One UI 9: Samsung stellt automatisierten Lockdown-Modus vor
23.06.2026 - 17:09:24 | boerse-global.de
Während der koreanische Hersteller mit One UI 9 auf automatisierte Schutzfunktionen setzt, geht Google gegen KI-gestütztes Phishing vor.
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Samsung setzt auf Automatisierung
Die für Ende Juli erwartete stabile Version von One UI 9 bringt tiefgreifende Änderungen. Samsung plant, die neue Oberfläche am 22. Juli 2026 in London vorzustellen. Basis ist Android 17.
Ein automatisierter Lockdown-Modus ersetzt künftig die manuelle Absicherung. Der „Maximum Restrictions“-Modus sperrt unter anderem den USB-Anschluss für Datenübertragungen – ein Schutz gegen physische Zugriffe. Ein neuer Sicherheitsbericht zeigt Nutzern eine siebentägige Historie über sicherheitsrelevante Ereignisse.
Die vierte Beta-Version soll Ende Juni erscheinen. Sie integriert KI-Funktionen wie „Summarise Notifications“ und die Gemini-Intelligenz tief ins System.
Google kämpft gegen KI-Phishing
Die Bedrohungslage ist dramatisch. Rund 86 Prozent aller Phishing-Angriffe nutzen inzwischen künstliche Intelligenz. Die Erfolgsquote liegt bei 54 Prozent – klassische Angriffe erreichen nur 12 Prozent.
Die weltweiten Verluste durch KI-Betrug beliefen sich 2024 auf rund 850 Milliarden Euro. Allein in Deutschland entstand ein Schaden von 178,6 Milliarden Euro.
Google reagiert mit mehreren Maßnahmen. Die „Fake Call Detection“ rollt für Pixel- und Samsung-Smartphones ab Android 12 aus. Ab dem 30. September 2026 gelten strengere Verifizierungspflichten für App-Entwickler in Singapur, Brasilien und Indonesien. Und wer Apps per Sideloading installieren will, muss im Entwicklermodus künftig 24 Stunden warten.
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Datenschützer fordern mehr Kontrolle
Die Sicherheitsbemühungen der Hersteller stoßen nicht überall auf Zustimmung. Die Free Software Foundation Europe (FSFE) fordert die EU-Kommission auf, Google zur vollständigen Deinstallierbarkeit von KI-Komponenten zu zwingen. Grund ist der ungefragte Download großer Sprachmodelle wie Gemini Nano durch den Chrome-Browser.
Parallel forscht Google an neuen Pixel-Funktionen. Unter dem Codenamen „blueflax“ entsteht eine „Audio Memory“-Funktion. Sie kann Gespräche und Musik im Hintergrund aufzeichnen und transkribieren. Die Verarbeitung soll im „Private Compute Core“ stattfinden – einem abgeschotteten Bereich des Systems.
Neue Regeln für KI-Anbieter
Auch andere KI-Unternehmen verschärfen ihre Richtlinien. Ab dem 8. Juli 2026 kann Anthropic für die Nutzung von Claude-Modellen in Privatkunden-Tarifen eine Identitätsprüfung per Ausweis oder Video verlangen. Die Verifikationsdaten verarbeitet der Dienstleister Persona – sie fließen nicht ins Training der Modelle.
Branche entwickelt neuen Bot-Abwehr-Standard
Google, Microsoft, Mozilla und Cloudflare arbeiten gemeinsam an „PACT“ (Private Access Control Tokens). Der Standard soll automatisierte Zugriffe erkennen – ohne CAPTCHAs oder nutzerbezogenes Tracking.
In der Werbewirtschaft sicherte sich der Spezialist AppsFlyer eine Milliarde US-Dollar von Google und Meta. Ziel: KI-gestützte Messverfahren, die ohne direkten Zugriff auf sensible Nutzerdaten auskommen.
