OpenAI-Rechenzentren, Megawatt

OpenAI-Rechenzentren: Bis zu 1.000 Megawatt bei Notlagen einsparen

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 16:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Pilot in Georgia erlaubt bis zu 1.000 Megawatt flexible Lastsenkung; OpenAI übernimmt die Infrastrukturkosten und finanziert Bildungsangebote.
Ein weitläufiges Umspannwerk mit Hochspannungsmasten und Transformatoren in einer ländlichen Umgebung bei Sonnenuntergang. Illustration mit AI erstellt.

OpenAI hat angekündigt, den Stromverbrauch seiner direkt entwickelten Rechenzentren in den USA künftig bei extremen Wetterereignissen oder Notlagen gezielt zu senken. Das Vorhaben ist Teil des neu gestarteten Programms „Grid Protectors“, mit dem der KI-Entwickler auf Belastungen für die Stromnetze reagieren will.

Geplant sind standortspezifische Vereinbarungen mit Energieversorgern und Regulierungsbehörden, bei denen Umfang, Geschwindigkeit und Dauer der Lastreduktion individuell festgelegt werden.

Pilotprojekt in Georgia umfasst bis zu 1.000 Megawatt

Als Ausgangspunkt des Programms dient ein neuer Campus im Effingham County im US-Bundesstaat Georgia. Die dortige Vereinbarung mit dem Versorger Georgia Power sieht eine flexible Nachfragesteuerung von bis zu 1.000 Megawatt vor. Diese Leistung entspricht dem durchschnittlichen Verbrauch von rund 700.000 Haushalten und übersteigt den gemeinsamen Strombedarf der Großstädte Washington D.C. und Boston.

Die staatliche Regulierungskommission Georgia Public Service Commission hatte den Vertrag für das Vorhaben, das unter dem Projektnamen „Camellia“ geführt wird, am 26. August 2026 genehmigt.

Der Baubeginn für den Standort ist für Ende 2026 avisiert, während die Bereitstellung des Stroms gestaffelt über den Zeitraum von 2028 bis 2032 erfolgen soll. Da es sich um ein Pilotprojekt handelt, das sich gegenwärtig in der Entwicklung befindet, will OpenAI weitere Details nach dem Abschluss der Planungen veröffentlichen.

Finanzielle Zusagen und Entlastung für Verbraucher

OpenAI hat zugesichert, die gesamten Infrastruktur- und Netzkosten für den Campus selbst zu tragen, um bestehende Stromkunden nicht finanziell zu belasten.

Georgia Power rechnet infolge von Großlast-Verträgen wie dem Projekt Camellia ab 2029 mit jährlichen Einsparungen für Kunden in Höhe von rund 950 Millionen US-Dollar. Für einen typischen Haushalt mit einem Monatsverbrauch von 1.000 Kilowattstunden entspreche dies einer Entlastung von mindestens 15 US-Dollar pro Monat.

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Zusätzlich hat sich das KI-Unternehmen verpflichtet, über die Projektlaufzeit einen Fonds von 80 Millionen US-Dollar bereitzustellen. Davon sind bis zu 71 Millionen US-Dollar für Bildungsgutschriften vorgesehen, die Schülern in Georgia zugutekommen sollen.

Strategiewechsel vor dem Hintergrund wachsender Regulierung

OpenAIs Energiepolitik-Chef John McCarrick bezeichnete die Maßnahme als bewusste Abkehr vom traditionellen Anspruch auf eine Ausfallsicherheit von 99,999 Prozent („five nines“), wie sie bei Hyperscalern lange üblich war. Der Schritt spiegele sowohl den technologischen Wandel der Branche als auch Reaktionen auf Rückmeldungen aus der Bevölkerung wider.

Der Vorstoß fällt in eine Phase intensiver Debatten über den Energiehunger von Rechenzentren: Laut Schätzungen von OpenAI soll die entsprechende US-Kapazität bis zum Jahr 2030 auf über 100 Gigawatt anwachsen. Zugleich wächst der regulatorische Druck auf die Betreiber.

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Die Bundesenergieaufsicht FERC fordert inzwischen Reformen und Rechtfertigungen bei den Netzanschlussverfahren für industrielle Großverbraucher. Parallel sieht ein Genehmigungsgesetzentwurf im US-Senat vor, den Bundesstaaten das Recht einzuräumen, Rechenzentren verbindliche Verbrauchslimits als Voraussetzung für den Netzzugang aufzuerlegen.

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