ferien bewusst auf digitale Medien zu verzichten.

Dieser Trend zu sogenannten Offline-Reisen zeigt sich besonders deutlich bei jungen Erwachsenen der Generation Z, die im Urlaub eine intensivere Verbindung zu ihrer Umgebung und ihren Mitmenschen suchen. Laut einem Bericht des Magazins t3n plant mittlerweile jeder vierte Deutsche, die nÀchste Urlaubsreise weitestgehend ohne digitale GerÀte zu verbringen.

ReizĂŒberflutung verstĂ€rkt das BedĂŒrfnis nach digitaler Entschleunigung

Die Ursachen fĂŒr den Wunsch nach digitaler Enthaltsamkeit liegen in der allgegenwĂ€rtigen VerfĂŒgbarkeit des Internets. Das ZDF-Format „Twist“ befasste sich mit der Herausforderung, wie das Abschalten angesichts einer ununterbrochenen Bilder- und Informationsflut, aggressivem Online-Klima und dem stĂ€ndigen Druck sozialer Plattformen ĂŒberhaupt gelingen kann. Die ReizĂŒberflutung hinterlĂ€sst auch bei denjenigen Spuren, deren Berufsalltag unmittelbar an das Netz gekoppelt ist.

So kĂŒndigte der Webvideoproduzent Rezo eine Auszeit von mindestens drei Wochen in Thailand an. FĂŒr diesen Zeitraum plant er, gĂ€nzlich auf Laptop, Arbeits-Smartphone und soziale Medien zu verzichten. WĂ€hrend vorproduzierte Podcast-Episoden regulĂ€r erscheinen sollen, werden Veröffentlichungen neuer Videos, Kurzformate und Livestreams bis zur RĂŒckkehr ausgesetzt.

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Familien setzen auf ungestörte gemeinsame Momente

Auch im Familienurlaub gewinnt der Verzicht auf digitale Ablenkung an Bedeutung. Eine reprĂ€sentative Erhebung der Hotelkette Holiday Inn unter 750 Elternteilen mit Kindern im Alter von bis zu zwölf Jahren verdeutlicht diesen Wandel: Fast 70 Prozent der Befragten stufen kleine, unbeschwerte Momente als bedeutender ein als aufwendige Großveranstaltungen oder kostenintensive Erlebnisse.

Gleichzeitig gaben 86 Prozent der Eltern an, sich fĂŒr das Gelingen des Urlaubs verantwortlich zu fĂŒhlen. Als zentrale WĂŒnsche des Nachwuchses nannten die befragten Eltern neben mehr Spielzeit und Abenteuern mit jeweils 30 Prozent auch SpontaneitĂ€t mit 22 Prozent sowie bewusste gemeinsame Zeit im Familienkreis mit 18 Prozent.

Was wissenschaftliche Untersuchungen zur Bildschirmnutzung zeigen

Dass die permanente Erreichbarkeit Konsequenzen fĂŒr die kognitive LeistungsfĂ€higkeit hat, belegen Untersuchungen seit Jahren. So zeigten Studien der Wissenschaftlerin Gloria Mark, dass die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne am Bildschirm von 2,5 Minuten im Jahr 2004 auf rund 75 Sekunden im Jahr 2012 gesunken ist.

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Untersuchungen zu zeitlich begrenzten Auszeiten deuten zudem darauf hin, dass eine gezielte Pause vom Internet insbesondere bei Personen mit hoher Nutzungsdauer zu einer spĂŒrbaren Entlastung beitragen kann.

Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass ein vollstĂ€ndiger Verzicht meist eine vorĂŒbergehende Maßnahme bleibt und maßgeschneiderte AnsĂ€tze oft nachhaltiger wirken als radikale Verbote. Psychologen empfehlen daher, auch abseits von Urlaubsreisen feste bildschirmfreie RĂ€ume und Zeiten zu etablieren.

Neben dem Abschalten nicht zwingend erforderlicher Mitteilungen eignen sich dafĂŒr insbesondere gemeinsame Mahlzeiten sowie die ersten und letzten 30 Minuten des Tages. Das passive Verweilen vor Bildschirmen lasse sich zudem durch analoge BeschĂ€ftigungen wie Bewegung, LektĂŒre oder direkte GesprĂ€che ersetzen.

Mehr zum Thema bei t3n: „Jeder vierte Deutsche will den nĂ€chsten Urlaub weitestgehend offline verbringen“

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