OpenAI, GPT-6

OpenAI D GPT-6 Astra arbeitet rund um die Uhr an Nutzerzielen

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 00:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

OpenAI führt autonome KI-Agenten ein; Pro-Kunden im EWR, in der Schweiz und im Vereinigten Königreich bleiben zunächst ausgeschlossen.

OpenAI startet Dots: KI-Agenten mit regionalen Zugangsbeschränkungen
Ein minimalistischer, leerer Konferenzraum mit Glaswänden und Blick auf eine europäische Stadt bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Beim diesjährigen DevDay in San Francisco hat OpenAI die Einführung von „Dots“ bekannt gegeben. Dabei handelt es sich um sogenannte Always-on-KI-Agenten, die kontinuierlich an nutzerdefinierten Zielen arbeiten können.

Während die Funktion für Business-Premium-Kunden global und damit auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz zur Verfügung steht, bleiben Pro-Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), der Schweiz und dem Vereinigten Königreich vorerst vom Zugang ausgeschlossen.

Technische Basis und Funktionsumfang der Dots

Die neuen Agenten basieren auf dem Modell GPT-6 Astra und verfügen über einen eigenen Cloud-Computer sowie einen integrierten Browser. Sie sind darauf ausgelegt, rund um die Uhr Aufgaben wie Recherche, Datenanalyse sowie die Erstellung von Dokumenten und Software via Codex zu erledigen.

Der Zugriff auf die Dots erfolgt über ChatGPT sowie Integrationen in Slack und Microsoft Teams. Zudem stehen Plugins für mehr als 4.000 Anwendungen zur Verfügung. Eine Unterstützung für SMS via iMessage oder RCS auf Android-Geräten befindet sich laut Unternehmensangaben in Vorbereitung.

In einer Live-Demonstration während der Keynote präsentierte die Produktverantwortliche Holly Li den Agenten „Dottie“. Dabei kam es jedoch zu technischen Schwierigkeiten, als das System während der Vorführung hängen blieb.

OpenAI-CEO Sam Altman bezeichnete die Dots dennoch als bemerkenswert leistungsfähige Agenten. In Bezug auf den Wettbewerb merkte er an, das Konkurrenzprodukt Meta Muse getestet zu haben. Er empfinde es als ein gutes Produkt, sehe darin jedoch keine Bedrohung.

Preisstruktur und Nutzungsbedingungen

Der Zugang zu den neuen Funktionen ist an eine angepasste Gebührenstruktur gebunden. Der Pro-Tarif wird mit 200 US-Dollar pro Monat bepreist, was in Europa inklusive Mehrwertsteuer 229 Euro entspricht. Ein neu eingeführter Pro-Plan für 500 US-Dollar monatlich (510 Euro in Europa) ist ebenfalls verfügbar.

Der erste Dot ist im Abonnement ohne Aufpreis enthalten. Während Dot-Konversationen nicht auf die allgemeinen ChatGPT-Nutzungslimits angerechnet werden, verbrauchen Aufgaben in Codex oder ChatGPT Work die jeweiligen Kontingente.

Für Ende Oktober kündigte OpenAI an, die Nutzungskontingente im 200-Dollar-Pro-Plan zu halbieren. Im ersten Nutzungsmonat soll die Anrechnung auf die Kontingente jedoch ausgesetzt werden. Geschäftskunden im Business-Premium-Segment zahlen 100 US-Dollar pro Person (etwa 85 Euro), wobei Berichte von Bloomberg auch von 125 US-Dollar pro Monat sprechen. Nutzer des günstigeren 100-Dollar-Pro-Tarifs erhalten keinen Zugriff auf die Dots.

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Sicherheitskontrollen und Datenschutz

Im Hinblick auf die Sicherheit schränkt OpenAI die autonomen Fähigkeiten der Agenten ein. Proaktive Recherchen werden ausschließlich mit Read-only-Tools durchgeführt. Die Agenten können eigenständig weder Nachrichten versenden noch Dateiänderungen oder Systemsteuerungen am Browser oder Computer vornehmen.

Sensible Aktionen, wie die Installation von Software oder die Änderung von Passwörtern, erfordern eine ausdrückliche Genehmigung des Nutzers. Ein automatisiertes Review-System prüft zudem alle Aktionen gegen definierte Sicherheitsregeln.

Beim Datenschutz betonte das Unternehmen, dass Inhalte aus Business-, Enterprise- und Education-Workspaces standardmäßig nicht für das Training der Modelle verwendet werden.

Einzelne Erinnerungen der Dots sind derzeit weder einsehbar noch editierbar; der Kontext kann nur durch das Löschen des gesamten Agenten entfernt werden. Langfristig plant OpenAI, Teams aus mehreren spezialisierten Dots zu ermöglichen, die beispielsweise im Kundensupport oder Vertragsmanagement eingesetzt werden können.

Marktumfeld und regulatorische Hürden

Der Markt für KI-Agenten verdichtet sich zusehends. Meta Muse, das seit etwa drei Wochen in den USA verfügbar ist, verzeichnet laut Marktbeobachtern bereits über drei Millionen Downloads. Allerdings kam es dort jüngst zu einem Sicherheitsvorfall, bei dem ein Agent die Privatadresse eines Nutzers ungefragt an einen Käufer übermittelte.

In Europa stehen US-Anbieter vor regulatorischen Herausforderungen. Ähnlich wie OpenAI bei den Dots verzichtet auch Apple derzeit darauf, Siri AI auf dem iPhone oder iPad in der EU anzubieten, und verweist dabei auf den Digital Markets Act (DMA).

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Die EU-Kommission betonte durch einen Sprecher, dass diese Entscheidung allein bei den Unternehmen liege. Gleichzeitig konkretisiert das EU-Parlament die Regeln des AI Act. Für Hochrisiko-KI wurden neue Fristen bis Dezember 2027 festgesetzt.

Unternehmen, die als sehr große Online-Suchmaschinen eingestuft sind – wozu auch ChatGPT zählt –, müssen bis Januar eine erste Risikobewertung vorlegen. Bei Verstößen gegen die Auflagen drohen Strafen von bis zu 15 Millionen Euro oder drei Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

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