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Open Source ab Ende Mai: Bundesbehörden müssen Regelfall bevorzugen

29.05.2026 - 19:09:43 | boerse-global.de

Bundesbehörden müssen Open Source bevorzugen, während KI-Boom Speicherpreise verdoppelt. Deutsche Firmen verlieren Milliarden durch IT-Komplexität.

Open Source ab Ende Mai: Bundesbehörden müssen Regelfall bevorzugen - Foto: über boerse-global.de
Open Source ab Ende Mai: Bundesbehörden müssen Regelfall bevorzugen - Foto: über boerse-global.de

Gleichzeitig treiben KI-Bedarf und Halbleiterknappheit die Hardware-Preise in nie gekannte Höhen.

Bundesbehörden müssen Open Source bevorzugen

Der IT-Planungsrat hat die Regeln für die öffentliche Beschaffung neu gefasst. Seit Ende Mai 2026 gilt: Bei Softwareentwicklungsverträgen für Bundesbehörden ist Open Source der Regelfall. Wer proprietäre Software will, muss das explizit begründen.

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Acht von elf Vertragstypen der überarbeiteten EVB-IT sind betroffen. Die neuen Bedingungen, die der Branchenverband Bitkom mitverhandelt hat, erlauben zudem eine optionale Softwarestückliste (SBOM). Sie soll Transparenz über genutzte Komponenten schaffen – ein klares Bekenntnis zur digitalen Souveränität.

Speicherkrise: Preise verdoppeln sich

Während die Politik die Weichen stellt, dreht der Hardware-Markt durch. Der KI-Boom frisst Kapazitäten: Hersteller stellen vermehrt auf High Bandwidth Memory (HBM) um, Standardkomponenten werden knapp. Die Folge sind Preissprünge, die Einkäufer schlucken lassen.

Die Zahlen für das erste Halbjahr 2026 sprechen eine deutliche Sprache:
- DRAM: plus 100 Prozent im ersten Quartal, weitere 60 Prozent im zweiten
- SSD und NAND: plus 50 Prozent im ersten Quartal, 70 bis 75 Prozent im zweiten

Die Lieferzeiten sind auf bis zu neun Monate gestiegen, Angebote gelten oft nur noch sieben bis 14 Tage. Experten rechnen mit einer Dauer der Krise bis mindestens 2027. Die Antwort der Unternehmen: vorausschauende Beschaffung, Device-as-a-Service und mehr Cloud.

2,7 Milliarden Euro versickern im Komplexitätsdschungel

Mehr Geld allein löst das Effizienzproblem nicht. Eine Studie von Freshworks unter 12.000 IT-Fachkräften zeigt: Deutsche Unternehmen verlieren durchschnittlich 26 Prozent ihres KI-Budgets durch Systemkomplexität – noch bevor der erste Mehrwert entsteht. Das sind jährlich rund 2,7 Milliarden Euro.

Die Gegenrechnung liefert Flow360: Ein Mittelständler mit 150 Mitarbeitern spart durch den Wechsel von mehreren Einzelsystemen auf eine integrierte Prozesssoftware bis zu 77.000 Euro pro Jahr.

Auch bei der Rechnungsstellung wächst der Druck. Seit Januar 2025 müssen Unternehmen im B2B-Bereich E-Rechnungen empfangen können. Die Übergangsfristen für den Versand laufen 2026 und 2027 aus. Das schafft die Datenbasis für KI-Analysen und präzisere Liquiditätsplanung.

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Die Digitalisierung der Finanzprozesse ist durch die neue E-Rechnungspflicht längst keine Option mehr, sondern gesetzliche Notwendigkeit für jedes Unternehmen. Ein kostenloser Experten-Ratgeber erklärt Ihnen Schritt für Schritt, welche Formate und Archivierungsregeln Sie jetzt beachten müssen. E-Rechnung richtig einführen: So machen Sie Ihr Unternehmen ab sofort unangreifbar

Gefragt: Köpfe mit Systemverständnis

Der strategische Wandel zeigt sich in Stellenausschreibungen. Ende Mai suchten öffentliche Einrichtungen in Wien, die Industrie in Dresden und die Schweiz gezielt nach Einkäufern mit SAP-Kenntnissen und Erfahrung im Lieferantenmanagement.

Doch Technik allein reicht nicht. Eine Studie von Valantic und dem Handelsblatt Research Institute zeigt: Rund 80 Prozent der Entscheider sehen Kreativität, Empathie und ethisches Urteilsvermögen als Schlüsselkompetenzen im KI-Zeitalter. Das NFP-77-Programm des Schweizer Nationalfonds warnt gleichzeitig vor großen Defiziten bei digitalen Grundfertigkeiten. Der Schulungsbedarf in Unternehmen bleibt hoch.

Dass Konsolidierung auch militärisch strategisch ist, zeigt ein Milliarden-Deal in den USA: Dell Federal Systems erhielt Ende Mai einen Auftrag über 9,7 Milliarden US-Dollar für Softwarelizenzen und Cloud-Dienste. Das Pentagon erwartet durch die Bündelung jährliche Einsparungen von rund 422 Millionen Dollar.

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