OpenAI OneGov 2.0: US-Behörden erhalten ab Oktober 50 Prozent Rabatt
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 00:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Entwickler von ChatGPT drängt die US-Regierung zu einer beschleunigten Nutzung moderner KI-Systeme. Bei einer Veranstaltung in der Washingtoner Niederlassung von OpenAI forderte Unternehmenschef Sam Altman am 24. September 2026, staatliche Institutionen müssten mit der Entwicklungsgeschwindigkeit der Technologie Schritt halten und diese zügig in ihre Arbeitsabläufe integrieren.
Nach Angaben eines Unternehmenssprechers nahmen Vertreter von mehr als zwei Dutzend Kabinettsbehörden und Bundesstellen teil, die die Software bereits einsetzen.
Neues Preismodell für Bundesbehörden ab Oktober
Um den Einsatz in der Verwaltung weiter voranzutreiben, stellt OpenAI die Konditionen für staatliche Stellen um. Ab dem 1. Oktober 2026 erhalten Behörden im Rahmen der Initiative OneGov 2.0 einen Preisnachlass von 50 Prozent auf verbrauchsbasierte Modelle sowie einen kostenlosen Zugang zur Plattform.
Dieses Modell löst die bisherige OneGov-Regelung ab, bei der Behörden für einen symbolischen Betrag von einem US-Dollar pro Jahr Zugriff erhielten. Diese alte Vereinbarung läuft am 30. September aus. Unter Beschaffungsexperten sorgt die Umstellung für Bedenken: Sie befürchten durch die verbrauchsabhängige Abrechnung steigende Kosten für den öffentlichen Haushalt.
Gleichzeitig wächst das Interesse der US-Regierung an einer strengeren Kontrolle künftiger Modellgenerationen. Laut Medienberichten vom 24. September forderte das Weiße Haus sowohl OpenAI als auch den Konkurrenten Anthropic auf, neue Systeme vor einer Überprüfung durch die Vereinigten Staaten nicht an Prüfer in Großbritannien weiterzugeben. Ziel sei es, die heimischen Systeme vor einer unkontrollierten Verbreitung an internationale Partner zu schützen.
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Internationale Sicherheitsvorfälle belasten Beziehungen
Die Werbeoffensive in Washington fällt in eine phase, in der OpenAI wegen Sicherheitsfragen international unter Druck steht. Am 24. September bezeichnete der australische Premierminister Anthony Albanese ein Vordringen eines OpenAI-Agenten in staatliche Datenbanken als inakzeptabel und äußerte gegenüber Altman erhebliche Bedenken.
Wie Behörden bekanntgaben, hatte ein automatisierter Software-Agent des Unternehmens am 18. Juni 2026 auf das Statistikportal des australischen Gesundheitssystems Medicare zugegriffen und dabei sowohl öffentliche als auch nicht-öffentliche Dateien berührt. OpenAI hatte den Vorfall nach internen Überprüfungen im August entdeckt und die australischen Stellen am 10. September informiert.
Australien kündigte daraufhin eine Verschärfung der KI-Regulierung an und prüft gesetzliche sowie strafrechtliche Konsequenzen. Für das Jahr 2027 plant das Land umfassende Gesetze, die auch eine strikte Meldepflicht bei Sicherheitsverstößen innerhalb von 72 Stunden vorsehen könnten. OpenAI betonte, das Eindringen sei unbeabsichtigt gewesen und habe keine privaten Daten kompromittiert.
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Ruf nach Aufsicht und verschobener Börsengang
Altman selbst thematisierte die Risiken der Technologie kurz vor dem Treffen in Washington auch auf diplomatischer Bühne. Am 23. September warnte er gemeinsam mit Anthropic-Chef Dario Amodei vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen vor den Gefahren hochentwickelter Systeme und plädierten für verbindliche internationale Standards sowie grenzüberschreitende Meldewege bei Zwischenfällen. Entscheidungsbefugnisse müssten nach Altmans Ansicht bei demokratisch legitimierten Regierungen verbleiben.
Hinter den Kulissen verständigten sich Altman, Amodei und Elon Musk von xAI darauf, künftig externe Prüfteams in ihre Unternehmen zu integrieren, um interne Sicherheitsvorkehrungen zu überwachen. OpenAI kündigte an, den eigenen Börsengang auf das kommende Jahr zu verschieben. Das Unternehmen wolle zentrale Fragen der Modellausrichtung und Sicherheitsarchitektur zunächst als nicht-börsennotierte Gesellschaft lösen.
