Online-Justiz-Portal, Digitale

Online-Justiz-Portal: Digitale Hilfe für Erbschein und Erbausschlagung

Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 00:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Digitale Dienste unterstützen bei Erbschein und Erbausschlagung; weitere Funktionen zur Erbfolge und Gerichtskommunikation sind geplant.

Online-Justiz-Portal erweitert digitale Angebote für Erbschein und Erbausschlagung
Ein minimalistisch eingerichtetes, helles Büro in einer Justizbehörde mit Blick auf eine ruhige Landschaft. Illustration mit AI erstellt.

Die Digitalisierung der Justizverwaltung schreitet voran und erreicht zunehmend sensible Lebensbereiche wie das Erbrecht. Über das Online-Justiz-Portal stehen Bürgern strukturierte Onlinedienste zu den Themen Erbschein und Erbausschlagung zur Verfügung.

Diese Angebote bündeln zentrale Informationen zu rechtlichen Voraussetzungen, Fristen sowie anfallenden Kosten und ermöglichen eine digitale Vorbereitung von Terminen beim zuständigen Nachlassgericht, wie move-online.de am 2. Oktober 2026 berichtete.

Schrittweiser Ausbau von Wegweiser bis Ausschlagung

Nachlassangelegenheiten sind für Betroffene häufig mit komplexen formalen Anforderungen und emotionalen Belastungen verbunden. Die bereitgestellten Online-Angebote sollen Orientierung schaffen und administrative Abläufe erleichtern. Die Implementierung der einzelnen Komponenten erfolgte dabei schrittweise über das Jahr 2026 hinweg.

Den Auftakt bildete der Erbschein-Wegweiser, der bereits im März 2026 an den Start ging. Dieser Dienst unterstützt Nutzer dabei, die Notwendigkeit eines Erbscheins zu prüfen und die hierfür erforderlichen Unterlagen vorzubereiten.

Im September 2026 folgte daraufhin der Erbausschlagungs-Dienst. Dieser führt Erben durch die spezifischen gesetzlichen Vorgaben, die bei der Ablehnung einer Erbschaft – etwa aufgrund einer Überschuldung des Nachlasses – zwingend beachtet werden müssen.

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Ein besonderer Schwerpunkt liegt hierbei auf der verständlichen Vermittlung der gesetzlichen Ausschlussfristen und den Kostenstrukturen des Verfahrens.

Erweiterungen für das vierte Quartal und langfristige Pläne

Das Serviceangebot auf dem Online-Justiz-Portal soll in den kommenden Monaten weiter ausgebaut werden. Für das vierte Quartal 2026 ist die Bereitstellung eines Abfragedialogs zur gesetzlichen Erbfolge geplant. Mit diesem interaktiven Werkzeug sollen Bürger ermitteln können, wer nach den gesetzlichen Bestimmungen als Erbe infrage kommt, falls keine letztwillige Verfügung in Form eines Testaments oder Erbvertrags vorliegt.

Perspektivisch gehen die Planungen über reine Informations- und Vorbereitungsangebote hinaus. Langfristig ist vorgesehen, eine direkte und strukturierte Datenübermittlung an das jeweils zuständige Gericht zu etablieren. Zudem soll das Portal künftig um eine Funktion zur direkten Online-Terminvereinbarung beim Nachlassgericht ergänzt werden, um Medienbrüche abzubauen und die gerichtlichen Geschäftsstellen zu entlasten.

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Einbindung in übergeordnete Modernisierungsinitiativen

Die neuen Angebote im Nachlassbereich stehen nicht isoliert, sondern sind Teil einer umfassenderen Initiative zur Modernisierung des Justizwesens. Sie reihen sich in Projekte ein, die federführend vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) gemeinsam mit dem DigitalService umgesetzt werden.

Zu diesen übergeordneten Vorhaben zählen unter anderem die Digitale Rechtsantragstelle sowie das Zivilgerichtliche Online-Verfahren. Ziel dieser gemeinsamen Initiativen ist es, den Zugang zum Rechtssystem für Bürger über nutzerzentrierte, digitale Schnittstellen barrierefreier und transparenter zu gestalten.

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