Omega-3-PrÀparate: USC-Studie widerlegt GedÀchtnis-Versprechen
Veröffentlicht am: 02.07.2026 um 15:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de
WĂ€hrend Anbieter wie Glow25 neue Partnerschaften schmieden, warnen Experten vor ĂŒberzogenen Versprechen.
Functional Food erobert die Regale
Ein Trend zeichnet sich immer deutlicher ab: Klassische Lebensmittel und NahrungsergĂ€nzungsmittel verschmelzen. Die Molkerei Ehrmann und die Marke Glow25 machen es vor. Glow25 steigerte seinen Umsatz von 35 Millionen Euro (2022) auf 130 Millionen Euro (2025). Jetzt planen beide Unternehmen eine gemeinsame ProdukteinfĂŒhrung: Ab dem 3. August 2026 gibt es trinkfertige KaffeegetrĂ€nke mit Kollagenpeptiden. Verkauft werden sie ĂŒber REWE, Edeka und Amazon.
Auch internationale Player drĂ€ngen auf den deutschen Markt. Die US-Marke Liquid I.V. startete den Vertrieb ihrer Elektrolyt-Pulver â zunĂ€chst online. Hermes Arzneimittel setzt auf neue Darreichungsformen: Anfang Juli kamen Weichgummis mit Magnesium und Vitamin B6 auf den Markt. Sie sollen Muskelfunktion und Regeneration unterstĂŒtzen.
Die AbsatzkanÀle verschieben sich ebenfalls. Verbraucher kaufen Supplemente zunehmend im Einzelhandel, in Drogerien oder online. Die Apotheke verliert an Bedeutung.
Wissenschaftliche ErnĂŒchterung
Doch das Marktwachstum tĂ€uscht nicht ĂŒber kritische Studien hinweg. Die University of Southern California (USC) untersuchte 365 Personen zwischen 55 und 80 Jahren mit erhöhtem Alzheimer-Risiko. Ăber zwei Jahre zeigte die Gruppe mit hochdosierten Omega-3-PrĂ€paraten keine Verbesserung der GedĂ€chtnisleistung. Auch die Hirnschrumpfung verlangsamte sich nicht.
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Anders sieht es bei Magnesium aus. Eine Metaanalyse deutet an: Magnesium kann den Blutdruck bei Menschen mit Bluthochdruck und gleichzeitigem Magnesiummangel senken â sofern sie keine blutdrucksenkenden Medikamente nehmen. Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) empfiehlt 350 mg (MĂ€nner) und 300 mg (Frauen) tĂ€glich. Das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) rĂ€t jedoch zu maximal 250 mg pro Supplement. Sehr hohe Ăberdosierungen können Vergiftungserscheinungen auslösen.
Besonders kritisch sehen Mediziner den Boom von Wachstumsprodukten fĂŒr Kinder. Fachgesellschaften wie PĂ€diatrie Schweiz betonen: Es gibt keine Belege fĂŒr eine Wachstumsförderung bei gesunden Kindern. Experten warnen vor hohem Zuckergehalt und der Gefahr einer Vitamin-Ăberdosierung. Eine Untersuchung des Konsumentenschutzes ergab: Drei Viertel der getesteten Produkte ĂŒberschritten Referenzwerte.
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Behörden schlagen Alarm
Die Sicherheit von online gekauften PrĂ€paraten bleibt ein Schwerpunkt der Kontrollbehörden. Am 22. Juni 2026 fĂŒhrten Swissmedic, das Bundesamt fĂŒr Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) und das SSI gezielte Kontrollen bei illegal importierten Peptiden durch. Von 46 kontrollierten Sendungen wurden 23 zurĂŒckbehalten â wegen VerstöĂen gegen das Doping- oder Arzneimittelgesetz. Rund 80 Prozent dieser Sendungen stammten aus Polen. Die Behörden warnen vor erheblichen Gesundheitsgefahren beim Kauf ĂŒber inoffizielle Online-KanĂ€le.
Die wissenschaftliche Datenlage bleibt auch bei populĂ€ren Inhaltsstoffen wie Kollagen oder Kolostrum umstritten. WĂ€hrend Unternehmen wie Glow25 hohe Wachstumsraten verzeichnen, weisen Mediziner und VerbraucherschĂŒtzer darauf hin: Belastbare Belege fĂŒr die versprochene Wirkung auf Haut oder Knorpel fehlen oft. Oder die Studienlage wird als unzureichend bewertet.
