OpenAI-IPO: Börsengang mit über einer Billion Euro Bewertung
Veröffentlicht: 05.07.2026 um 17:29 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Laut einem vertraulichen Antrag bei der US-Börsenaufsicht SEC aus dem Juni 2026 strebt der ChatGPT-Entwickler eine Marktkapitalisierung jenseits der Billionen-Marke an. CEO Sam Altman machte deutlich, dass eine Bewertung unter diesem Schwellenwert für den für 2027 erwarteten Börsengang nicht in Frage komme.
Zwischen Milliardenumsätzen und Milliardenverlusten
Derzeit wird OpenAI auf dem privaten Markt mit rund 780 Milliarden Euro bewertet. Die aggressiven Wachstumszahlen untermauern den Anspruch: 2025 erwirtschaftete das Unternehmen rund 11,9 Milliarden Euro Umsatz, für 2026 zeichnet sich ein monatliches Umsatzniveau von etwa 1,8 Milliarden Euro ab.
Doch die Kehrseite ist gewaltig. Die Entwicklung und der Betrieb hochentwickelter KI-Modelle verschlingen Unsummen. Für das Gesamtjahr 2025 verbuchte OpenAI einen Nettoverlust von 35,2 Milliarden Euro, allein im ersten Quartal 2026 standen weitere 7,8 Milliarden Euro Verlust zu Buche.
Um den gigantischen Rechenbedarf zu decken, hat sich OpenAI zu Cloud-Dienstleistungen im Wert von rund 229 Milliarden Euro bei Microsofts Azure-Plattform verpflichtet. Die Partnerschaft läuft mindestens bis 2032.
Microsoft als größter Profiteur
Der potenzielle Börsengang wäre vor allem für Microsoft ein Milliardengeschäft. Der Tech-Konzern hält 27 Prozent an OpenAI. Bei einer Bewertung von einer Billion Euro wäre dieser Anteil rund 247 Milliarden Euro wert – das entspricht etwa neun Prozent der gesamten Microsoft-Marktkapitalisierung von 2,65 Billionen Euro.
Microsofts Geschäft brummt: Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 meldete der Konzern einen Umsatz von 75,8 Milliarden Euro, ein Plus von 18 Prozent im Jahresvergleich. Die Azure-Sparte wuchs um 40 Prozent. Die Investitionsausgaben für 2026 werden auf 174 Milliarden Euro geschätzt.
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Dennoch steht die Microsoft-Aktie unter Druck: Seit Jahresbeginn verlor sie 19 Prozent, derzeit liegt sie 30 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch.
Weitere Großinvestoren warten gespannt
Auch andere Investoren verfolgen den IPO-Zeitplan genau. Die japanische SoftBank hält 13 Prozent an OpenAI mit nicht realisierten Gewinnen von rund 41 Milliarden Euro. Allerdings fiel der SoftBank-Aktienkurs am 5. Juli 2026 – Berichte über eine mögliche Verzögerung des Börsengangs machten die Runde.
Nvidia investierte 27,4 Milliarden Euro in den KI-Entwickler, Amazon steuerte 13,7 Milliarden Euro in Vorzugsaktien bei und sagte weitere 32 Milliarden Euro zu.
Regulatorischer Gegenwind und Infrastruktur-Pläne
OpenAI bewegt sich in einem zunehmend komplexen regulatorischen Umfeld. Um politischen Druck abzumildern, hat das Unternehmen vorgeschlagen, dem US-Staat fünf Prozent der Anteile anzubieten. Hintergrund sind Gespräche zwischen Altman und verschiedenen politischen Akteuren über die KI-Aufsicht. Einige Politiker, darunter Senator Bernie Sanders, fordern sogar eine 50-prozentige Steuer auf Aktien großer KI-Unternehmen.
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Die Infrastruktur wächst parallel: Im Juli 2026 startete SoftBank mit SB Neo eine neue US-Cloud-Tochter. Ziel ist eine Datenzentrum-Kapazität von zehn Gigawatt bis etwa 2030. Ein 1,2-Gigawatt-Projekt in Texas entsteht in Zusammenarbeit mit OpenAI.
Nicht alle Großprojekte laufen nach Plan: Das „Stargate UK“-Projekt, ursprünglich als 35 Milliarden Euro schwere Investition mit OpenAI und Nvidia angekündigt, entpuppte sich als weitgehend hypothetisch. Im April 2026 wurde das Vorhaben auf Eis gelegt, nachdem es nie über die Konzeptphase hinausgekommen war.
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