OpenAI-Klagen, US-StaatsanwÀlte

OpenAI-Klagen: Acht US-StaatsanwÀlte werfen ChatGPT SicherheitsmÀngel vor

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 20:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die KlĂ€ger verlangen Änderungen an ChatGPT, Datenlöschungen und Schadensersatz; die FTC richtete ebenfalls Forderungen an OpenAI.
Ein leerer, traditioneller Gerichtssaal mit einer hölzernen Richterbank, beleuchtet durch einfallendes Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Am 14. Oktober 2026 haben acht US-StaatsanwĂ€lte separate, koordinierte Klagen gegen OpenAI bei ihren jeweiligen einzelstaatlichen Gerichten eingereicht. Zu der ĂŒberparteilichen Koalition gehören Arizona unter FĂŒhrung der GeneralstaatsanwĂ€ltin Kris Mayes als einziger Demokratin sowie die republikanisch gefĂŒhrten Bundesstaaten Arkansas, Idaho, Iowa, Kansas, Montana, Nebraska und West Virginia.

Die AnklĂ€ger werfen dem Unternehmen unlautere und irrefĂŒhrende GeschĂ€ftspraktiken vor. OpenAI habe öffentlich Sicherheitsversprechen abgegeben, gleichzeitig jedoch Tests beschleunigt und damit SchĂ€den fĂŒr minderjĂ€hrige Nutzer in Kauf genommen.

Vorwurf mangelnder Produktsicherheit und psychologischer Risiken

In den Klageschriften beanstanden die acht StaatsanwĂ€lte grundlegende Defizite bei der Produktsicherheit von ChatGPT. Das System missachte erforderliche Sicherheitsstandards, sei ĂŒbermĂ€ĂŸig gefĂ€llig gestaltet, simuliere menschliche Emotionen und könne bei Betroffenen Wahnvorstellungen verstĂ€rken.

Zudem bestehe das Risiko, dass die Software gefĂ€hrliche medizinische RatschlĂ€ge erteile oder Handlungen begĂŒnstige, die zu Selbst- oder FremdschĂ€digungen fĂŒhren.

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Kris Mayes, GeneralstaatsanwĂ€ltin von Arizona, betonte, ChatGPT sei ohne hinreichende Schutzmechanismen fĂŒr Anwender und insbesondere fĂŒr Kinder eingefĂŒhrt worden. Das Sprachmodell sei bewusst menschenĂ€hnlich gestaltet worden, um ĂŒber ein hohes Suchtpotenzial die Erfassung von Daten voranzutreiben.

Der Generalstaatsanwalt von West Virginia, McCuskey, kritisierte unter anderem das Fehlen einer Altersverifikation sowie mangelnde Schutzvorkehrungen bei sensiblen Themen wie Suizid, AmoklÀufen und Selbstverletzungen. In Kansas reichte Generalstaatsanwalt Kris Kobach eine entsprechende Verbraucherschutzklage gegen den KI-Entwickler ein.

Finanzielle Forderungen und behördlicher Druck

Die Bundesstaaten verlangen gerichtlich angeordnete UnterlassungsverfĂŒgungen sowie grundlegende Änderungen an der Funktionsweise von ChatGPT, um stĂ€rkere Sicherheitsfunktionen durchzusetzen. Zudem fordern die KlĂ€ger Datenlöschungen und Schadensersatz fĂŒr ihre Staaten. Die beantragten zivilrechtlichen Strafen belaufen sich auf 5.000 bis 40.000 US-Dollar je festgestelltem Verstoß.

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Der Bundesstaat Iowa verlangt zusĂ€tzlich 5.000 US-Dollar fĂŒr jeden Verstoß, der Personen ab 60 Jahren betrifft. Die StaatsanwĂ€lte verweisen zur Untermauerung ihres Vorgehens auch auf eine Quinnipiac-Umfrage, nach der 91 Prozent der Amerikaner verbindliche Leitplanken fĂŒr kĂŒnstliche Intelligenz fĂŒr wichtig halten.

OpenAI verwies in einer Reaktion auf bereits bestehende Schutzmaßnahmen und signalisierte Kooperationsbereitschaft. Zeitgleich mit dem Vorgehen der Bundesstaaten erhöhten auch Bundesbehörden den Druck: Am 14. Oktober 2026 sandte die US-Bundeshandelskommission FTC sogenannte Civil Investigative Demands mit einem Umfang von jeweils ĂŒber 50 Seiten an OpenAI und den Konkurrenten Anthropic.

Die rechtlichen Schritte folgen auf frĂŒhere Maßnahmen im Bundesstaatenkreis; so hatten 15 US-Staaten bereits im August 2026 eine Untersuchung gegen die Plattform Hugging Face eingeleitet.

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