Open USD: 140 Konzerne starten Stablecoin-Revolution gegen USDC
01.07.2026 - 23:42:01 | boerse-global.de
Ein Konsortium aus über 140 Unternehmen – darunter Visa, Mastercard und Coinbase – hat die Einführung einer neuen digitalen Währung namens Open USD (OUSD) angekündigt. Der Zusammenschluss unter dem Namen Open Standard will den etablierten Stablecoin-Markt mit einem revolutionären Modell herausfordern: Die Erlöse aus den Reserven werden mit den Partnern geteilt.
Offene Governance und neues Wirtschaftsmodell
Der an den US-Dollar gekoppelte Stablecoin Open USD wurde speziell für institutionelle Teilnehmer entwickelt. Die Kernversprechen: keine Gebühren für Ausgabe und Rücknahme, keine Volumenbegrenzungen. Das Alleinstellungsmerkmal liegt jedoch in der wirtschaftlichen Struktur.
Während traditionelle Stablecoin-Emittenten die Zinserträge aus den hinterlegten Bargeld- und Staatsanleihen-Reserven selbst einbehalten, will Open Standard diese Erträge nach Abzug einer Verwaltungsgebühr an seine Partner ausschütten. Ein Novum in der Branche.
Geführt wird die Initiative von CEO Zach Abrams. Ein Aufsichtsgremium aus Vertretern der Partnerfirmen wird die Geschicke lenken. Carolyn Weinberg von BNY betonte, dass neutrale Governance in Kombination mit geteilten Erträgen das Wachstum des neuen Assets beflügeln werde.
Breite Allianz aus Finanz und Technologie
Die Liste der über 140 Partner liest sich wie ein Who's who der globalen Wirtschaft. Neben Visa, Mastercard und Coinbase sind BlackRock, BNY, American Express, Stripe, Ripple, Adyen und Chime mit an Bord. Auch Tech-Giganten wie Google, Shopify und DoorDash haben sich dem Konsortium angeschlossen. DoorDash begründete seine Teilnahme mit dem Potenzial für schnellere grenzüberschreitende Zahlungen.
Während Schwergewichte wie Visa und Mastercard die digitale Währungslandschaft umbauen, fragen sich viele Anleger, wie sie selbst von dieser Fintech-Revolution profitieren können. Dieser kostenlose Experten-Report enthüllt die größten Chancen im digitalen Finanzmarkt von Blockchain bis DeFi. Fintech-Revolution: Kostenlosen Report jetzt sichern
Die technische Integration ist weit vorangeschrieben. Obwohl der volle Betriebsstart für später im Jahr 2026 geplant ist, haben mehrere Plattformen bereits native Unterstützung zugesagt. OUSD wird ab dem ersten Tag auf Solana verfügbar sein. Weitere Netzwerke wie Base, Polygon, Stellar, Aptos, Plasma und Tempo sollen folgen.
Besonders bemerkenswert: Der Zahlungsdienstleister Stripe will OUSD zu seinem Standard-Stablecoin machen. Tempo wird das Asset nativ ausgeben.
Marktreaktionen und regulatorischer Rahmen
Die Ankündigung zeigte sofort Wirkung. Die Aktien von Circle, dem Emittenten des USDC-Stablecoins, fielen um rund 17 Prozent. Branchenbeobachter sehen in dem neuen Erlösbeteiligungsmodell eine massive Verschärfung des Wettbewerbs um Renditen im dezentralen Finanzsektor (DeFi). Zudem läuft die bestehende Vereinbarung zwischen Coinbase und Circle über USDC im August 2026 aus – ein weiterer Puzzlestein.
Der Start von OUSD fällt in ein sich wandelndes regulatorisches Umfeld in den USA. Das Konsortium beruft sich auf den GENIUS Act, der 2025 verabschiedet wurde und den rechtlichen Rahmen für Stablecoin-Operationen schafft. Allerdings, so Analysten, könnten bestimmte Bestimmungen des Gesetzes zur Ausschüttung von Erträgen noch rechtliche Klärung erfordern.
Die Neugestaltung des Finanzsektors durch digitale Assets wie OUSD zeigt deutlich, wie klassische Banken an Bedeutung verlieren. Erfahren Sie im aktuellen Gratis-Report von finanztrends.de, welche Trends die Finanzwelt wirklich verändern und wie Sie sich als Anleger positionieren. Hier den kostenlosen Überblick über die Fintech-Trends anfordern
Milliardenmarkt in Sicht
Der Eintritt von Open Standard erfolgt in einem boomenden Markt. Die Gesamtmenge der umlaufenden Stablecoins wird derzeit auf rund 312 bis 313 Milliarden US-Dollar geschätzt, dominiert von Tether (USDT) und USDC.
Die im Konsortium vertretenen Finanzinstitute sind optimistisch. BNY und BlackRock Dogs prognostizieren, dass der Stablecoin-Markt bis 2030 auf 1,5 Billionen US-Dollar anwachsen könnte. Andere Analysten von Citi und Yahoo Finance gehen sogar von 1,9 bis 2 Billionen US-Dollar im selben Zeitraum aus.
