OneDrive-Fotos-App: Microsoft gesteht unerlaubte Installation ein
Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 10:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft hat versehentlich die neue OneDrive-Fotos-App auf Windows-11-Systemen installiert – auch in Unternehmen. Der Konzern gesteht den Fehler ein und arbeitet an einer Lösung.
Der Software-Riese hat eingeräumt, die Beta-Anwendung unautorisiert über Hintergrund-Updates des OneDrive-Sync-Clients verteilt zu haben. Die Installation begann Anfang August und betraf sowohl Privatnutzer als auch Firmenrechner. Besonders brisant: Auch über Intune verwaltete Unternehmensgeräte waren betroffen, obwohl die App dort oft gar nicht lauffähig ist.
Ungewollte Installation und übernommene Dateizuordnungen
Nutzer berichten, dass die App ohne Vorwarnung auftauchte. Schlimmer noch: Auf einigen Systemen hat die Software heimlich die Standard-Dateizuordnungen übernommen und sich als primären Foto-Viewer etabliert. Branchenbeobachter weisen zudem darauf hin, dass die App auf lokale Fotos zugreifen kann – selbst wenn kein Microsoft-Konto angemeldet ist.
Kein separates Deinstallieren möglich
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Der größte Ärgernis-Punkt für Betroffene: Die Fotos-App ist fest mit dem OneDrive-Sync-Client verzahnt und lässt sich nicht einzeln entfernen. Wer die Anwendung loswerden will, muss aktuell den gesamten OneDrive-Dienst deinstallieren – inklusive Cloud-Datei-Integration ins Betriebssystem.
Immerhin: Die App selbst erhält Lob für ihre Verarbeitungsgeschwindigkeit und Ausstattung. Doch die Zwangsinstallation wirft Fragen nach Transparenz und Nutzerkontrolle auf. Microsoft hat den Fehler eingeräumt und arbeitet an einem speziellen Entfernungs-Tool.
Datenschutz und Zeitplan für Korrekturen
Die OneDrive-Fotos-App bietet cloudbasierte Gesichtserkennung. Microsoft betont: Die Funktion sei standardmäßig deaktiviert und werde nicht für KI-Training genutzt. Aktiviert ein Nutzer die Erkennung und schaltet sie später wieder ab, werden die zugehörigen Daten innerhalb von 30 Tagen gelöscht.
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Der Konzern hat einen Zeitplan für die Korrekturen vorgelegt: Systemadministratoren sollen noch im August Verwaltungsoptionen für die App erhalten. Eine separate Deinstallationsmöglichkeit ist für September angekündigt.
Bis dahin bleiben Nutzern nur Workarounds: manuelles Ändern der Standard-Apps, Einschränkungen über Gruppenrichtlinien oder die komplette Entfernung des OneDrive-Sync-Clients.
