OpenAI Astra: KI entwirft Codex-Testgerät in weniger als einer Woche
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 19:42 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas KI-Unternehmen OpenAI erweitert das Einsatzfeld seiner Astra-Technologie deutlich über die reine Softwareprogrammierung hinaus. Wie aktuelle Berichte zeigen, erschließt das System zunehmend Aufgaben im Hardware-Design sowie in der Fahrzeugentwicklung.
Im Zuge dieser Entwicklung hat OpenAI mehrere Vorhaben im Bereich der Entwicklung physischer Produkte angekündigt, darunter ein eigenes Testgerät, eine vertiefte Kooperation mit dem Rennteam Chip Ganassi Racing sowie ein neues Forschungsprojekt mit dem Automobilhersteller Mazda.
Prototypenbau und Grenzen der Fertigungsreife
Dass Astra zunehmend physische Konstruktionen übernimmt, demonstrierte ein Nebenprojekt: Am 3. November 2026 wurde bekannt, dass zwei OpenAI-Mitarbeiter mithilfe von GPT-6 Astra in weniger als einer Woche den Prototyp eines Codex-Testgeräts entwarfen. Das Projekt umfasste das Gehäuse, die Leiterplatte (PCB), die Benutzeroberfläche und die Firmware.
Nach Angaben von OpenAI entstand das Design ohne direkte menschliche Bearbeitungen. Forscher Justin Lin stufte das Projekt als den ersten von Grund auf erstellten Platinenaufbau ein. Ein Auftragsfertiger stellte anschließend innerhalb von weniger als einem Monat eine Kleinserie des Geräts her.
Trotz des schnellen Entwurfs zeigten sich bei der praktischen Umsetzung noch deutliche Grenzen. Am 3. November 2026 berichtete OpenAI, dass die Fertigungsreife mehrere Prüfrunden erforderte, da Astra Produktionstoleranzen, Fertigungsgrenzen und Montageanforderungen nicht durchgängig berücksichtigte.
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Eine Fehleranalyse ergab, dass zwischen 83 und 96 Prozent der Null-Punkte-Bauteile zwar korrekt geformt, jedoch falsch platziert worden waren. Bei der Leiterplatte erreichte Astra bei maximalem Aufwand eine Quote von 80 Prozent der Verbindungen; auf einem Board mit 101 Komponenten kam es zudem zu zusammengeführten Stromschienen.
In einem separaten Test des Dienstleisters NextPCB im September erzeugte Astra innerhalb von etwa 12 Minuten ein Leiterplatten-Routing, indem das System Freerouting ansteuerte und die Daten nach KiCad zurückführte.
Blieb das System jedoch strikt auf die Benutzeroberfläche von KiCad beschränkt, entstanden innerhalb einer Stunde lediglich drei kurze Leiterbahnsegmente, woraufhin der Lauf gestoppt wurde. Laut NextPCB übernahm Freerouting dabei die eigentliche Berechnung, während Astra die Arbeitsabläufe orchestrierte.
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Leistungsmessungen verdeutlichen das aktuelle Niveau: GPT-6 Astra erzielte bei maximalem Reasoning ein Ergebnis von 0,59/1. Ein Testfall kostete dabei etwa 11 US-Dollar bei rund 135.000 Tokens und einer medianen Laufzeit von 62 Minuten.
Im Benchmark BenchCAD 2.0 erreichte GPT-6 Astra auf höchster Stufe einen Wert von 0,594, während ein neues, internes und noch unveröffentlichtes Modell von OpenAI auf 0,875 kam.
Kooperationen mit Chip Ganassi Racing und Mazda
Der Prototyp des Testgeräts reiht sich in eine breitere Hardware-Offensive von OpenAI ein, zu der auch die Zusammenarbeit mit Jony Ive und LoveFrom gehört. Parallel treibt das Unternehmen industrielle Anwendungsfälle voran.
In der Kooperation mit Chip Ganassi Racing werden 3D-Scans in CAD- und 2D-Zeichnungen überführt. Matthew Ortman, Entwicklungsingenieur bei Chip Ganassi Racing, äußerte sich zu diesem CAD-Workflow, während Grace Lam, Forward Deployed Engineer bei OpenAI, am 3. November 2026 auf die Beschleunigung durch Codex einging.
In einer neuen Forschungskooperation mit Mazda widmet sich OpenAI zudem Aerodynamik- und Crash-Simulationen. Akihiro Nakata, leitender Ingenieur bei Mazda, äußerte sich positiv über die Erstellung unterschiedlicher Aerodynamik-Varianten durch das KI-System.
