OpenAI-Börsengang: 850-Milliarden-Dollar-Bewertung mit S-1-Antrag
20.06.2026 - 13:26:33 | boerse-global.de
Mit einem geschätzten Wert von über 850 Milliarden Dollar bereitet sich OpenAI auf einen der spektakulärsten Börsengänge der Technologiegeschichte vor.
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Hochkarätige Personalien aus Forschung und Politik
OpenAI verstärkt sich mit einem der einflussreichsten KI-Forscher der Welt. Noam Shazeer, Mitautor der bahnbrechenden Arbeit zur Transformer-Architektur von 2017, wechselt von Google DeepMind zum ChatGPT-Entwickler. Der Forscher war zuvor mehr als zwei Jahrzehnte bei Google tätig, gründete zwischenzeitlich das KI-Startup Character.AI und kehrte 2024 durch eine Lizenzvereinbarung zu Google zurück. OpenAI-Chef Sam Altman bezeichnete die Zusammenarbeit mit Shazeer als langgehegtes Ziel.
Parallel dazu holt sich das Unternehmen politische Expertise ins Haus. Dean Ball, ehemaliger KI-Berater im Weißen Haus, wird zum 6. Juli die neu geschaffene Abteilung „Strategic Futures" leiten. Ball war federführend am KI-Aktionsplan der vorherigen US-Regierung beteiligt. Sein Team wird sich mit existenziellen Risiken, Arbeitsmarktveränderungen und dem Verhältnis zwischen KI-Laboren und Regierungen befassen.
Die Personaloffensive ist Teil eines massiven Wachstumskurses: OpenAI will seine Belegschaft von derzeit 4.500 auf rund 8.000 Mitarbeiter verdoppeln – und das bis Jahresende.
Vertraulicher Börsenprospekt eingereicht
Am 8. Juni reichte OpenAI einen vertraulichen S-1-Antrag bei der US-Börsenaufsicht SEC ein – der formelle Schritt in Richtung Börsengang. Zwar nannte das Unternehmen keinen konkreten Zeitplan, Branchenbeobachter rechnen jedoch mit einem Debüt Ende 2026. Die Bewertungsspanne liegt zwischen 850 Milliarden und 1,1 Billionen Dollar.
Der Schritt folgt auf eine Phase intensiver finanzieller Aktivität. Erst im März 2026 sammelte OpenAI 122 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von 852 Milliarden Dollar ein. Die annualisierten Umsätze sollen Mitte 2026 die Marke von 20 Milliarden Dollar überschreiten – ein deutlicher Sprung gegenüber den 13 Milliarden Dollar aus 2025. Doch die Kehrseite: Für 2026 wird ein Nettoverlust von 14 Milliarden Dollar erwartet. Grund sind die immensen Investitionen in Rechenkapazitäten und Spitzenpersonal.
Für die Abwicklung des Börsengangs führt OpenAI Gespräche mit Citigroup und JPMorgan Chase. Sie könnten zu den bereits engagierten Banken Goldman Sachs und Morgan Stanley stoßen.
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Wettbewerb und Expansion
OpenAI ist nicht allein auf dem Weg an die Börse. Der größte Konkurrent Anthropic hat ebenfalls einen vertraulichen Börsenprospekt eingereicht. Der Markt für milliardenschwere Tech-IPOs wurde zuletzt von SpaceX getestet: Das Raumfahrtunternehmen wurde Anfang des Monats mit rund 1,78 Billionen Dollar bewertet.
Während die Vorbereitungen für den Börsengang laufen, baut OpenAI sein Geschäft weiter aus. In mehreren internationalen Märkten – darunter Japan, Südkorea und Großbritannien – testet das Unternehmen erste Werbeanzeigen. Zudem sicherte sich OpenAI einen mehrjährigen Vertrag mit der spanischen Großbank BBVA: 120.000 Mitarbeiter in 25 Ländern sollen künftig ChatGPT Enterprise nutzen.
Der Ausbau der Unternehmensdienste und der geplante Börsengang zeigen: OpenAI kämpft um finanzielle Stabilität. Die Gesamtausgaben des Unternehmens lagen im vergangenen Jahr Schätzungen zufolge bei 34 Milliarden Dollar – getrieben durch die enormen Kosten für Training und Betrieb großer KI-Modelle.
