OpenAI, Tokens

OpenAI D 307.000 Tokens an einem Tag werfen Fragen zu Agentenkosten auf

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 02:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Dots automatisiert Arbeitsabläufe, doch Tests zeigen hohen Tokenverbrauch und mögliche Hintergrundkosten; Anthropic liegt bei Unternehmenszahlungen vorn.

OpenAI Dots und Anthropic: Agenten im Unternehmenseinsatz im Vergleich
Ein minimalistischer, moderner Bürokomplex bei Dämmerung mit klaren Linien und indirekter Beleuchtung ohne sichtbare Technologie. Illustration mit AI erstellt.

Branchenanalysten ziehen verstärkt direkte Vergleiche zwischen dem neuen Always-on-Agenten Dots von OpenAI und den Managed Agents des Konkurrenten Anthropic für den professionellen Einsatz in Unternehmen. Wie aus Branchenberichten vom 13. Oktober 2026 hervorgeht, rückt die Frage in den Mittelpunkt, welcher Ansatz sich bei der Automatisierung komplexer Arbeitsabläufe in der Praxis durchsetzen kann.

OpenAI hatte Dots am 29. September 2026 auf seiner Entwicklerkonferenz DevDay vorgestellt. Das System basiert auf dem Modell GPT-6 Astra und greift auf einen eigenen Cloud-Computer samt Browser zurück, wobei die Anbindung an lokale Rechner optional zuschaltbar bleibt.

Mit Zugriff auf mehr als 4.000 Anwendungen über Plugins lässt sich das System in Arbeitsumgebungen wie Slack, Microsoft Teams sowie mobile und Desktop-Versionen von ChatGPT einbinden und ist zudem per Anruf erreichbar.

Preisstrukturen und globale Verfügbarkeit

Für Unternehmenskunden knüpft OpenAI den Zugriff an höherpreisige Abonnements. Ein erster Dot ist in den ChatGPT-Pro-Tarifen zu monatlichen Preisen von 100 US-Dollar, 200 US-Dollar oder 500 US-Dollar sowie in Business Premium enthalten. Für Business Premium fallen bei jährlicher Abrechnung 100 US-Dollar pro Nutzer und Monat an, bei monatlicher Zahlweise 125 US-Dollar.

Dieser Tarif umfasst das Fünffache der Nutzung eines Standard-Zugangs ohne das übliche Fünf-Stunden-Limit. Ein Business-Arbeitsbereich erfordert mindestens zwei Plätze, womit der Einstiegspreis vor Steuern bei 120 US-Dollar monatlich im Jahresabonnement beziehungsweise 150 US-Dollar bei monatlicher Abrechnung liegt. Die Tarife Free, Go und Plus bleiben von Dots ausgeschlossen.

Während Business Premium in allen regulär unterstützten ChatGPT-Regionen verfügbar ist, bleibt der Pro-Zugang vorerst Kunden außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums, des Vereinigten Königreichs, der Schweiz, Norwegens, Islands und Liechtensteins vorbehalten.

Versionen für Großkunden sowie Bildungseinrichtungen und das Gesundheitswesen verbleiben in einer standardmäßig deaktivierten Testphase. Seit dem 9. Oktober 2026 lässt sich das System zwar über mobile Geräte verwalten, das initiale Einrichten erfordert jedoch weiterhin einen Desktop-Browser oder die Desktop-Anwendung.

Anzeige

Wer sich mit dem Einsatz solch fortschrittlicher Systeme befasst, muss auch die rechtlichen Rahmenbedingungen für neue Technologien im Blick behalten. Dieser kostenlose Praxisleitfaden bietet Unternehmen einen kompakten Überblick über alle Anforderungen, Pflichten und Fristen der EU-KI-Verordnung. EU AI Act Umsetzungsleitfaden kostenlos herunterladen

Tests zeigen Potenzial und unbemerkten Ressourcenverbrauch

Im praktischen Betrieb offenbaren sich bei Dots neben funktionierenden Automatisierungen auch operationelle Hürden. Während Websites neu gestaltet und Videomaterial eigenständig zusammengestellt werden konnten, scheiterten Buchungsversuche bei Internetanbietern an Sicherheitsabfragen oder führten in Anmeldeschleifen.

Zudem rückte der Ressourcenverbrauch in den Fokus: In einem Test der Sicherheitsfirma Geordie erzeugte ein einzelner Dot innerhalb eines Tages ohne weiteres Zutun 155 Aktivitätssequenzen und verbrauchte rund 307.000 Tokens, darunter mindestens 50 Verläufe innerhalb von zwei Minuten.

Auf Astra-Basis bezifferte Geordie die Kosten für 200.000 Tokens auf 5 bis 10 US-Dollar. Da Dots stets mit mindestens zwei parallel laufenden Agenten agieren und selbstständig Subagenten initiieren können, warnte die leitende KI-Beauftragte von Geordie, Hanah-Marie Darley, vor unkalkulierbaren Hintergrundkosten und riet davon ab, echte Zahlungsmittel zu hinterlegen.

Anzeige

Die zunehmende Automatisierung durch intelligente Systeme stellt Unternehmen nicht nur vor finanzielle, sondern auch vor neue regulatorische Herausforderungen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche KI-Systeme als Hochrisiko eingestuft werden und was Verantwortliche jetzt konkret tun müssen. Kostenlosen Report zu Risikoklassen und Pflichten sichern

Wettbewerbslage im Bereich agentischer Orchestrierung

Der Vergleich mit Anthropic trifft auf einen bereits stark umkämpften Markt. Eine Umfrage von VentureBeat Intelligence aus dem September 2026 unter 109 qualifizierten Unternehmen ergab, dass 43 Prozent der Firmen mit Orchestrierungsplattformen auf OpenAI setzen, während 22 Prozent Anthropics Claude Agent SDK und Managed Agents nutzen.

Google folgt mit der Enterprise Agent Platform bei 21 Prozent. Als primäre Plattform nannten 25 Prozent OpenAI, 18 Prozent Google und 16 Prozent Anthropic.

Laut weiteren Umfragedaten desselben Monats wechseln Unternehmen ihre Produktionsmodelle jedoch häufig: 62 Prozent hatten ein Modell in einer aktiven Anwendung ausgetauscht, wobei 59 Prozent danach über Leistungseinbrüche, nötige Nacharbeiten oder eine Rückkehr zum Ursprungsmodell berichteten.

Gleichzeitig belegten Auswertungsdaten des Ausgabenverwalters Ramp vom 9. September 2026, dass 43,8 Prozent der erfassten Kunden Zahlungen an Anthropic leisteten, während 39,8 Prozent Ausgaben bei OpenAI verzeichneten.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70318456 |