One, Day

One Day Off startet heute: NRW-Challenge gegen Smartphone-Sucht

Veröffentlicht: 07.07.2026 um 20:40 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Studie zeigt: 47 Prozent der Jugendlichen tÀglich in sozialen Netzwerken. Experten raten zu Handy-Pausen und elterlicher Kontrolle.

Mediensucht bei Jugendlichen: Experten fordern klare Regeln
One - Eine Hand greift nach einem Smartphone, zögert aber, mit einem verschwommenen Hintergrund, der Ruhe oder einen Arbeitsplatz andeutet. 07.07.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Und zwar immer mehr Menschen. Aktuelle Studien und Experten warnen vor den Folgen exzessiver Mediennutzung – und zeigen, wie wir die Kontrolle zurĂŒckgewinnen können.

„One Day Off“: Ein Tag ohne Smartphone

Am 7. Juli startet in Nordrhein-Westfalen die Aktion „One Day Off“. Die Challenge ist simpel: einen ganzen Tag aufs Handy verzichten. Ziel: die Automatismen durchbrechen, die uns stĂ€ndig zum Display greifen lassen.

Neurobiologe Martin Korte hat einen klaren Rat: Das Smartphone sollte Belohnung sein, nicht Dauerbegleiter. Seine Tipps fĂŒr den Alltag: handyfreie Zeiten einrichten, das GerĂ€t bei der Arbeit außer Sichtweite legen – am besten in einem anderen Raum.

FĂŒr Kinder gilt: Je spĂ€ter, desto besser. Erst im Jugendalter sollte der uneingeschrĂ€nkte Zugriff erlaubt sein. Sonst leidet die Selbstregulation. „Bewusste Pausen sind essenziell“, sagt auch Initiative-Botschafterin Okka Gundel.

Mediensucht: Eine wachsende Gefahr

Die Fallzahlen steigen – und das seit der Pandemie deutlich. Das zeigt eine aktuelle MDR-Reportage. Immer mehr Menschen nutzen Gaming oder soziale Medien, um Alltagsprobleme zu verdrĂ€ngen.

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Robert Schöneck, Direktor der Saluskliniken Lindow, warnt vor den sozialen Folgen: „Die Vereinsamung schreitet voran.“ Doch nicht nur die Psyche leidet. Gerhard Nell vom Ordensklinikum Linz sieht auch körperliche Symptome: Schlafstörungen, RĂŒckenprobleme, Kurzsichtigkeit.

Seine vier Grundregeln fĂŒr digitale Medien: nicht zu frĂŒh, nicht zu viel, nicht unbegleitet und nicht als Ersatz fĂŒr andere AktivitĂ€ten.

Jugendliche: 47 Prozent tÀglich in sozialen Netzwerken

Die Postbank Digitalstudie vom Mai 2026 zeigt das Ausmaß. Befragt wurden ĂŒber 3.000 Probanden. Ergebnis: 47 Prozent der unter 18-JĂ€hrigen sind tĂ€glich mindestens eine Stunde in sozialen Netzwerken unterwegs.

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Noch alarmierender: 54 Prozent der Kinder bekommen ihr erstes Smartphone bereits zwischen 9 und 12 Jahren. Und die Eltern? Die kontrollieren kaum. In 65 Prozent der Familien gibt es keine zeitlichen BeschrÀnkungen.

Trotzdem wollen die meisten Eltern strengere Regeln: 82 Prozent fordern ein generelles Handyverbot an Schulen.

Was tun? PrÀvention und Politik

In Graz machen vier Volksschulen vor, wie es geht. Sie starteten ein freiwilliges Smartphone-Verzichtsprojekt. Im Herbst soll es auf weitere Schulen ausgeweitet werden.

Die Psychologin Christiane Alberternst von der Hochschule Coburg geht noch weiter. Sie fordert ein Social-Media-Verbot fĂŒr Jugendliche unter 15 bis 16 Jahren. Ihre BegrĂŒndung: Schon fĂŒnf bis zehn Minuten Nutzung können negative Effekte auslösen – durch aktiven Vergleich und körperbezogene Inhalte.

MedienpĂ€dagoge Daniel Wolff sieht die Eltern in der Pflicht: „Medienbildung ist eine der wichtigsten Erziehungsaufgaben.“ Reine Selbstregulation bei Kindern greife nicht. Notwendig seien klare Regeln, Vorbildfunktion und gemeinsame Absprachen im hĂ€uslichen Umfeld.

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