OpenAI, Ukraine

OpenAI nimmt Ukraine in KI-Cyberabwehr-Programm auf

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 09:27 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

OpenAI nimmt das ukrainische Ministerium für digitale Transformation in sein Daybreak-Programm auf. Die KI soll helfen, Sicherheitslücken in ziviler Infrastruktur wie Versorgungsunternehmen und Krankenhäusern zu finden und zu schließen.

Neue KI von OpenAI ist gut darin, zum Teil seit Jahren schlummernde Sicherheitslücken zu entdecken. (Archivbild) - Bild: Richard Drew/AP/dpa
Neue KI von OpenAI ist gut darin, zum Teil seit Jahren schlummernde Sicherheitslücken zu entdecken. (Archivbild) - Bild: Richard Drew/AP/dpa

OpenAI nimmt das ukrainische Ministerium für digitale Transformation in sein Cyberabwehr-Programm Daybreak auf, damit KI-Software beim Schutz ziviler Infrastruktur vor Hackerangriffen helfen kann.

KI soll Sicherheitslücken schließen

Mit der Technologie sollen Schwachstellen in IT-Systemen aufgespürt und behoben werden. OpenAI stellt den Zugang ausgewählten IT-Sicherheitsexperten zur Verfügung; das Programm ist nicht frei erhältlich.

Im Mittelpunkt steht der Schutz kritischer ziviler Einrichtungen. Dazu zählen unter anderem Versorgungsunternehmen und Krankenhäuser, die in der Ukraine seit Jahren Cyberangriffen ausgesetzt sind, die russischen Hackern zugeordnet werden.

Fast 6.000 Zwischenfälle registriert

Allein im vergangenen Jahr registrierte die ukrainische Cybersicherheits-Behörde nach Angaben von OpenAI fast 6.000 Zwischenfälle. Die Aufnahme in Daybreak soll den Behörden zusätzliche Möglichkeiten geben, Angriffe frühzeitig zu verhindern und die Widerstandsfähigkeit wichtiger Netzwerke zu erhöhen.

Begrenzter Zugang wegen Gefahren

OpenAI und der Konkurrent Anthropic haben KI-Systeme entwickelt, die besonders gut auch lange bestehende Schwachstellen in Software erkennen können. Dieses Wissen kann jedoch ebenfalls für schwere Cyberangriffe missbraucht werden.

Deshalb begrenzen die Unternehmen den Zugang zu diesen Fähigkeiten in Abstimmung mit der US-Regierung. In OpenAIs Daybreak-Programm arbeiten bereits IT-Sicherheitsexperten aus Deutschland, Frankreich und Polen mit der Technologie.

Cyberabwehr als Teil der zivilen Verteidigung

Der Zugang zu Daybreak erweitert die ukrainischen Schutzmaßnahmen um ein Werkzeug, das nicht erst auf einen laufenden Angriff reagieren, sondern Schwachstellen vorab erkennen soll. Das ist für Versorger und Krankenhäuser besonders wichtig, weil digitale Ausfälle unmittelbar die Versorgung der Bevölkerung beeinträchtigen können.

Die Größenordnung der Bedrohung zeigt die von der ukrainischen Cybersicherheits-Behörde registrierte Zahl von fast 6.000 Zwischenfällen im vergangenen Jahr. Cyberangriffe gehören damit neben Raketen- und Drohnenangriffen zu den dauerhaften Belastungen für staatliche Stellen und kritische Infrastruktur.

Begrenzter Zugang wegen des Missbrauchsrisikos

KI-Systeme, die Sicherheitslücken selbstständig aufspüren, können Verteidigern helfen, bergen aber zugleich ein erhebliches Missbrauchspotenzial. Dieselben Fähigkeiten könnten Angreifern die Suche nach verwundbaren Systemen erleichtern. OpenAI begrenzt den Zugang deshalb auf ausgewählte IT-Sicherheitsexperten und macht die Software nicht frei verfügbar.

Bedeutung für Europa

Dass neben ukrainischen auch Fachleute aus Deutschland, Frankreich und Polen an dem Programm beteiligt sind, verweist auf eine europäische Dimension. Erfahrungen aus der Ukraine können den Schutz grenzüberschreitender Netzwerke verbessern. Für Bürgerinnen und Bürger bleibt entscheidend, ob erkannte Schwachstellen schnell geschlossen werden und ob Einrichtungen auch bei erfolgreichen Angriffen ihren Betrieb aufrechterhalten können.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „Ukraine-Krieg im Liveticker: +++ 16:26 Ukraine-UAV spürt versteckten russischen T-72-Panzer auf +++“ (23.09.2026)

Der Liveticker berichte, ukrainische Spezialisten erhielten künftig Zugang zu Daybreak, um Sicherheitslücken aufzuspüren und zu schließen. Er bestätige damit den Kern der Meldung, setze den Schwerpunkt jedoch auf die begrenzte Verfügbarkeit des Programmpakets und ergänze den Anlass der Ankündigung am Rande der UN-Vollversammlung.

Tagesspiegel: „Kyjiw unter Feuer: Mindestens zwei Tote und Dutzende Verletzte nach heftigen Angriffen“ (23.09.2026)

Der Bericht ordne die OpenAI-Ankündigung in die laufenden Nachrichten zur Ukraine ein und schreibe, Daybreak solle beim Schutz kritischer Netzwerke helfen. Anders als der n-tv-Ticker stelle er die Cyberabwehr neben die militärischen und zivilen Folgen des Krieges; offen bleibe, welche konkreten ukrainischen Einrichtungen zuerst Zugang erhielten.

Beide Beiträge bestätigten die Aufnahme ukrainischer Spezialisten in das Daybreak-Programm. Während n-tv die technische Funktion und den eingeschränkten Zugang hervorhebe, betone der Tagesspiegel den Zusammenhang mit der allgemeinen Sicherheitslage der Ukraine.

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