Omega-3-Studie: Fischöl-Kapseln verhindern weder Alzheimer noch kognitiven Abbau
19.06.2026 - 16:11:44 | boerse-global.de
Doch eine aktuelle Langzeitstudie zeigt: Fischöl-Kapseln verhindern weder kognitiven Abbau noch Alzheimer.
ZweijÀhrige Doppelblindstudie mit klarem Ergebnis
Forscher von Keck Medicine of USC untersuchten 365 Àltere Erwachsene zwischen 55 und 80 Jahren. Alle Teilnehmer hatten einen geringen Fischkonsum und ein erhöhtes Alzheimer-Risiko. Rund die HÀlfte trug das Risiko-Gen APOE4 in sich.
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Die Probanden erhielten tĂ€glich 2.000 mg DocosahexaensĂ€ure (DHA). Nach sechs Monaten stieg der DHA-Spiegel in der GehirnflĂŒssigkeit um 17 Prozent. Der Omega-3-Index im Blut kletterte von 4,9 auf 11 Prozent.
Trotzdem: Die Forscher fanden keine positiven Effekte auf GedÀchtnis, Kognition oder das Volumen des Hippocampus. Im Vergleich zur Placebogruppe gab es keinen messbaren Unterschied. Die Studie erschien am 18. Juni im Fachjournal eBioMedicine.
Warum frĂŒhere Studien zu positiv waren
Die Ergebnisse bestÀtigen Meta-Analysen der Cochrane Library von 2023. Auch dort zeigte sich kein nennenswerter Nutzen von Omega-3-PrÀparaten gegen Demenz.
Fachleute fĂŒhren die scheinbar positiven Effekte frĂŒherer Studien auf den âHealthy-User-Effectâ zurĂŒck. Menschen, die regelmĂ€Ăig Fischöl einnehmen, leben oft generell gesĂŒnder. Das verfĂ€lscht die Ergebnisse.
Wissenschaftler vermuten zudem physiologische Barrieren. EntzĂŒndungsprozesse im Körper, die mit dem Enzym cPLA2 zusammenhĂ€ngen, könnten die positive Wirkung der Omega-3-FettsĂ€uren neutralisieren.
Mediterrane ErnÀhrung statt Kapseln
Die isolierte Einnahme von Kapseln scheint wenig zu bringen. Offenbar wirkt die Zufuhr von Omega-3-FettsÀuren im Rahmen einer mediterranen ErnÀhrung besser.
Experten raten daher zu umfassenden Lebensstil-Interventionen. Dazu gehören:
- Mediterrane oder MIND-DiÀt
- RegelmĂ€Ăige Bewegung
- Kognitive AktivitÀten
- Stressreduktion
Diese MaĂnahmen zeigen in klinischen Beobachtungen stabilere Effekte auf die Gehirngesundheit als einzelne PrĂ€parate.
Vorsicht auch bei Glucosamin
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Eine weitere Studie, veröffentlicht am 18. Juni in Nature Metabolism, warnt vor anderen gÀngigen NahrungsergÀnzungsmitteln. Forscher der University of Florida Health untersuchten Daten von fast 800.000 Erwachsenen.
Das Ergebnis: Bei Alzheimer-Patienten, die Glucosamin einnahmen, stieg das Sterberisiko innerhalb von fĂŒnf Jahren um 25 Prozent. Bei Personen mit leichten kognitiven BeeintrĂ€chtigungen war die Einnahme mit einer um 25 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit verbunden, tatsĂ€chlich an Alzheimer zu erkranken.
Als möglichen Mechanismus identifizierten Tierversuche die sogenannte Hyperglykosylierung. Eine endgĂŒltige Ursache-Wirkungs-Beziehung ist jedoch noch nicht geklĂ€rt.
