OpenAI, Getty

OpenAI und Getty: Lizenzierte Bilder gegen Copyright-Krise

30.06.2026 - 15:54:50 | boerse-global.de

OpenAI integriert Getty-Bilder in ChatGPT, startet neue KI-Modelle und treibt Werbeexpansion voran. Parallel wächst der juristische Druck durch Verlage.

OpenAI und Getty Images: Lizenzierte Bilder für ChatGPT-Suche
OpenAI - Zukünftige digitale Oberfläche mit Bildraster und Suchergebnissen, Symbol für KI und visuelle Inhalte. 30.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

OpenAI integriert lizenzierte Getty-Bilder in die ChatGPT-Suche – ein Schritt gegen die Copyright-Krise.

Der KI-Konzern OpenAI und die Bildagentur Getty Images haben am heutigen Dienstag eine mehrjährige Partnerschaft bekannt gegeben. Künftig sollen lizenzierte Visuals aus dem Getty-Archiv direkt in den Suchergebnissen und KI-Antworten von ChatGPT erscheinen. Ziel ist es, die Bildqualität zu steigern und gleichzeitig rechtliche Grauzonen bei der Nutzung von urheberrechtlich geschütztem Material zu schließen.

Getty-Chef: „KI-Suche wird nützlicher“

Craig Peters, CEO von Getty Images, betonte, dass die Einbindung lizenzierter Inhalte die KI-gestützte Suche für Nutzer deutlich wertvoller mache. Die Partnerschaft ist Teil einer strategischen Neuausrichtung des Bildarchivs: Bereits 2022 verklagte Getty den KI-Pionier Stability AI wegen Urheberrechtsverletzungen, 2023 brachte das Unternehmen ein eigenes generatives KI-Tool auf den Markt. Im Oktober 2025 schloss Getty zudem einen ähnlichen Lizenzvertrag mit der KI-Suchmaschine Perplexity AI.

Ob die Getty-Bibliothek auch zum Training künftiger OpenAI-Modelle genutzt wird, ließ das Unternehmen offen.

Werbeexpansion und Milliardenziele

Parallel zum Bilderdeal treibt OpenAI seine Kommerzialisierung voran. David Dugan, Werbechef des Unternehmens, kündigte an, dass die Plattform auf externe Mess- und Verifikationssysteme setzt, um das Vertrauen von Werbekunden zu stärken. Innerhalb der letzten vier Monate expandierte das Werbegeschäft auf sieben Märkte.

Die internen Prognosen sind ambitioniert: OpenAI erwartet für 2026 Werbeeinnahmen von 2,5 Milliarden Euro, langfristig peilt der Konzern sogar 100 Milliarden Euro bis 2030 an. Die Finanzziele kommen nicht von ungefähr – das Unternehmen hat Berichten zufolge einen vertraulichen Börsenzulassungsantrag bei der US-Börsenaufsicht eingereicht. Laut Branchendaten aus den Jahren 2024 und 2025 vereinte ChatGPT in diesem Zeitraum 82,6 Prozent des gesamten generativen KI-Datenverkehrs auf sich.

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Drei neue KI-Modelle: Sol, Terra und Luna

Ebenfalls heute startete OpenAI eine limitierte Vorschau auf die GPT-5.6-Architektur. Das Flaggschiff-Modell Sol kostet fünf Euro pro einer Million Input-Tokens und 30 Euro pro einer Million Output-Tokens. Hinzu kommen die ausbalancierte Version Terra sowie das schnellere und günstigere Modell Luna. Erste Zugänge erhielten vertraute Partner nach Abstimmung mit der US-Regierung; eine breitere Verfügbarkeit soll in den kommenden Wochen folgen.

HP setzt auf OpenAIs „Frontier AI“

Im Unternehmenssektor sorgt eine strategische Partnerschaft mit HP für Aufsehen. Der Drucker- und PC-Hersteller will die Frontier-AI-Plattform von OpenAI global ausrollen. Geplant sind KI-Agenten für den Kundenservice, die Softwareentwicklung und die interne Produktivität. HP-Interimschef Bruce Broussard sieht die Zukunft in hybriden KI-Lösungen. Das Unternehmen entwickelt zudem spezielle Hardware für kontinuierliche Inferenz und sogenannte „Agentic Workloads“.

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35 Verlage ziehen vor Gericht

Trotz der neuen Lizenzvereinbarungen bleibt OpenAI juristisch unter Druck. Erst gestern reichten 35 Nachrichtenverlage, die rund 400 Lokalzeitungen vertreten, eine bundesweite Klage in New York ein. Die Klage richtet sich gegen OpenAI und Microsoft.

Die Verleger werfen den Tech-Konzernen vor, systematisch hinter Bezahlschranken geschützte Inhalte abgegriffen und Urheberrechtsvermerke entfernt zu haben, um ihre KI-Modelle zu trainieren. Die Folge: sinkende Web-Traffic-Zahlen und rückläufige Abonnement-Einnahmen. OpenAI hält dagegen und beruft sich auf das Prinzip des Fair Use – die Nutzung öffentlich zugänglicher Daten sei rechtmäßig. Es ist bereits die 26. Klage gegen OpenAI und die 11. gegen Microsoft mit ähnlichen Vorwürfen.

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