OpenAI, Börsengang

OpenAI plant Börsengang: Fast eine Billion Euro Bewertung

25.06.2026 - 23:55:14 | boerse-global.de

OpenAI meldet Börsengang an und strebt Bewertung von fast einer Billion Euro an. Trotz Umsatzexplosion von 12 Mrd. Euro verzeichnet das Unternehmen tiefe Verluste.

OpenAI reicht IPO-Antrag ein: Milliarden-Bewertung erwartet
OpenAI - Abstrakte Darstellung eines KI-Neuronalen Netzes mit leuchtenden Verbindungen, überlagert von schwachen Finanzcharts und Aktientickern. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das Unternehmen aus San Francisco könnte dabei mit fast einer Billion Euro bewertet werden. Goldman Sachs und Morgan Stanley sollen die Emission führen, Branchenkenner rechnen mit einem Börsendebüt bereits im vierten Quartal 2026.

Die Anmeldung erfolgt in einer Phase rasanten Wachstums und tiefgreifender Umstrukturierung. Ende 2025 wandelte sich OpenAI in eine Public Benefit Corporation um – eine Gesellschaftsform, die neben Gewinn auch gesellschaftliche Ziele verfolgt. Die ursprüngliche Non-Profit-Organisation erhielt dabei Anteile im Wert von rund 120 Milliarden Euro.

Finanzielle Entwicklung: Gigantische Umsätze, tiefe Verluste

Die Zahlen, die OpenAI offenlegte, sind beeindruckend – und widersprüchlich. Der Umsatz explodierte 2025 auf 12,1 Milliarden Euro, nach gerade einmal 3,4 Milliarden Euro im Vorjahr. Aktuell setzt das Unternehmen monatlich rund 1,85 Milliarden Euro um. Das Wachstumstempo übertrifft selbst die größten Tech-Konzerne in vergleichbaren Phasen.

Doch die Kehrseite: Ein Nettoverlust von 35,6 Milliarden Euro für 2025. Darin enthalten sind einmalige Restrukturierungskosten von 38,4 Milliarden Euro durch die Umwandlung der Rechtsform. Im ersten Quartal 2026 lag die operative Marge bei minus 122 Prozent – für jeden verdienten Euro gab OpenAI 1,22 Euro aus.

Die größten Kostentreiber: Forschung und Entwicklung verschlangen 17,7 Milliarden Euro, davon flossen allein 15,9 Milliarden Euro an Microsoft für Rechenkapazitäten. Der Softwareriese aus Redmond hält mit 27 Prozent weiterhin die größte Einzelbeteiligung an OpenAI.

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Wettbewerb: Duell der KI-Giganten

Die jüngste Bewertung von OpenAI lag im März 2026 bei 788 Milliarden Euro. Das Unternehmen sammelte zuvor in mehreren Runden Kapital von Schwergewichten ein: Amazon sagte umgerechnet 46 Milliarden Euro zu – 32 Milliarden Euro davon sind allerdings an das Erreichen bestimmter Meilensteine geknüpft. SoftBank und Nvidia investierten jeweils rund 28 Milliarden Euro.

Spannend wird der Wettbewerb mit dem Rivalen Anthropic. Der Entwickler des KI-Modells Claude reichte eigenen Berichten zufolge bereits eine Woche vor OpenAI seinen Börsenantrag ein – bei einer Bewertung von knapp 893 Milliarden Euro. Im Kampf um die Marktführschaft bei großen Sprachmodellen liegt Anthropic derzeit mit 31,4 Prozent Umsatzanteil vorne, OpenAI kommt auf 29 Prozent.

Eigener KI-Chip und Milliarden-Nutzerbasis

Für die nächste Wachstumsphase rüstet OpenAI technologisch auf. Das Unternehmen entwickelte gemeinsam mit Broadcom und Celestica einen eigenen Chip mit dem Codenamen „Jalapeño“. Es handelt sich um einen ASIC-Chip, der speziell für die Ausführung großer Sprachmodelle optimiert ist. Die Entwicklung dauerte nur neun Monate. Erste Muster laufen bereits mit fortgeschrittenen Versionen der Code-Generierungsmodelle, die vollständige Auslieferung für Rechenzentren ist für Ende 2026 geplant.

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Die Reichweite von OpenAI ist enorm: 900 Millionen aktive Nutzer pro Woche und 50 Millionen zahlende Abonnenten für ChatGPT. Interne Daten zeigen, dass das Modell Codex inzwischen den Großteil der wöchentlich generierten Token ausmacht. Das Unternehmen arbeitet nach eigenen Angaben an einem vollautomatischen KI-Forscher, der bis 2028 einsatzbereit sein soll.

Der Zeitpunkt des Börsengangs bleibt abhängig von den Marktbedingungen. Parallel bereitet OpenAI offenbar einen sekundären Aktienverkauf für Mitarbeiter zur Bewertung von 788 Milliarden Euro vor. Im Mai 2026 konnte das Unternehmen zudem einen Rechtsstreit mit früheren Geldgebern beilegen – ein letztes Hindernis auf dem Weg an die Börse scheint damit ausgeräumt.

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