OneDrive Photos: Microsoft stoppt App nach massivem Nutzerrückstand
Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 14:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Softwarekonzern Microsoft hat die geplante Einführung der eigenständigen Anwendung OneDrive Photos vorerst gestoppt. Diese Entscheidung folgt auf massiven Widerstand von Nutzern sowie technische Komplikationen bei der Bereitstellung. Wie das Unternehmen mitteilte, wurde das Vorhaben einer separaten App nach einem erheblichen Nutzerrückstand und Fehlern im Rollout-Prozess verworfen.
Ursprünglich war die Anwendung als Ergänzung zum bestehenden Cloud-Speicherdienst geplant, sorgte jedoch bereits in der Testphase für erhebliche Irritationen bei Privatanwendern und Unternehmen gleichermaßen.
Unfreiwillige Installation auf Geschäftssystemen
In den vergangenen Tagen wurde bekannt, dass die Beta-Version von OneDrive Photos ohne explizite Zustimmung der Anwender auf zahlreichen Windows-11-Systemen installiert wurde. Besonders kritisch bewerteten Beobachter den Umstand, dass hiervon auch Rechner mit Business-Lizenzen sowie Geräte betroffen waren, die über Microsoft Intune in Firmennetzwerken verwaltet werden.
Technisch handelt es sich bei der Anwendung um eine Web-App, die auf dem Microsoft-Edge-Browser basiert. Die Integration erfolgte über den regulären OneDrive-Client. Die betroffene Datei mit dem Namen OneDrive.App.exe wurde erstmals in der OneDrive-Version 26.113.0416 identifiziert, die bereits im Juni 2026 bereitgestellt worden war. Auch in der aktuelleren Version 26.134.0713.0007 war die Komponente enthalten und wurde deutlich breiter verteilt, als es von Microsoft ursprünglich beabsichtigt war.
Probleme bei der Deinstallation und administrative Hürden
Ein zentraler Kritikpunkt betraf die mangelnde Flexibilität bei der Entfernung der Software. Administratoren und Nutzer stellten fest, dass OneDrive Photos nicht separat deinstalliert werden konnte. Ein Versuch, die App vom System zu löschen, führte zwangsläufig dazu, dass der gesamte OneDrive-Client vollständig entfernt wurde. Dies erschwerte die Verwaltung auf Büro- und Unternehmensrechnern massiv, da die App dort ungeplant und oft unerwünscht erschienen war.
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Für IT-Abteilungen bedeutete die automatische Verteilung einen unvorhergesehenen Wartungsaufwand, zumal entsprechende Admin-Kontrollen für die neue App zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht vollständig zur Verfügung standen.
Korrekturmaßnahmen und Zeitplan für Bereinigungen
Microsoft hat den Fehler in der Verteilungsstrategie inzwischen offiziell bestätigt. Jeff Teper, verantwortlicher Manager bei Microsoft, versicherte, dass das Unternehmen die Situation korrigieren werde. Als erste Maßnahme wurde ein Fix angekündigt, der speziell auf durch Intune verwaltete Geräte abzielt. Auf diesen Systemen soll die App künftig automatisch wieder entfernt werden.
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Zudem arbeitet der Konzern an einem speziellen Tool zur Entfernung für betroffene Rechner. Die Entwicklung umfassenderer administrativer Kontrollen sowie einer regulären Option zur separaten Deinstallation der App-Komponenten wird jedoch noch Zeit in Anspruch nehmen. Laut aktueller Planung wird eine solche Funktion zur gezielten Deinstallation erst ab September 2026 zur Verfügung stehen. Bis dahin bleibt IT-Verantwortlichen und Nutzern vorerst nur das Warten auf die automatisierten Korrektur-Skripte des Herstellers.
