OpenAI, GPT-61

OpenAI D GPT-6.1 Terra übernimmt Aufgaben vom teuren Astra-Modell

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 16:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der neue Router verteilt Dots-Anfragen nach Schwierigkeit; Terra arbeitet laut OpenAI schneller und kostet pro Token deutlich weniger.
Modernes, minimalistisches Rechenzentrum bei Nacht mit blau beleuchteten Serverracks. Illustration mit AI erstellt.

OpenAI hat am 3. November 2026 damit begonnen, Aufgaben seiner Dots-KI-Assistenten vom Flaggschiff-Modell GPT-6 Astra auf das kleinere und kostengünstigere Modell GPT-6.1 Terra zu übertragen. Bisher wurden sämtliche Dots-Prozesse vollständig über GPT-6 Astra abgewickelt.

Ein neu integrierter automatischer Task-Router entscheidet nun anhand des Schwierigkeitsgrads einer Anfrage, ob diese an GPT-6 Astra oder an GPT-6.1 Terra weitergeleitet wird. Mit diesem Schritt reagiert das KI-Unternehmen auf die massiven Infrastruktur- und Betriebskosten der Assistenten.

Hoher Rechenaufwand durch dedizierte Cloud-Instanzen

Dots unterscheidet sich in der Architektur deutlich von herkömmlichen Chatbots: Jeder Dot wird auf einem eigenen Cloud-Computer betrieben. Adam Fry, Consumer-Chef für ChatGPT bei OpenAI, räumte am 2. November 2026 in New York ein, dass Dots außerordentlich rechenintensiv sei.

Die Assistenten, die am 29. September vorgestellt wurden, können Anweisungen per Telefonat entgegennehmen und Aufgaben wie Recherchen oder Programmierungen auch nach Beendigung des Gesprächs eigenständig fortsetzen. Laut Fry verzeichnet allein der ChatGPT-Sprachmodus wöchentlich 250 Millionen Nutzer.

Dots steht derzeit exklusiv zahlenden Kunden im ChatGPT-Pro-Abonnement für 100 US-Dollar monatlich zur Verfügung. In Südkorea belaufen sich die Kosten für das Pro-Abo auf 159.000 Won pro Monat, was etwa 120 US-Dollar entspricht.

Seit dem 28. Oktober 2026 lässt sich der Dienst in den USA auch über iMessage und RCS ansteuern; am 30. Oktober 2026 folgte die Ausweitung auf Kanada und Mexiko. In Brasilien wird der Zugang schrittweise für Abonnenten von ChatGPT Pro und Business Premium sowie in einer Beta-Version für Enterprise-Kunden freigeschaltet.

Effizienzgewinne durch GPT-6.1 Terra

Das Modell GPT-6.1 Terra, dessen Erweiterung innerhalb der Modellfamilie von OpenAI-Entwickler Thibault Sottiaux angekündigt wurde, erschien am 26. Oktober 2026 nach US-Zeit. Es steht Nutzern der Tarife Plus, Pro, Enterprise und Edu in ChatGPT Work und Codex sowie über die Entwicklerschnittstelle zur Verfügung. Terra ist als mittleres Modell konzipiert und speziell auf die Computer-Nutzung ausgelegt.

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Nach Angaben von OpenAI arbeitet Terra über dreimal schneller als GPT-6 Astra und GPT-6.1 Sol, während der Preis pro Token bei einem Zehntel des Astra-Niveaus liegt. Über die Programmierschnittstelle kostet GPT-6.1 Terra 1 US-Dollar pro Million Input-Tokens, 5 US-Dollar pro Million Output-Tokens sowie 0,05 US-Dollar pro Million gecachter Input-Tokens.

Zum Vergleich verlangt OpenAI für GPT-6 Astra 10 US-Dollar pro Million Input-Tokens, 50 US-Dollar für Output-Tokens und 1 US-Dollar für gecachte Daten. Das Modell GPT-6.1 Sol liegt preislich bei 2 US-Dollar, 10 US-Dollar beziehungsweise 0,10 US-Dollar.

In Benchmark-Tests zeigt sich die Effizienz des Modells: Im Test Agents' Last Exam erreicht Terra 60,0 Prozent bei Kosten von 1,01 US-Dollar je Aufgabe, während GPT-6 Astra 59,3 Prozent bei 7,24 US-Dollar erzielt.

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Im Benchmark MMMU-Pro kommt Terra auf 85,5 Prozent für 0,012 US-Dollar je Aufgabe gegenüber 86,7 Prozent bei 0,065 US-Dollar unter Astra. Bei OSWorld 2.1 liegt Terra bei 74,2 Prozent bei 1,19 US-Dollar, und im Test Terminal-Bench 4.0 erreicht das Modell 50,3 Prozent bei maximalem Reasoning.

Die interne Fehlerrate sank bei geringem Reasoning-Aufwand von 53,6 Prozent bei GPT-5.6 Terra auf 16,7 Prozent und fiel bei maximalem Aufwand um 18 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent. Lediglich für besonders komplexe Programmieraufgaben empfiehlt OpenAI weiterhin Sol oder Astra.

Wachsender Kostendruck in der KI-Branche

Die Optimierung der Rechenlast bei OpenAI spiegelt eine branchenweite Herausforderung wider. Auch xAI-Chef Elon Musk bezeichnete die Betriebskosten des Chatbots Grok als untragbar hoch im Verhältnis zum Umsatz und drosselte die zugewiesenen Rechenkapazitäten. Wettbewerber Anthropic weist in seiner geänderten S-1-Einreichung Kaufverpflichtungen in Höhe von 895,4 Milliarden US-Dollar aus, die primär Recheninfrastruktur betreffen.

OpenAI stützt sich gegenwärtig vor allem auf Grafikprozessoren von Nvidia und plant für 2027 den Ausbau einer eigenen Chip-Fertigung unter dem Projektnamen Jalapeno. In einer jüngsten Finanzierungsrunde sicherte sich das Unternehmen Zusagen über rund 11 Milliarden US-Dollar bei einer Bewertung von rund 1,25 Billionen US-Dollar.

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