OpenAI-Deal: Nvidia investiert 105 Milliarden in Ohio-Rechenzentrum
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 14:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nvidia-Chef Jensen Huang hat erklĂ€rt, dass das Wachstum der KĂŒnstlichen Intelligenz zunehmend nicht mehr an Algorithmen oder Chipdesigns scheitert, sondern an physischer Infrastruktur. Land, Strom und die GebĂ€udehĂŒllen fĂŒr Rechenzentren entwickelten sich zum eigentlichen Engpass fĂŒr den Ausbau von KI-KapazitĂ€ten, so Huang.
LPS als neues Schlagwort
FĂŒr diesen Engpass hat Nvidia den Begriff LPS geprĂ€gt â Land, Power, Shell (Land, Strom, GebĂ€udehĂŒlle). Diese drei Faktoren gelten laut Huang inzwischen als kritische Ressource fĂŒr den Bau sogenannter KI-Fabriken. Bereits am Vortag hatte Nvidia angekĂŒndigt, KI-Unternehmen kĂŒnftig nicht mehr nur mit Chips, sondern auch mit Land und Strom zu versorgen.
Der Ohio-Deal mit SB Energy und OpenAI
Konkret wird die neue Strategie am Beispiel eines Projekts von Nvidia und SB Energy am sogenannten PORTS-Pike Technology Campus in Portsmouth, Ohio. Dort entsteht eine KI-Fabrik-KapazitÀt von zunÀchst 4,25 Gigawatt, mit einer Option auf weitere 3,75 Gigawatt.
Mieter der Anlage ist OpenAI. Laut Huang umfasst jede Generation einer solchen KI-Fabrik rund 1,5 Millionen Nvidia-GPUs und erwirtschaftet UmsÀtze in Höhe von 150 bis 200 Milliarden US-Dollar.
OpenAI hat sich laut Angaben bis 2030 zu einer KapazitĂ€t von rund 12 Gigawatt verpflichtet, mit der Möglichkeit auf eine Ausweitung auf 16 Gigawatt. Der Wert dieser Vereinbarung wird mit rund 600 Milliarden US-Dollar beziffert. Huang betonte dabei ausdrĂŒcklich, dass OpenAI fĂŒr die Nutzung Leasingzahlungen leiste und es sich nicht um eine zirkulĂ€re Finanzierungskonstruktion handle, bei der Nvidia sein eigenes Investment ĂŒber Umwege zurĂŒckerhĂ€lt.
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Nvidias finanzielles Engagement
Nvidia selbst investiert 1,5 Milliarden US-Dollar in SB Energy und sichert sich im Gegenzug die ExklusivitĂ€t als Compute-Lieferant fĂŒr das OpenAI-Rechenzentrum in Ohio. Laut einer Wertpapierunterlage stellt Nvidia darĂŒber hinaus eine Finanzierung von bis zu 105 Milliarden US-Dollar fĂŒr das Projekt bereit.
SB Energy selbst wird das Rechenzentrum bauen und betreiben und hat mit OpenAI ein 20-jÀhriges LeasingverhÀltnis vereinbart, das ab 2028 phasenweise in Betrieb gehen soll.
Massiver Ausbau der Energieinfrastruktur
Um den Strombedarf zu decken, bauen SB Energy und SoftBank mindestens 10 Gigawatt neue EnergieerzeugungskapazitĂ€t auf und investieren 4,2 Milliarden US-Dollar in die Netzinfrastruktur. KernstĂŒck ist ein Gaskraftwerk mit einer Leistung von 9,2 Gigawatt, dessen Bau mit 33 Milliarden US-Dollar veranschlagt wird. Als Standort dient eine ehemalige Urananreicherungsanlage des US-Energieministeriums.
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Nvidia flankiert das Projekt mit Garantien ĂŒber einen Zeitraum von 20 Jahren. Erwartet werden bis 2032 rund 35.000 ArbeitsplĂ€tze im Baugewerbe sowie 2.500 dauerhafte Stellen am Standort.
Selektive Standortwahl statt FlÀchendeckung
Huang machte deutlich, dass sich Nvidia bei solchen GroĂprojekten auf ausgewĂ€hlte Standorte konzentriere, an denen eine sichtbare und dauerhafte Nachfrage bestehe. Das Ohio-Projekt mit SB Energy und OpenAI dient damit als Blaupause fĂŒr einen Ansatz, bei dem Chiphersteller zunehmend selbst in die physische Grundlage der KI-Infrastruktur investieren, statt sich allein auf den Verkauf von Hardware zu verlassen.
